Was soll man bloß noch kochen, wenn sich schon die eigene Küche nach 180 Grad Umluft anfühlt? Das vergangene Wochenende dürfte selbst leidenschaftliche Köchinnen und Köche vor eine echte Herausforderung gestellt haben: Bei über 40 Grad wussten auch die Hartgesottenen nicht so recht, ob sie überhaupt noch etwas Warmes zubereiten sollten. Statt Pizza, Pasta und allem, was das Herz an einem Wochenende sonst so begehrt, wurde zu Salaten, Obstbowls und kühlen Snacks gegriffen. Aus aufwendigen Festmahlen und Experimentierfreude am Herd wurde schnelle Sommerküche und die Rückkehr zu simpler Kühlschrankkost.

Aber was essen die Berliner Spitzenköche eigentlich nach Feierabend? Wir haben bei den ausgezeichneten Restaurants der Stadt nachgefragt und deren liebste Sommergerichte gesammelt. Von der klassischen Brotzeit bis zu ausgefallenen Salaten ist alles mit dabei.

Patrick Ziegert: Es ist wieder Zeit für Brotzeit

Kaum etwas dürfte kulinarisch so tief in der deutschen Geschichte verwurzelt sein wie die gute alte Brotzeit. Neben all dem, was sonst an Aufschnitt und Aufstrich auf dem Gebäck landet, ist traditionell auch Rohkost fester Bestandteil jener Mahlzeit, die ursprünglich als Zwischenmahlzeit für körperlich arbeitende Menschen im 18. und 19. Jahrhundert gedacht war. Abgesehen von Essiggurken und Weintrauben dürfen dabei Radieschen natürlich nicht fehlen.