Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa und SID.Hier geht es zum Spielplan, hier zum deutschen Kader, hier zu einer Übersicht über die Spielorte und Stadien, hier zu einem Überblick über alle WM-Teilnehmer und hier zur Schwerpunktseite zur WM mit allen Texten der SZ.Alle Nachrichten und SZ-Geschichten zur WM erhalten Sie auch zweimal täglich mit unseren Newslettern „SZ am Morgen“ und „SZ am Abend“. Hier können Sie sich dafür anmelden.Wichtige UpdatesÖsterreichs Bundespräsident vor WM-Spiel: Kinder sollten wach bleiben dürfenNagelsmann hat wohl „keine Chance mehr“ – Klopp ist der logische NachfolgerUSA, Belgien – das war die NachtDFB stellt sich gegen RassismusKimmich: „Wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.“Deutliche Kritik an TuchelTrotz des Einzugs ins Achtelfinale schlägt Trainer Thomas Tuchel in England viel Kritik entgegen. „Ich habe große Bedenken. Wir freuen uns alle, dass England weitergekommen ist, aber besonders, wenn England den Ball verliert, ist die Abwehr sehr anfällig“, sagte Wayne Rooney bei der BBC nach dem mühevollen 2:1 gegen die Demokratische Republik Kongo. Tuchels Elf sei in vielen Bereichen „einfach nicht auf der Höhe“, bemängelte der frühere Stürmer.Auch die traditionell wenig zimperliche Presse sparte nicht mit Kritik. „Thomas Tuchels katastrophale Entscheidung wäre beinahe aufgedeckt worden – England entgeht nur knapp einer WM-Überraschung“, schrieb der Daily Star. Die Mannschaft habe sich unerklärlicherweise in ein „Pub-Team“ verwandelt, habe „langsam und schlampig“ gespielt. „England war in diesem Spiel zeitweise wirklich am Ende“, analysierte der Guardian.Die positiven Schlagzeilen gehörten wieder einmal Doppeltorschütze Harry Kane, der nun auf fünf Turniertreffer kommt. „Von nun an werde ich ihn Sir Harry Kane nennen“, sagte der ehemalige Weltklasse-Stürmer Thierry Henry beim US-Sender CBS: „Er allein war die Antwort.“Warum Harry Kane die Antwort gegen Kongo war, können Sie in diesem Stück von SZ-Reporter Martin Schneider lesen: „Solange dieser Trainerstab im Amt ist“: Senegals Pape Gueye kündigt Pause im Nationalteam anNach dem dramatischen Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Belgien will Senegals Pape Gueye, 27, unter dem aktuellen Nationaltrainer Pape Thiaw nicht mehr für sein Land spielen. Der Mittelfeldspieler des FC Villarreal war in der 66. Minute ausgewechselt worden, als Senegal noch 2:0 führte. Belgien drehte das Spiel anschließend und gewann mit 3:2 nach Verlängerung.„Ich möchte heute schon ankündigen, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause bei der Nationalmannschaft einlegen werde“, schrieb Gueye in einer Instagram-Story. „Ich war körperlich in guter Form, aber letztlich trifft der Trainer die Entscheidungen... Das respektieren wir“, schrieb Gueye weiter.Nagelsmann hat wohl „keine Chance mehr“ – Klopp ist der logische NachfolgerNach allem, was zu hören und zu lesen ist, wäre es inzwischen eine riesige Überraschung, wenn Julian Nagelsmann noch länger als ein paar Tage Bundestrainer bleibt. Hört man sich aktuell beim DFB um, dann fällt unter anderem der Satz: „Er hat keine Chance mehr.“ Das berichtet SZ-Reporter Philipp Selldorf, in dessen Text man außerdem erfährt, dass Jürgen Klopp in der Vergangenheit bereits mindestens zweimal die Möglichkeit hatte, Bundestrainer zu werden. Er lehnte jeweils ab. Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem es für beide Seiten passen könnte:England-Spiel mitten in der Nacht? Tuchel: "Lasst sie Fußball schauen"Nach dem Sieg der englischen Nationalmannschaft gegen die Demokratische Republik Kongo trifft das Team von Trainer Thomas Tuchel im Achtelfinale auf Mexiko. Das Spiel findet in der Nacht von Sonntag auf Montag statt, um 1 Uhr englischer Zeit. Das ist eigentlich keine Zeit, zu der Kinder normalerweise Fußball schauen dürfen.Gefragt, was er Eltern nun rät, deren Kinder darum bitten, aufbleiben zu dürfen, sagte Tuchel: „Lasst sie Fußball schauen. Schule haben sie noch jede Menge vor sich, aber die Weltmeisterschaft findet nur alle vier Jahre statt. In vier Tagen steht ein ganz großes Spiel an. Wir brauchen die Unterstützung aller – und ganz besonders die der Kinder.“USA, Belgien – das war die NachtIn der 85. Minute lief ein Spiel, das der Senegal eigentlich nicht mehr verlieren konnte und am Ende doch noch verlor. 2:0 führte das zusammen mit Marokko stärkste afrikanische Team, Belgien enttäuschte und machte nicht den Eindruck, hier nochmal zurückkommen zu wollen. Dann traf der eingewechselte Romelu Lukaku, der schon zehnmal abgeschrieben war und nun ein zehntes Mal zurückgekommen ist. Kurz darauf segelte Senegals Torhüter Mory Diaw an einer Flanke vorbei, Youri Tielemans traf, doch die Pointe sollte noch kommen. In der 119. Minute zeigte Schiedsrichter Héctor Said Martínez aus Honduras nach gefühlt ewigem Videostudium auf den Punkt. Tielemans verwandelte – und der Senegal war raus. „Es ist ein grausamer Sport. Wir müssen es akzeptieren und weitermachen. Es ist nicht einfach für mich, nicht einfach für die Spieler“, sagte Senegals Trainer Pape Thiaw.Weiter geht die Party für die USA, die Bosnien-Herzegowina trotz halbstündiger Unterzahl 2:0 besiegten. Leverkusens Malik Tillmann erzielte das 2:0 per Freistoß gegen St.-Paulis-Torhüter Nikola Vasilj, der dabei überhaupt nicht gut aussah.DFB stellt sich gegen RassismusDas DFB-Team hat sich in den sozialen Medien bei seinen Fans für die Unterstützung während der Fußball-WM bedankt, Selbstkritik für das frühe Aus geübt – aber auch diskriminierende Hasskommentare angeprangert.„Der Kritik an unseren Leistungen stellen wir uns. Sie ist berechtigt und gehört zum Sport. Hass aber gehört nicht dazu. Rassismus und andere Diskriminierungen akzeptieren wir nicht“, heißt es in einem Post beim Instagram-Account der Nationalmannschaft mit seinen 7,6 Millionen Followern: „Der Fußball steht für Gemeinschaft und Zusammenhalt, nicht für Spaltung.“ Unter anderem Jonathan Tah war nach seinem verschossenen Elfmeter das Ziel von Anfeindungen geworden.In dem Post wird das WM-Scheitern aber auch sportlich eingeordnet. „Wir haben es nicht geschafft zu zeigen, was in dieser Mannschaft steckt. Deshalb sind wir zu Recht viel zu früh aus diesem Turnier ausgeschieden.“ Man habe es als Team „nicht besser hinbekommen. Das tut weh. Uns genauso wie vielen anderen.“Am Ende des Schreibens bedankt sich das Nationalteam nochmals bei den Fans. „An alle, die uns unterstützt haben: Danke, dass Ihr da wart. Danke für Euren Support. Wir werden es wieder besser machen. Mit Euch an unserer Seite. Eure Nationalmannschaft.“Kimmich: „Wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.“Und auch mit etwas Abstand ist der Frust bei Joshua Kimmich über das frühe Scheitern bei einer Fußball-WM groß. „Ich bin gerade einfach nur leer und mir ist überhaupt nicht danach, mich zu melden. Aber es gehört dazu, sich auch diesen Situationen zu stellen“, schrieb der DFB-Kapitän bei Instagram: „Gemeinsam hatten wir vor, eine sehr erfolgreiche WM zu spielen, Deutschland würdig zu vertreten und einen kleinen Beitrag für eine positive Entwicklung in unserem Land zu leisten. Und wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.