Stell dir vor, du kommst zur Arbeit und erfährst, dass dir ein neuer Kollege unterstellt wird. Bei dieser „Person“ handelt es sich jedoch nicht um einen Menschen, sondern um ein KI-Tool. Dein Unternehmen nennt es „Alex“ nennt und es hat als „Mitarbeiter“ eine Berufsbezeichnung und festgelegte Aufgaben. Wie gut würdest du wohl deiner Meinung nach mit Alex zusammenarbeiten?Anzeige

Wenn du den Manager:innen ähnelst, die kürzlich von Emma Wiles, einer Wirtschaftsprofessorin an der Boston University, befragt wurden, würde die Behandlung von Alex als „Kollege“ und nicht als Software-Tool dazu führen, dass du schlechtere Arbeit leistest. Wiles stellte in einem Paper fest, dass Menschen 18 Prozent weniger Fehler entdeckten, wenn die Arbeit angeblich von einem handlungsfähigen agentischen „KI-Mitarbeiter“ stammte und nicht von einem gewöhnlichen Chatbot. Es zeigt sich also, dass die Adressierung des KI-Tools eine Rolle spielt. Und zwar eine große.

Teams aus KI-Agenten halten Einzug in die Arbeitswelt

Das ist ein alarmierender Einblick in eine Zukunft, auf die uns das Silicon Valley gerade einnordet. Im vergangenen Jahr sprach Jensen Huang, CEO von Nvidia, bereits über Arbeitswelten mit „digitalen Menschen“. Seit April haben Microsoft, OpenAI, Anthropic und Google nach und nach Tools veröffentlicht, die auf die Steuerung von Teams aus KI-Agenten ausgerichtet sind; viele davon werden ausdrücklich als digitale Kollegen beworben, die über die Flexibilität und die kognitiven Fähigkeiten echter Menschen verfügen. Und fast ein Drittel der 1.261 Führungskräfte, die an Wiles’ Studie teilnahmen, gab an, dass ihre Unternehmen KI-Agenten bereits als Mitarbeiter betrachten (23 Prozent führen sie sogar in Organigrammen auf).Anzeige