Es gibt wenig im Fußball, was Fans nicht wenigstens bekannt vorkommt. Deshalb laufen die größten Siege, die schwersten Niederlagen in Dauerschleife. Blenden wir in Sachen Jürgen Klopp vom modernen Campus des Deutschen Fußball-Bunds in Frankfurt, aus dem sich Julian Nagelsmann als Bundestrainer verabschiedet hat, 42 Jahre zurück.Sommer 1984: Die westdeutsche Nationalmannschaft ist bei der Europameisterschaft in Frankreich kläglich gescheitert. Sie hat es aus der Vorrunde der besten acht Nationen des Kontinents nicht ins Halbfinale geschafft. Eine Schmach. Bundestrainer Jupp Derwall kann sich nicht halten, die „Bild“-Zeitung wirft sich mit Verve für Franz Beckenbauer ins Zeug, ihren Kolumnisten, Derwalls Chefkritiker. Der Rest ist Fußball-Geschichte, bis zur Krönung im WM-Finale 1990 in Rom und darüber hinaus.Ähnlich wie BeckenbauerUnd heute? Heute soll Klopp versuchen, nach dem dritten für den DFB missratenen WM-Turnier in Serie, eine neue Eliteauswahl wieder zu einer Weltklassemannschaft zu formen. Klopp hat eben noch, wie Beckenbauer damals, als Experte im Fernsehen die Fehler Nagelsmanns und seiner Spieler analysiert. Klopps Name funktioniert als Marke ähnlich wie der Beckenbauers einst. Keiner in der Branche wirbt so omnipräsent für alle möglichen Produkte wie Klopp, der sich in Liverpool vor mehr als zehn Jahren als „the normal one“ präsentierte.Ein Claim, der inzwischen seinen „Instagram“-Account schmückt, dem sechs Millionen folgen. Das ist alles andere als normal, aber dem DFB bringt die Wirkung der Marke Klopp allenfalls einen Kurzzeiteffekt. Der Verband hat einen Bundestrainer mit Ausstrahlung auf seine besten Spieler nötig, die Nationalmannschaft eine moderne Spielidee. Ersteres bietet Klopp, Letzteres wird sich zeigen.Darüber hinaus aber braucht der DFB einen Plan, wie er aufschließen will zu Spanien, zu Frankreich, die so viel bessere Mannschaften aus ihren Talenten entwickeln. Für diese Aufgabe genügt der Bundestrainer mit dem größten Namen allein nicht.
DFB nach Nagelsmann-Aus: Klopps Name alleine reicht nicht
Der neue Bundestrainer braucht Ausstrahlung, die Nationalmannschaft eine moderne Spielidee. Ob Klopp Letztere hat, wird sich erst noch zeigen.











