1. Trainerreiche Abschiede

Julian Nagelsmanns potenzieller Nachfolger Jürgen Klopp: »Grundsätzliche Bereitschaft«

Es gibt Jobs, die mir trotz ihrer hervorragenden Bezahlung ausgesprochen unattraktiv scheinen. Fußballbundestrainer zum Beispiel, uiuiui, wäre man das gern, etwa nach einer Niederlage?Aktuell hoffen viele Menschen in Deutschland, dass zumindest Jürgen Klopp es gern wäre, und laut DFB hat er auch »bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert«. Man werde nun das Gespräch mit ihm suchen; zuvor hatte der DFB die Trennung von Julian Nagelsmann bekannt gegeben.

Der wiederum hat sich inzwischen an die Fans gewandt: »Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!«Auch wenn die Entwicklung nach dem WM-Aus nicht überraschte, so erschrecke ich doch vor der Schärfe, mit der Nagelsmann in der Öffentlichkeit und im Netz angegangen wurde. Ob die Millionen das aufwiegen können? Und auch Jürgen Klopp beneide ich nicht, trotz seiner exzellenten Verhandlungsposition: Der Erwartungsdruck, der auf ihm lastet, ist immens.Mein Kollege Jörn Meyn aus dem Sport-Ressort sieht die voraussichtliche Berufung von Jürgen Klopp zwar als die »logische Lösung, hinter der sich ein Großteil der Öffentlichkeit versammeln kann«. Allerdings warnt Jörn, dass ein einzelner »Heilsbringer« nicht helfen kann. Der deutsche Fußball brauche radikalere Reformen.