Bei der schönsten Nebensache der Welt geht es längst nicht mehr nur um Titel und Trophäen. Dass der Fußball ein hochpolitischer Sport ist, konnte man während der vergangenen Weltmeisterschaften in Russland und Katar ebenso erkennen, wie aktuell in Nordamerika. Doch nicht nur im Großen: Die beliebteste Sportart auf unserem Planeten kann auch ganz konkret die Außenpolitik von mitunter kleinen, unterrepräsentierten Ländern maßgeblich beeinflussen und verändern.
Kaum ein Beispiel zeigt die wachsende Bedeutung der Sportdiplomatie so eindrucksvoll wie die Beziehungen zwischen Bangladesch und Argentinien. Obwohl beide Länder rund 17.000 Kilometer voneinander entfernt liegen, politisch und wirtschaftlich vergleichsweise wenig miteinander zu tun haben und auch kulturell kaum unterschiedlicher sein könnten, entwickelte sich während der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 eine außergewöhnliche Verbindung. Millionen Menschen in Bangladesch fieberten mit Lionel Messi und der argentinischen Nationalmannschaft mit, Bilder jubelnder Fans aus Dhaka gingen weltweit viral und sorgten auch in Buenos Aires für große Aufmerksamkeit.
Aus dieser Begeisterung für den Fußball entstand schließlich eine diplomatische Annäherung. Argentinien eröffnete nach 45 Jahren wieder seine Botschaft in Dhaka, beide Staaten intensivierten ihre Beziehungen und vereinbarten eine engere Zusammenarbeit – vom Handel bis zur Förderung des Fußballs. Es ist ein Beispiel dafür, wie Sport als Instrument der sogenannten Soft Power Vertrauen schaffen und selbst zwischen weit entfernten Staaten neue diplomatische Brücken bauen kann.









