Vielleicht hat es vor einem Jahr schon angefangen, damals in Würzburg, nachdem die Regierung über eine schnöde Richterwahl in schwere Turbulenzen geraten war. Die Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD trafen sich zwischen fränkischen Weinbergen, um den Neustart zu wagen. Sie holten sich Rat von außen, die Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln redete ihnen ins Gewissen, die Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums. „Mein zentraler Punkt in Würzburg war: Wir brauchen Wachstum, wir brauchen positive Zukunftsperspektiven, um die Unterstützung der Demokratie zu stärken“, erinnert sie sich.Jetzt hat die Regierung ihr großes Reformpaket präsentiert, es ist gewissermaßen die Lehre aus diesem Satz. Im Wahlkampf hatte Friedrich Merz noch versprochen, mittelfristig wieder für ein jährliches Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu sorgen. Jetzt will er sich lieber nicht mehr darauf festlegen, wie stark die 34 Punkte des Regierungsprogramms das Sozialprodukt heben werden. „Die Frage kann niemand seriös beantworten“, sagt er nur, an diesem sonnigen Vormittag im Garten des Kanzleramts. Inzwischen ist allerdings auch einiges passiert, zum Beispiel verschaffte ein US-Präsident dem iranischen Regime die Hoheit über den globalen Ölpreis.