Nichts spaltet die Gemüter so wie Höchsttemperaturen. Sie zehren an den Kräften, wecken Zukunftsängste – und erinnern an unbeschwerte Ferien im Süden. Ein Sommer-Dossier mit Ideen, wie man der Hitze begegnen kann.Sandwich ist ZenKreativität brauche Grenzen, sagt man, dann werde sie potenziert. Ich sage: Diese Grenzen sollten aus zwei Scheiben Brot bestehen. Vor allem im Sommer. Dann gibt es nämlich nichts Besseres als ein Sandwich. Warum? Das Bestreichen und das Schichten sind meditativ, die Zutaten kalt und die Möglichkeiten endlos. Vielleicht macht man es wie Joan Didion mit Gurke, Wasserkresse und abgeschnittenen Rändern. Oder mit Thonsalat, Provolone-Käse, Eisbergsalat und Tomaten, wie ich es letzten Sommer im «The Chef’s In» am Michigansee bestellte. Beim Essen wurde ich kurz in eine höhere Sphäre gelupft. Und eine Hälfte packte ich ein. Für später.Jana SchibliIn die Nacht hineinleben«Noctourism» ist laut booking.com ein Reisetrend 2025 und bezeichnet die neue Lust auf Erlebnisse nach Sonnenuntergang, wenn die Temperaturen fallen und die Lethargie verbleibenden Lebensgeistern Platz macht. Das geht vom Picknick unter Sternen bis zum Besuch des Taj Mahal bei Vollmond. Was Südländer schon lange wissen, wirkt sich nun auch auf unsere Tagesgestaltung aus: Fitness- und Yogastudios, Restaurantterrassen und Museen haben länger geöffnet, einkaufen bis spät? Immer öfter. Auch bei Schweiz Tourismus hat man ein neues Verkaufskonzept: Was früher «Bergsommer» hiess, nennt sich ab jetzt lässig «Coolcation».Andrea BornhauserHeisse Füsse auf AbwegenWären Birkenstocks eine Feriendestination, würden die Einwohner wegen Overtourism demonstrieren: In Zürich trägt gefühlt jede dritte Person den Gesundheitsschuh; besonders beliebt ist das Modell Arizona mit den zwei Riemen, das es seit 1973 gibt. Und schwer im Kommen ist das jüngere, vorne geschlossene Modell Boston, das ein wenig an das Schuhwerk eines Hobbits erinnert.Die Birki-Beliebtheit ergibt natürlich Sinn: Die Sandalen umarmen auch von Hitze geschwollene Füsse. Seit der Luxuskonzern LVMH das deutsche Traditionsunternehmen übernahm, sind sie zudem aus der «Wulle-Siide-Bast»-Ecke in den Mode-Olymp aufgestiegen – auch wenn einige langjährige Fans sich über gestiegene Preise, eine veränderte Passform und ein neues Verkaufskonzept ärgerten. Wer sich deshalb tatsächlich vom Brand abgewendet hat oder sich als Individualtourist einfach davor scheut, als Mitläufer zu gelten, zeigt seine Eigenständigkeit mit einem der folgenden Modelle, die ebenfalls sehr bequem sind – und auch bei Hitze gut aussehen.Sandalen für den Sommer: Marni Dagegen sind Birkis ein Schnäppchen: Die Fussbett-Sandalen des Luxuslabels Marni (erhältlich etwa bei Mytheresa) kosten einen hohen dreistelligen Betrag. Dafür liefern sie Bequemlichkeit und eine coole Optik.Bisgaard An Kinderschuhe werden punkto Bequemlichkeit hohe Ansprüche gestellt. Wenig verwunderlich, macht es auch Frauen Freude, die Modelle der dänischen Marke Bisgaard zu tragen, die immerhin bis Grösse 40 erhältlich sind.A. Emery Die Sandalen des 2017 gegründeten australischen Labels A. Emery (erhältlich etwa bei Bongénie) sind je nach Modell gepolstert oder mit einem Fussbett ausgestattet. Elegant sind sie alle.Alle Bilder: PD Malena RuderWas wir am Sommer lieben Ins Auto steigen, das stundenlang an der prallen Sonne stand: Die abgestandene Luft, der Sauna-Effekt – nichts gibt mehr Italien-Sommerferien-Vibes.Dieses laute «Krack!», wenn man eine Flasche Weisswein in einen mit Eiswürfeln bestückten