PfadnavigationHomeSportFußballWMNationalmannschaftDer fatale Fehler im Nagelsmann-Vertrag – Matthäus‘ Abrechnung mit dem BundestrainerVeröffentlicht am 02.07.2026Lesedauer: 4 MinutenNach dem enttäuschenden Abschneiden der Nationalmannschaft wird ein Rücktritt von Julian Nagelsmann diskutiert. Lothar Matthäus kritisiert, dass der aktuelle Bundestrainer nach der WM-Blamage nicht von sich aus zurückgetreten ist.Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus rechnet mit dem Bundestrainer ab. Aus seiner Sicht ist bei dieser WM vieles falsch gemacht worden. Er listet die Fehler von Nagelsmann auf – und die Ungeschicklichkeit des DFB.Das bittere WM-Aus – und die Frage: Wie geht es mit Bundestrainer Julian Nagelsmann weiter? Er hat nach dem Geheimgipfel am Donnerstag in Frankfurt am Main nur noch eine Wahl: Rücktritt oder Rauswurf. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus macht jetzt schon kurzen Prozess. In der „Bild“-Sendung „Lothar legt los“ lässt er kein gutes Haar an dem 38-Jährigen – und fordert die sofortige Trennung. „Es kann mit Julian Nagelsmann nicht weitergehen“, sagt Matthäus. „Es ist bei dieser Weltmeisterschaft eigentlich alles falsch gemacht worden.“Sicher nicht nur Nagelsmann anzukreiden – aber schon bei der Unterkunft in Winston-Salem/US-Bundesstaat North Carolina fängt die Kritik an. Matthäus zieht einen vernichtenden Vergleich mit der WM 2022 in Katar: „Wie vor vier Jahren in Katar, wo man als einzige Mannschaft außerhalb von Doha 80 Kilometer entfernt ein Camp aufgeschlagen hat. Die anderen 31 Mannschaften waren alle in oder um Doha herum.“Auch 2018 sei es nicht besser gewesen: „In Russland hat man außerhalb des Autobahnrings von Moskau zwei Stunden in die Stadt rein, Plattenbau. Da fühlt sich eine Mannschaft nicht wohl.“Lesen Sie auchSein Fazit: „Natürlich muss nicht alles fünf, sechs Sterne sein. Aber trotz alledem braucht man ja auch ein bisschen Abwechslung zwischen den Spielen, zwischen den Trainingseinheiten.“Nagelsmanns taktischer Kardinalfehler mit KimmichDann die Radikalkritik an Nagelsmann. Matthäus: „Punkt eins: dass er die Mannschaft nicht besser gemacht hat. Punkt zwei: dass er für viele Probleme gesorgt hat. Vor der Weltmeisterschaft mit der Kommunikation Baumann-Undav, während der Weltmeisterschaft mit vielen Fehlentscheidungen.“Lesen Sie auchEiner der taktischen Kardinalfehler: Joshua Kimmich auf Rechtsaußen. Matthäus ist fassungslos: „Wenn man nicht viele Führungsspieler hat, dann setzt man die Führungsspieler mindestens da ein, wo sie Einfluss nehmen können, um eine Mannschaft zu führen. Das ist nicht passiert.“Und: „Natürlich dann auch seine ganzen bockigen Aussagen. Er ist nicht derjenige, der den Fußball erfunden hat!“Besonders hart geht Matthäus mit Nagelsmanns fehlendem Rücktrittsangebot ins Gericht. Er verweist auf andere Trainer: „Ich denke da an den holländischen Trainer Koeman. Uruguay, der Trainer, hat sofort seinen Rücktritt erklärt nach den schlechten Leistungen.“ Und dann der Seitenhieb: „Ich weiß nicht, warum Julian Nagelsmann nicht den Charakter hat“ – einzugestehen, dass er mit dieser Mannschaft keine Zukunft hat.Sein abschließendes Urteil über den 38-Jährigen: „Vielleicht kam dieser Job als Bundestrainer viel zu früh für ihn.“Vor einem Dreivierteljahr verlängerten die Verantwortlichen beim DFB Nagelsmanns Vertrag bis 2028 – ohne ausreichende Ausstiegsklauseln. Matthäus rechnet vor: „Was hat Julian Nagelsmann bis dorthin geschafft? Nations League zu Hause – zwei Niederlagen gegen Frankreich und Portugal als Vierter. Bei der Europameisterschaft auch keine überragenden Spiele. Bei der WM-Qualifikation auch durchwachsen.“Sein Urteil: „Dann verlängert man nicht einen Vertrag. Und wenn man ihn verlängert, dann baut man Klauseln ein. Diese Klausel hat nur für die Vorrunde Bestand gehabt, dann hätte man mit ihm wahrscheinlich sofort einen Weg von Seiten des DFB finden können. Aber da er das Sechzehntelfinale erreicht hat – ein riesiger, riesiger Erfolg, 32 Mannschaften kommen dahin –, ist dann sein Vertrag im Endeffekt unkündbar, beziehungsweise kann man da nichts machen.“ Das bittere Ergebnis sei, so Matthäus, dass der DFB jetzt Nagelsmann, „weiterhin gute Monatsgehälter bezahlen muss, obwohl man ihn nicht mehr braucht“.Auch der DFB-Wunschnachfolger für Nagelsmann wird dem Verband einen finanziellen Kraftakt abverlangen, weiß Matthäus. „Jürgen Klopp wird wohl noch eine Ablöse kosten“, berichtete er in der „Bild“-Sendung, „und das Gehalt wird nicht das sein wie bei Julian Nagelsmann, da bin ich auch sicher. Ich habe mich gestern schon mit ein paar Leuten unterhalten. Also: Jürgen Klopp wird ganz sicher nicht für das Jahresgehalt von Red Bull zum DFB gehen. Das ist schon ein finanzielles Gesamtpaket in einer gewissen Höhe, die wahrscheinlich doch Kopfschmerzen bereitet, vor allem den Verantwortlichen beim DFB.“Matthäus geht davon aus, dass Klopp wisse, „was er für einen Marktwert hat. Und da geht nichts im einstelligen Millionenbereich als Jahresgehalt“. hd/pk