1,17 Millionen Migranten haben in Spanien nach Angaben der Regierung ihre Legalisierung beantragt. Ursprünglich hatte die Regierung mit weniger als halb so vielen Anträgen gerechnet. Die Aktion, die im April begonnen hatte, war am 30. Juni zu Ende gegangen. Laut Migrationsministerin Elma Saiz sind schon mehr als 600.000 der Gesuche in Bearbeitung. Die Behörden haben nun für einen Bescheid drei Monate Zeit.Gut zwei Drittel der Antragsteller kommen laut Regierung aus Südamerika. Mit 26 Prozent nehmen Kolumbianer den Spitzenplatz ein. Darauf folgen Marokkaner mit 13,4 Prozent, Venezolaner (11,7 Prozent) und Peruaner (8,8 Prozent). In Katalonien wurden mit 257.000 die meisten Anträge gestellt, dann kommt Madrid mit 202.000 und 167.000 in Valencia.Arbeitgeberverband lobt das ProgrammDie sozialistische Migrationsministerin Elma Saiz sprach von einem „Erfolg und einer gemeinsamen Leistung, auf die wir sehr stolz sein können“. Der Arbeitergeberverband CEOE lobte das Programm, da in vielen Branchen zahlreiche Fachkräfte fehlten. „Wir brauchen qualifizierte Menschen, weshalb wir auch über Weiterbildung sprechen müssen“, sagte CEOE-Präsident Antonio Garamendi. Im vergangenen Jahr besetzten Ausländer fast die Hälfte der neu geschaffenen Arbeitsplätze.Ein großer Teil der Einwanderer und Flüchtlinge, die einen Antrag auf Legalisierung gestellt hatten, hielt sich schon seit Jahren in Spanien auf und arbeitete ohne legalen Status. Nun können sie Beiträge zur Sozialversicherung leisten und werden den Anteil ausländischer Beitragszahler von derzeit 14 Prozent weiter steigen lassen. Am Dienstag hatte die Regierung einen mit mehr als einer halben Milliarde Euro dotierten nationalen Integrationsplan angekündigt.Die Antragsteller mussten bis zum 31. Dezember 2025 mindestens fünf Monate lang ununterbrochen in Spanien wohnen und durften keine Vorstrafen haben. Auch Asylbewerber konnten sich auf diese Weise legalisieren lassen. Mehr als 1,2 Millionen Menschen hatten in der Vergangenheit schon von ähnlichen Programmen profitiert – auch in der Regierungszeit der konservativen PP, die die jüngste Aktion zusammen mit der rechtspopulistischen Vox-Partei heftig kritisiert hatte. Auch von EU-Partnern wie Italien waren Einwände laut geworden.Die Legalisierung geht auf eine Bürgerinitiative aus dem Jahr 2024 zurück, die mehr als 700.000 Unterschriften sammelte und die Unterstützung Hunderter humanitärer Organisationen, Gewerkschaften, Unternehmen und der katholischen Kirche hatte.
1,17 Millionen Migranten beantragen Legalisierung in Spanien
Bis zum 30. Juni konnten illegale Einwanderer in Spanien die Legalisierung beantragen. Die Regierung hatte nur halb so viele Gesuche erwartet.














