Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer bündelt sein US-Geschäft mit dem weitverbreiteten und umstrittenen ​Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft. Die neue Gesellschaft werde den Namen Ruveon ‌tragen, teilte der Leverkusener Konzern mit.

Ziel sei es, das Geschäft optimal auf die spezifischen Anforderungen des US-Markts auszurichten. Ruveon werde von St. Louis aus alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts verantworten, von der ​Preisgestaltung bis zur Produktion, bleibe jedoch Teil des Bayer-Konzerns.Die Bayer-Aktien reagierten mit einem kräftigen Kurssprung auf die Mitteilung. Mit einem Plus von 5 Prozent auf 51,45 Euro notierten die Papiere erstmals seit fast drei Jahren wieder über der runden Marke von 50 Euro. Mit den Kursgewinnen bringt es die Bayer-Aktie seit Jahresbeginn auf ein Plus von fast 40 Prozent. Sie rangiert damit auf Rang drei im Dax, übertroffen nur von Infineon und Hochtief.

Wichtiger Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USABayer hat sich mit der milliardenschweren ‌Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto im ​Jahr 2018 eine ‌Klagewelle in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ‌wie ​Roundup eingehandelt. Im Streit über die Kennzeichnung der Risiken hat Bayer zuletzt allerdings einen wichtigen Sieg erringen können.Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, Bayer könne nicht auf Basis des Rechts einzelner Bundesstaaten wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden. In den USA seien einheitliche Markierungen von der Umweltbehörde EPA vorgeschrieben. Tausenden Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup dürfte damit die Grundlage entzogen sein.