Im März 2027 soll der vorübergehende Schutzstatus der EU für ukrainische Flüchtlinge auslaufen. Derzeit gilt er für 4,33 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, von denen mehr als ein Viertel erwachsene Männer sind. Während die meisten EU-Regierungen eine Verlängerung des Schutzstatus unterstützen, drängen mehrere Staaten darauf, den Schutz für neu ankommende Männer im wehrfähigen Alter (23 bis 60 Jahre) einzuschränken. „Es ist für uns essenziell, den Ukrainern Schutz zu gewähren. Gleichzeitig muss der Krieg geführt und gewonnen werden. Dafür ist es entscheidend, dass mehr Männer in der Ukraine bleiben und kämpfen“, sagte der schwedische Migrationsminister Johan Forssell. Ähnliche Positionen vertreten Polen und Österreich. Auch der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt sprach sich dafür aus, den automatischen Schutz für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter zu beenden.

Damit schloss er sich den wiederholten Forderungen von Bundeskanzler Friedrich Merz an Präsident Wolodymyr Selenskyj an, den Zustrom solcher Männer nach Deutschland einzudämmen. „Genau das ist es auch, worum die Ukrainer uns bitten“, erklärte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Seine Aussage gewährte einen seltenen Einblick in eine offenbar stille Übereinstimmung zwischen europäischen und ukrainischen politischen Eliten hinsichtlich des Schicksals ukrainischer Männer, die zunehmend weniger als Bürger mit Rechten und freiem Willen betrachtet werden, sondern vielmehr als potenzielles Kanonenfutter.