“Es war bereits Kimmichs drittes WM-Turnier. 2022 und 2018 war das Aus bereits nach der Gruppenphase besiegelt, diesmal im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.Der Bayern-Profi betonte dennoch, er sei „stolz“ darauf, „Kapitän dieser Mannschaft zu sein“. Aber die Enttäuschung über den Turnierverlauf sei weiterhin groß. „Wir hätten Euch allen und auch uns gerne mehr zurückgegeben“, schrieb Kimmich an die Fans gerichtet. Wer sonst? Harry Kane rettet EnglandDie Menschen im fernen München haben eine Ahnung davon, was Harry Kane für ein formidabler Stürmer ist. Jetzt wissen es auch die Spieler der DR Kongo. Lange durften sie im WM-Sechzehntelfinale von einer großen Überraschung gegen den Favoriten England träumen – bis Kane kam und alles regelte. Lesen Sie hier den Spielbericht von SZ-Reporter Martin Schneider:Neuer Stürmer: FC Bayern wird bei der WM fündigDer Wechsel von Marokkos WM-Stürmer Ismael Saibari zum FC Bayern ist perfekt. Wie der deutsche Rekordmeister am Mittwochabend verkündete, kommt der 25-Jährige zur neuen Saison von der PSV Eindhoven und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2031. Über die Höhe der Ablösesumme machten beide Klubs keine Angaben – sie soll sich Medienberichten zufolge auf rund 50 Millionen Euro belaufen.„Wir freuen uns sehr, mit Ismael Saibari einen der spannendsten Offensivspieler dieser WM für den FC Bayern gewonnen zu haben“, sagte Sportvorstand Max Eberl: „Solche Transfers entstehen nicht aus dem Moment heraus, sondern aus vorausschauender Arbeit: Entscheidend war, dass wir uns früh bei ihm positioniert haben, weil wir von Ismaels Fähigkeiten wussten und ihm von Beginn an eine konkrete Perspektive bei uns aufzeigen konnten.“ Saibari werde dem Offensivspiel des FC Bayern „zusätzliche Qualität und Unberechenbarkeit geben“.Zunächst verfolgt Saibari aber mit Marokko seinen WM-Traum weiter. Er hat für die Nordafrikaner bislang in vier Partien in Nordamerika drei Treffer erzielt, im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande verwandelte er den entscheidenden Elfmeter. Am Samstag spielt Marokko gegen Co-Gastgeber Kanada um den Einzug in die Runde der letzten acht. Kahn: „Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert“ Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft die Debatte um einen neuen Bundestrainer kritisiert. Für den 57-Jährigen führe die Diskussion „am Kern vorbei“, das Problem liege aus seiner Sicht bei den Spielern. Diese, so schrieb Kahn am Mittwoch bei LinkedIn, müssten mehr Verantwortung übernehmen. „Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert“, schrieb Kahn und nahm Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann in Schutz: „Wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheitern, liegt die Ursache tiefer.“Für Kahn liege die Ursache in der fehlenden Verantwortungsübernahme der Spieler, die früh geprägt werden müsse: „Wer als junger Spieler immer wieder lernt, schwierige Entscheidungen zu treffen, Fehler auszuhalten und trotzdem den nächsten Ball zu fordern, entwickelt genau das, was große Turniere entscheidet“, schrieb Kahn: „Wer das nie gelernt hat, wird es im Nationaltrikot nicht plötzlich beherrschen.“Das Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay sei das perfekte Beispiel gewesen: „Eine Spitzenmannschaft sucht in diesem Augenblick keine Freiwilligen. Sie hat Spieler, die den Ball verlangen.