Manche Bewohner dieser Erde scheinen für ein ganz spezifisches Habitat geschaffen, das ihrer Existenz zur Vollkommenheit verhilft. Wüstenspringmäuse erlangen ihre Bestimmung zwischen Dünen aus Sand. Alpensteinböcke überkommt die Seligkeit auf Steilhängen oberhalb der Waldgrenze. Und die Foo Fighters? Sie finden die höchste Entfaltung im Fußballstadion, dort allein offenbart sich alles Essenzielle ihrer Rockerzählung.
Das Schreckensszenario
Auch an diesem ersten Juliabend säumen Schankwagen und Wurststände den Weg ins Innere einer solchen Herzkammer der US-Amerikaner: dem Berliner Olympiastadion. Dann jedoch braut sich etwas zusammen am Firmament. Offenbar hatten zwei herrlich zürnende Vorbands namens Fat Dog und Idles die Himmelsfürsten mit ihren britischen Punkmusiken in Aufruhr versetzt – die Befunde der Meteorologen jedenfalls prophezeien ein Donnerwetter: Gegen 18:35 Uhr muss das gesamte Innenfeld wegen einer heranrückenden Gewitterzelle geräumt werden, die Heerscharen von dort verteilen sich gesittet auf alle Tribünengänge, das Equipment wird liebevoll mit Planen behütet.
Steht dieses Konzertunterfangen auf der Kippe? Eher nicht. Statt Blitzstürmen ergießt sich in den folgenden Minuten ein seichtes Nieseln über dem Westend. Um 19:10 Uhr verkünden die Wetterfrösche auf den Arenabildschirmen: „Liebes Publikum, das Gewitter hat sich abgeschwächt und es wird nur noch Regen erwartet.“ Wie durch hektische Ameisenstraßen, deren Schleusen geöffnet wurden, strömen die Menschen wieder ins Innere – eine weitere halbe Stunde darauf können die Saitenspiele beginnen.







