Ein tibetischer Aktivist hat sich vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York selbst angezündet und ist in der Folge an seinen Verbrennungen verstorben. Während der Tat am Donnerstagabend amerikanischer Zeit, die der 52 Jahre alte Lobga Rangzen live im Internet übertrug, hielt er eine tibetische Flagge in der Hand und trug traditionelle tibetische Kleidung.Zuvor hatte Rangzen erklärt, dass seine Tat Ausdruck der sich verschärfenden Menschenrechtslage in Tibet sei, wie der Exilverein Tibet Initiative Deutschland mitteilte. Seit Mittwoch ist ein chinesisches Gesetz zur „Förderung der ethnischen Einheit“ in Kraft, durch das Minderheiten in China und ihren Unterstützern im Ausland weitere Repressionen drohen.Die Geschäftsführerin der Tibet Initiative Deutschland, Tenzyn Zöchbauer, sagte, die Bilder aus New York zeigten „den kollektiven Schmerz und die Verzweiflung der Tibeterinnen und Tibeter angesichts der systematischen Zerstörung ihrer Kultur und Identität“. Die Selbstverbrennung sei auch „ein erschütterndes Zeugnis des Versagens der internationalen Gemeinschaft“. Am Abend versammelten sich Tibeter vor dem UN-Hauptquartier zu einer Mahnwache, wie in sozialen Medien zu sehen war.Das „Gesetz zur Förderung der ethnischen Einheit“ sieht vor, dass die Sprachen der Minderheiten etwa in Schulen nur noch eine nachgeordnete Rolle spielen. Zudem verlangt es die Identifikation mit China und mit der Kommunistischen Partei. Seine Wirkung erstreckt sich über das chinesische Staatsgebiet hinaus: Auch Organisationen und Personen im Ausland, denen eine „Gefährdung der ethnischen Einheit“ vorgeworfen wird, können nach chinesischem Recht verfolgt werden. Laut Menschenrechtsorganisationen stellt es Repressionen, die schon lange gegen Minderheiten umgesetzt werden, auf eine rechtliche Grundlage.
Tibetischer Aktivist Rangzen verbrennt sich vor UN-Zentrale
Lobga Rangzen setzte sich für die Freiheit Tibets ein. Er erlag seinen Verbrennungen kurz nach der Tat.










