Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer – und Jürgen Klopp steht als Nachfolger bereit. Der 38-jährige bisherige Chefcoach der Nationalmannschaft erklärte wenige Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay seinen sofortigen Rücktritt, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag nahelegt worden sein.„Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“, hieß es in einer DFB-Mitteilung.Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war der 59-Jährige als Trainer bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool überaus erfolgreich. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er den englischen Titel und 2019 die Champions League. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV bei der WM im Einsatz.MeinungBundestrainer:Klopp als einziger Kandidat? Das ist nicht schlauGesellschaftervertreter und Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG haben demnach auf Vorschlag von DFB-Präsident Bernd Neuendorf einstimmig die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses mit Nagelsmann beschlossen. Er habe darum in einem Gespräch mit den Verantwortlichen am Vortag gebeten. Das Gremium tagte in einer Videoschalte am Vormittag.„Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen“, sagte Nagelsmann in der Presseerklärung des Verbandes. „Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient.“Nagelsmann hatte mit der DFB-Auswahl am Montag in der ersten K.-o.-Runde der WM mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay verloren. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte er einen Rücktritt noch ausgeschlossen. „Ich bin keiner der wegläuft“, hatte er im Stadion in Foxborough in den USA gesagt. Danach kam es aber zu dem Sinneswandel.„Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt“, sagte Sportdirektor Rudi Völler. Über die Zukunft des Weltmeisters von 1990 äußerte sich der DFB nicht. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Hierüber habe er den DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft informiert.Sitzt Klopp schon im September erstmals auf der Bank?Wie beim Vorrunden-Aus 2018 in Russland und 2022 in Katar verpasste das DFB-Team beim XXL-Turnier mit erstmals 48 Mannschaften in Mexiko, Kanada und den USA zum dritten Mal nacheinander die Runde der besten 16 Teams. Nagelsmann war mit dem erklärten Ziel angereist, die Nationalmannschaft zum Titel zu führen. Der ehemalige Bundesliga-Trainer (TSG Hoffenheim, RB Leipzig, FC Bayern) hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten. Seine ersten Länderspiele bestritt er dabei im Oktober 2023 ebenfalls auf einer US-Reise.Nagelsmann war damals als „die Wunschlösung“ von Völler gekommen, der in der etwas mehr als 1000 Tage währenden Amtszeit Nagelsmanns wichtigster Ansprechpartner im Verband war.Bei seinem ersten Turnier als DFB-Chefcoach war Nagelsmann vor zwei Jahren bei der Heim-EM im Viertelfinale gegen den späteren Titelgewinner Spanien unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung ausgeschieden.Nach dem WM-Aus 2018 hatte Joachim Löw bis einschließlich zur EM 2021 weitermachen dürfen, nach dem Ausscheiden 2022 in Katar wurden auch Flick weitere Spiele gegeben.Das erste Länderspiel der deutschen Mannschaft nach der WM findet am 24. September in den Niederlanden zum Start in die Nations League statt. Weitere Gruppengegner bis zum Jahresende sind Griechenland und Serbien.