Es sind jene Momente, in denen sich der Alltag der Bundespressekonferenz zu einem politischen Lehrstück verdichtet: Ein Regierungssprecher, der zunächst mit vorbereiteten Formeln operiert, dann auf kritische Nachfragen jedoch in ein journalistisches Vertraulichkeitsformat ausweichen möchte, das faktisch einer Nichtauskunft gleichkommt. So geschehen bei der jüngsten Regierungspressekonferenz, als es um den inzwischen berühmt-berüchtigten Tweet von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum frühmorgendlichen Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Paraguay ging.
Die Chronologie einer Kommunikationspanne
Zur Erinnerung: Keine halbe Stunde nach dem 4:5 im Elfmeterschießen gegen den südamerikanischen Außenseiter meldete sich der Kanzler auf der Plattform X mit der Darstellung zu Wort, die deutsche Mannschaft habe „mit ihrem Einsatz und Teamgeist“ das Land „begeistert“ – man sei „stolz“ auf sie. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Fans, Kommentatoren und selbst Parteifreunde reagierten mit Spott und Fassungslosigkeit. Selbst aus dem CDU-Bundesvorstand war zu vernehmen, es stelle sich die Frage, was mehr wehgetan habe – die Leistung auf dem Platz oder die Einordnung des Kanzlers.












