Deutschland und die Ukraine intensivieren ihre Gespräche über die Rückkehr ukrainischer Männer im wehrfähigen Alter, die das Land trotz Ausreisebeschränkungen verlassen haben. Parallel dazu zeichnet sich auf EU-Ebene ein Kurswechsel beim Schutz neuer ukrainischer Flüchtlinge ab. Künftig könnten wehrfähige Männer von der automatischen Gewährung des vorübergehenden Schutzstatus ausgeschlossen werden.

Nach Angaben des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Oleksij Makejew, haben die Regierungen in Berlin und Kiew bereits eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet. Ziel sei es, so berichtet es die Kyiv Post, Möglichkeiten zu prüfen, wie ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter zurückgeführt werden könnten, wenn sie die Ukraine unerlaubt verlassen hätten.

„Wir tauschen Informationen aus und arbeiten an Mechanismen, die die Rückkehr dieser Personen ermöglichen könnten“, sagte Makejew gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Details über die diskutierten Modelle nannte der Botschafter allerdings nicht. Nach Angaben der deutschen Behörden lebten Ende Mai rund 1,35 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Deutschland. Darunter befinden sich etwa 356.000 Männer im Alter zwischen 18 und 63 Jahren.