PfadnavigationHomeSportFußballWMBundestrainerJürgen Klopp sagt Ja zum DFB – „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt. Ich bin bereit“Stand: 00:06 UhrLesedauer: 4 MinutenJürgen Klopp hat sich erstmals öffentlich zu einem Engagement als Trainer der deutschen Nationalmannschaft geäußert und dabei Gespräche mit dem DFB bestätigt. Sehen Sie das Interview mit Klopp hier in voller Länge.Jürgen Klopp hat sich in der Diskussion um die Nachfolge von Julian Nagelsmann zu Wort gemeldet. Der 59-Jährige bestätigte sein Interesse am Amt des Bundestrainers und Gespräche mit dem DFB. Die letzte kleine Hürde sei sein Arbeitgeber Red Bull.Darauf hatte Fußball-Deutschland gewartet: Nach dem feststehenden Abschied von Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bestätigten Interesse an Jürgen Klopp, hat sich der auserkorene Wunschkandidat nun zu Wort gemeldet.Klopp, während des Turniers als Experte für Magenta TV im Einsatz, bezog in einem aufgezeichneten Interview mit Moderator Johannes B. Kerner Stellung. Das Gespräch wurde zwischen den Sechzehntelfinals Ägypten – Australien und Argentinien – Kap Verde ausgestrahlt.Ob er denn die Gespräche mit dem DFB bestätigen könne, wollte Kerner zum Einstieg wissen: „Ja, die kann ich bestätigen, aber ich werde ein bisschen ausholen“, antwortete Klopp: „Es ist ja noch nicht so lange her, da standen wir hinterm Tor beim Elfmeterschießen, und als Manuel Neuer den Elfmeter gehalten hat, haben wir alle gejubelt wie die Verrückten und haben uns gefreut und waren uns relativ sicher, dass wir es jetzt ziehen. Und dann haben wir ungefähr drei Minuten später feststellen müssen, dass dem doch nicht so ist.“Kleinigkeiten, so wollte Klopp offenbar noch einmal klarstellen, entscheiden über Spielausgänge – und damit auch über Personalien. „Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass ich durchaus weiß, wie nah Wohl und Wehe im Fußball zusammenliegen. Und wenn wir den Elfmeter verwandelt hätten und Paraguay nicht, dann würden wir ja heute hier nicht stehen.“Durch das Aus der deutschen Nationalmannschaft stelle sich die Situation anders dar: „Aber jetzt sind die Dinge, wie sie sind, Julian ist zurückgetreten, und der DFB kümmert sich um eine Nachfolgeregelung. Und im Zuge dieser Gedanken, die sie sich gemacht haben, sind sie auf mich zugekommen, ja“, bestätigte der 59-Jährige.Die letzte Hürde heißt MintzlaffKerner hielt fürs Protokoll noch einmal fest, dass es Gespräche gegeben habe und fragte dann: „Was fehlt zur Einigung?“ Klopps Antwort: „Na, Zeit. Also es ist ja so, dass ich … Ich habe einen bestehenden Vertrag mit Red Bull, habe mehrfach gesagt, wie gern ich diesen Job mache und bin als Mensch so, dass ich normalerweise Verträge supergerne einhalte. Aber (ich) habe durchaus auch gesagt, dass ich Interesse an den Gesprächen habe. Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen.“Schutz und Lob für seinen potenziellen Vorgänger: „Er ist ein außergewöhnlicher Trainer. Das wird er in seinem Trainerleben noch ganz oft beweisen dürfen. Und deshalb muss man einfach mal die Gespräche auch in gewisser Weise abwarten. Mit meinem Arbeitgeber, mit Oliver Mintzlaff, muss ich natürlich auch reden“, erinnerte Klopp, der aber Hoffnung schürte, dass der Red-Bull-Boss ihn freigeben werde: „Ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch im Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche. Aber geführt werden müssen sie ja trotzdem.“Lesen Sie auchEs sei zwar nicht automatisch „davon auszugehen, aber gut möglich, dass er dem nicht im Wege steht, sondern diese Personalie, die der DFB ja offensichtlich wünscht, nicht verhindert, sondern möglich macht. Es ist ja schwierig, Gesprächen vorzugreifen, aber wir haben natürlich auch schon Dinge angetextet, und dementsprechend gehe ich da nicht von aus. Aber im Idealfall gibt es am Ende nur Gewinner.“Klopp verlangt weitere VeränderungenKerner blickte anschließend zurück und erinnerte daran, dass es vom DFB nicht die erste Anfrage bei Klopp für das Bundestraineramt sei. „Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?“, wollte der Moderator und Klopp-Kumpel wissen. „Naja, es waren andere Länder“, entgegnete der designierte Bundestrainer zunächst, bemerkte dann aber, dass Kerner den DFB gemeint hatte: „Achso, für Deutschland auch nicht, das stimmt“, sagte Klopp und stellte den entscheidenden Unterschied zu damals heraus.„Das Timing natürlich. Also auch jetzt ist es nicht perfekt, weil ich nochmal bei Red Bull unter Vertrag stehe, aber es ist trotzdem besser, als es jemals war. Vor zwei Jahren ungefähr habe ich in Liverpool aufgehört und habe gesagt, dass mir die Energie fehlt für eine weitere Aufgabe oder für ein weiteres Jahr mit Liverpool. Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit.“Abschließend versuchte Kerner schon ein wenig nach vorn zu blicken und befragte Klopp nach den Potenzialen der deutschen Nationalelf. Es schwang die Frage mit, wie schnell sich unter dem Bundestrainer Klopp Besserung einstellen könne. „Also ich finde, es ist ja, wenn man so will, noch ein bisschen ein ungelegtes Ei“, sagte Klopp und stapelte tief und verdeutlichte, dass sich an anderer Stelle etwas ändern müsse: „Es ist vollkommen klar, wie ich eben schon gesagt habe, es liegt nicht nur am Cheftrainer, ganz bestimmt nicht. Sondern der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern. Ob das am Ende dann ich sein werde oder wer auch immer das sein wird, das ändert nichts daran, dass die Veränderungen notwendig sind.“