Kommentar

Stand: 05.07.2026 • 16:27 Uhr

Die AfD hat sich beim Parteitag in Erfurt um einen professionellen Auftritt bemüht, meint Gabor Halasz. Dafür wurden Konflikte ignoriert - etwa zwischen Weidel und Chrupalla. Streit und Machtkampf sind vor den Wahlen nicht erwünscht.

Dieser Parteitag war eine Inszenierung. Mit der Überschrift: Nur keinen Streit. Es gab Momente, da fühlte es sich mehr wie eine Wahlkampfveranstaltung und nicht wie ein Parteitag an. Alles ist dem Erfolg bei den kommenden Wahlen untergeordnet. Das ist ein Stück weit professionell. Nur gehen Konflikte nicht weg, wenn man sie ignoriert und vertagt.

Und Konflikte gibt es eine Menge: Auch zwischen den Vorsitzenden, die sich immer wieder offen widersprechen, die Harmonie vorspielen, die es nicht gibt. Das war vor Jahren schon so. Jetzt ist es kaum noch zu verbergen. Alice Weidel hat sich in Erfurt in vielen Punkten durchgesetzt und von ihrem Co-Parteichef abgesetzt. Dieser Parteitag könnte möglicherweise der Anfang vom Ende der Doppelspitze sein. Noch hat Tino Chrupalla wohl Glück. Die Partei hat gerade keine Zeit für Machtkampf -wegen der Wahlen.