Behälter steckt.Die Lichtstreifen, die während der Siesta durch die Fensterläden ins Schlafzimmer fallen.Der kurze Moment an der Strandbar, wenn alle Eltern weg sind, um ihre Kinder zu duschen, und bevor das parfümierte Partyvolk kommt.Kalte Suppen: Gazpacho, Salmorejo oder bulgarische Joghurtsuppe mit viel Dill. Ab ins Wasser! Lisa Edi / Connected Archives Zeit für eine NicecreamDie besten Dinge sind die, die einfach sind: Liebesbeziehungen, Menukarten – und Glace. Dieses Eis besteht aus nur zwei Zutaten, ist in fünf Minuten fertig und kommt ohne zusätzlichen Zucker aus. Darüber hinaus fällt es auch noch in die Kategorie «zufällig vegan» und hat wenig Kalorien. Es ist eine Glace, die man jeden Tag essen kann, ein gutes Eis, eine Nicecream.Nicecream-Rezept Zutaten (für 2 Personen): 1–2 reife Bananen100-200 ml Pflanzen- oder Kuhmilch evtl. Honig oder AgavendicksafZubereitung: Ganz reife Bananen nehmen. Statt sie wegzuwerfen, diese schälen, in grosse Stücke schneiden und ins Gefrierfach legen. Die gefrorenen Bananen anschliessend im Standmixer oder mit dem Pürierstab zerkleinern. Nach und nach etwas Hafer-, Mandel- oder Kuhmilch hinzugeben, bis die Glace cremig ist. Für mehr Süsse Honig oder Agavendicksaft dazugeben. Das ist aber eigentlich nicht nötig. Das schmeckt man sofort. Rafaela RothNimm Seide, Mann!Oft heisst es, Leinen sei der ideale Stoff für die elegante Herrengarderobe bei Höchsttemperaturen. Das mag für formelle Termine und Feierlichkeiten eine gute Wahl sein, doch für alle anderen hitzigen Momente gibt es etwas viel Besseres: das Seidenhemd. Kein anderes Material umschmeichelt die Haut so kühlend zart, wie ich jüngst an einem Dinner während der Art Basel wieder feststellte. Es war einer dieser drückenden Abende, und während andere schwitzten, ergötzte ich mich entspannt am sinnlich-zarten Tragegefühl meines Pyjamahemds einer kleinen Pariser Marke.Genäht sind ihre Kleider aus indischer Sariseide mit diesem matt schimmernden Glanz. Zu Unrecht wird dem Seidenhemd gern ein exotischer Zuhälter-Chic nachgesagt. Dabei ist es höchste Zeit – auch angesichts von Klimaerwärmung, kultureller Sensibilisierung und entspannteren Bekleidungssitten –, seine wahre Berufung anzuerkennen: Das Seidenhemd ist Bestandteil der modernen Sommergarderobe.Kim DangPlaylist für Tropennächte30 Songs ab 30 Grad – für nächtliche Velofahrten bei Hitze-Insomnia oder nie enden wollende Gartenfeste. Von Etta James über Farka Touré und 2raumwohnung bis Erobique und Pashanim.Zusammengestellt von Andrea BornhauserVon den Besten lernen: Fünf Fragen an Elissavet Bargianni, Chief Heat Officer der Stadt AthenFrau Bargianni, Sie sind die Hitzebeauftragte von Athen. Woran arbeiten Sie gerade?Elissavet Bargianni: An einem Plan für urbane Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit. Das hat zwar nicht unmittelbar mit Hitze zu tun, doch ihre Risiken müssen überall einbezogen werden. So ist es zum Beispiel wichtig, allen Einwohnern einen schnellen und hindernisfreien Zugang zu Grünflächen zu ermöglichen, auch Senioren oder Menschen mit Behinderungen. An solchen Routen arbeiten wir derzeit.Athen gilt als Vorreiter in der Hitzeprävention. Sie haben ein Hitzetelefon, warnen per App vor extremen Temperaturen und betreiben Kühlzentren für alle, die sich keine Klimaanlage leisten können. Was ist Ihre wichtigste Errungenschaft?Der Konsens, Hitze als Gefahr zu erkennen und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen. Dadurch konnten wir schon viel erreichen, insbesondere im