Wir alle neigen zu dummen Entscheidungen. Wir vereinfachen die Welt, aber komplizieren sie an vielen Stellen zugleich. Probleme lösen oder für die Zukunft planen – auch das fällt uns schwer. Und insgeheim wäre es uns oft am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es ist. Selbst viel zu wissen, reicht nicht aus, um klüger zu entscheiden.

»Tatsächlich zeigen Studien, dass gerade die Menschen, die am meisten denken, sie würden nicht auf Denkfehler hereinfallen, dazu neigen. Das sind häufig diejenigen, die am gebildetsten sind, die rhetorisch ausgebildet sind«, sagt Neurowissenschaftler Henning Beck im SPIEGEL-Podcast Smarter leben.Für sein Buch »12 Gesetze der Dummheit« hat er sich mit typischen Denkphänomenen beschäftigt, die im Alltag dafür sorgen, dass wir immer wieder falsch handeln und uns ausbremsen lassen.

Ein entscheidendes Problem ist, dass wir oft Sinnzusammenhänge sehen, wo es keine gibt. Beck gibt ein Beispiel: »Wir argumentieren nach dem Motto: Warum ist die Ozonschicht da? Damit die Menschen vor UV-Strahlung geschützt sind. Nein! Wir sind da, weil es eine Ozonschicht gibt.«

Und leider verstärkt sich dieses Phänomen noch, wenn wir unsicher oder gestresst sind. Keine guten Aussichten für sinnvolle Entscheidungen in Krisenzeiten?