“ Preise für Deutschland-Trikots fallenDas kommt wenig überraschend: Nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft haben zahlreiche Online-Händler die Preise für die Trikots reduziert. Inklusive Rabattaktion ist das weiße Heimtrikot mit quer über die Brust laufenden Streifen in Schwarz, Rot und Gold aktuell für etwa 60 bis 80 Euro zu haben. Das zeigt eine Stichprobe bei mehreren Händlern und Plattformen. Regulär kostete das Trikot 100 Euro.Die Preise für das dunkle Auswärtstrikot mit den hellblauen Elementen folgen einem ähnlichen Trend. Die dem Spielertrikot nachempfundene Version für ursprünglich 150 Euro gibt es bei vielen Händlern für rund 100 Euro. Kurz vor dem Ausscheiden hatten Hersteller und Handel große Erwartungen an das Trikotgeschäft geknüpft. Adidas-Chef Björn Gulden schätzte zuletzt, dass in Summe mehr als drei Millionen Deutschland-Trikots verkauft würden, dreimal so viele wie noch bei der Weltmeisterschaft in Katar vor vier Jahren. Ob diese Prognose nach dem frühen Aus zu halten ist?Scheitern, aber richtigJoshua Kimmich und Kai Havertz benannten nach dem WM-Aus den Ernst der Lage, nahmen die Schuld auf sich und baten für die horrible Leistung um Entschuldigung. Der Bundestrainer dagegen zeigte eine andere Emotion, eine, die nicht im Drehbuch vorgesehen war: Trotz. Er war insofern kein guter, aber ein ehrlicher Verlierer, kommentiert unsere Autorin Tanja Rest. Lesen Sie hier, warum der Moment des Scheiterns erst einmal keine Lektion enthält – auch wenn das in Coaching-Seminaren und von Selbstoptimierungs-Blubberern verbreitet wird: Die große Frage, das große DilemmaGeht es mit Julian Nagelsmann als Bundestrainer weiter? Oder kommt es zur Trennung? Und übernimmt dann Jürgen Klopp? Bei der Beantwortung all dieser Fragen ist eine Person zentral: Rudi Völler. Er ist nicht nur der aktuelle DFB-Sportdirektor, er weiß auch aus eigener Erfahrung, wie es ist, als Bundestrainer zurückzutreten. Wie sein Verhältnis zu Nagelsmann und Klopp ist und warum er nicht gerade als Trainerkiller bekannt ist, haben meine Kollegen Philipp Selldorf und Christof Kneer hier aufgeschrieben: Nagelsmann und deutsche Spieler im Münchner Regen gelandetBundestrainer Julian Nagelsmann ist nach dem Aus kommentarlos nach Deutschland zurückgekehrt. Am Flughafen München verließ der 38-Jährige das Gebäude bei strömendem Regen durch einen Hinterausgang – an einem Dutzend Journalisten vorbei, die vergeblich auf eine Stellungnahme warteten. Fans waren nicht gekommen. Im selben Flugzeug von Charlotte nach München saßen die Bayern-Profis Aleksandar Pavlovic und Jamal Musiala. Auch Musiala mied den Hauptausgang. Nur Pavlovic verließ das Terminal durch den Hauptausgang – ebenfalls ohne Kommentar. Nach dem frühen Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer offen. Der Deutsche Fußball-Bund will die Personalfrage erst nach dem Heimflug klären. Einen Rücktritt hatte Nagelsmann abgelehnt.Ein weiterer Teil der DFB-Reisegruppe war bereits am frühen Morgen in Frankfurt am Main gelandet. Unter anderem die Nationalspieler Angelo Stiller und Jamie Leweling vom VfB Stuttgart sowie Nagelsmanns Assistenztrainer Benjamin Hübner waren kurz nach ihrer Ankunft zu sehen, äußerten sich aber ebenfalls nicht mehr öffentlich zum frühen WM-Scheitern. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
WM 2026: Wie ein „Pub-Team“ – scharfe Kritik an Tuchels Engländern
Englands Trainer bekommt die Härte der britischen Presse zu spüren. Der DFB stellt sich gegen Rassismus.









