Die fußballerische Analyse des Kanzlers passte vielleicht zu den ersten beiden gewonnenen Vorrundenspielen, nicht aber zur allgemeinen Expertenmeinung und Gefühlslage. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert“, teilte Friedrich Merz kurz nach dem deutschen WM-Aus in den USA am frühen Dienstagmorgen mitteleuropäischer Zeit auf der Social-Media-Plattform X mit: „Wir sind stolz auf euch.“Der Spott von Fans und Fachwelt, aber auch des politischen Gegners, ließ nicht lange auf sich warten. Und auch in den eigenen Reihen war die Irritation über den eigenen Regierungschef wieder einmal mit Händen zu greifen. „Nach diesem Tweet stellt sich die Frage, was eigentlich mehr weh tat“, klagte ein Mitglied des CDU-Bundesvorstands: „die Leistung gestern oder diese Einordnung des Bundeskanzlers.“ Social-Media-Ärger zu einem besonders schlechten Zeitpunkt Merz und seinen Leuten ist das freilich nicht verborgen geblieben. Die teils heftigen Reaktionen, die auch mit Parallelen zum vermeintlichen Verlust des Leistungsprinzips in der Bundesregierung wie im ganzen Land versehen wurden, trafen den Kanzler kurz vor dem Koalitionsausschuss an diesem Mittwoch. Dieser ist von immenser politischer Bedeutung – für verschiedene Reformen wie auch seine Regierung.Leider sehr ärgerlich.In Regierungskreisen wird Tweet des Kanzlers als Missgeschick dargestelltEin zweites Posting zur Schadensbegrenzung wurde aber auch deshalb am Dienstagnachmittag auf dem ehemaligen Twitter veröffentlicht, weil das erste nach Angaben aus Regierungskreisen ein Versehen gewesen sein soll. „Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf“, hieß es aus dem Kanzleramt gegenüber dem Tagesspiegel. Der gesamte Vorgang sei „leider sehr ärgerlich“ gewesen. Ein zweiter Beitrag, weil der erste ein Fehler gewesen sein soll Der zweite Beitrag appelliert dann auch weit weniger „stolz“ als der erste an den Zusammenhalt in der Niederlage und kritisiert die Häme, die nicht nur er abbekommen hat, sondern allen voran natürlich die Mannschaft: „Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“Nach Informationen des Tagesspiegels sollen für das Spiel, das absehbar erst weit nach Mitternacht deutscher Zeit zu Ende ging, im Bundespresseamt mehrere Varianten einer Social-Media-Reaktion des Kanzlers vorbereitet worden sein. Ein junger Mitarbeiter, so die Darstellung, soll sich dann entgegen der vorherigen Absprachen für den falschen Tweet entschieden haben.
„Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf“: Kanzleramt bedauert Merz-Posting zum WM-Aus
Die Einschätzung von Bundeskanzler Friedrich Merz zum Spiel der deutschen Fußball-Nationalelf hat für Irritationen gesorgt. Nun ist von einem Versehen die Rede.