öffentlichen Raum, wo zunehmend grüne Korridore und Parks entstehen. Der Effekt zeigt sich auf unseren Hitzekarten: Im Nationalgarten zum Beispiel ist es bis zu fünf Grad kühler als in anderen Stadtteilen – auch dank einem antiken Aquädukt, das den Garten bewässert und kühlt. In Zukunft wollen wir noch mehr Wasser in die Stadt zurückbringen.Woher denn?Es ist schwer zu glauben, aber durch Athen flossen einst Bäche und Flüsse, die heute überbaut oder zubetoniert sind. Darum arbeiten wir jetzt unsere hydrogeologische Geschichte auf. Ein weiteres Ziel ist, die Menschen in ihrem eigenen Zuhause besser zu schützen und die Energiearmut zu bekämpfen. Laut Schätzungen können etwa 20 Prozent der Athener ihre Stromrechnungen nicht bezahlen und sich somit auch keine Kühlsysteme leisten. Um ihnen zu helfen, haben wir mit den umliegenden Gemeinden eine Energie-Allianz gegründet. Bald werden wir auf Grundlage der neuen Volkszählung ganz genau wissen, wo jene Menschen leben, die am meisten gefährdet sind. Sie sehen, wie komplex die Lösungen für hitzebedingte Probleme sind.Was raten Sie Städten, die erst damit anfangen?Hitze ist kein One-Woman-Job. Man muss sie als horizontales Risiko begreifen, das alle städtischen Abteilungen und Departemente betrifft. Nur wenn man die Silos aufbricht und gemeinsam handelt, kann Hitzeprävention erfolgreich sein.Und wie lautet Ihr persönlicher Überlebenstipp?Immer eine Flasche Wasser bei sich haben. Wenn Hitze ein leiser Killer ist, dann ist Wasser die beste Antwort.Interview: Carole KochDer einzig wahre SommerhitDer Sound, der für diese Jahreszeit steht wie kein anderer, stürmt keine Hitparaden. Es ist der Gesang der Natur: Das Zirpen der Heuschrecken geht als Feriengefühl direkt in die Ohren, sogar in Nordschweizer Städten. Dort macht sich die zu dieser Insektenordnung zählende Feldgrille (die ohnehin eher im Frühling singt) allerdings gerade ebenso rar wie die Zikade, die man aus dem Süden kennt.Wer sie im hiesigen Hochsommer zu hören glaubt, lauscht wohl eher dem Grünen Heupferd (oder -hengst): Die Männchen locken zirpend Weibchen an, ehe sich beide Geschlechter im Balzgesang üben. Nun, von Gesang kann im Grunde nicht die Rede sein, das Sirren entsteht durch Aneinanderreiben verhärteter Vorderflügel oder gezähnter Hinterschenkel. Sei’s drum: Wenn abends die Schrecken musizieren, einfach das Fenster öffnen, die Augen schliessen und den Kopf leeren, bis sich die Seele mit Frieden füllt. Und am Ende kann es tatsächlich geschehen, dass man das Meer rauschen hört.Urs BühlerSalzig ist coolGut möglich, dass angesichts der andauernden Temperaturen Glace-Klassiker wie Schokolade, Vanille oder Pistazie bereits abgelutscht sind. Darum gilt: unkonventionelle Eissorten ausprobieren! Unsere Favoriten: Nina Fehr & Sonja SiegenthalerAndere Länder, andere Sitten: Kuriositäten aus dem Universum des SonnenschutzesThanaka (Myanmar)Die hellgelbe Paste wird aus der gemahlenen Holzrinde der Thanaka-Bäume hergestellt und von Jung und Alt wie Kriegsbemalung auf Gesicht und Körper aufgetragen. Die Crème schützt die Haut nicht nur vor UV-Strahlung, sondern wirkt zusätzlich kühlend, antibakteriell und hat einen porenglättenden Effekt.Lotusblätter im Gesicht (China)Auf Social Media machen Filme mit südchinesischen Jugendlichen auf Mopeds die Runde, die sich zwecks Sonnenschutz grosse Lotusblätter vor das Gesicht binden. Für den Durchblick schneiden sie zwei Löcher auf Augenhöhe, wo die Nase ist, prangt der kurze Stengel. Viraler Trend oder seriöser Schutz?Rote Ockerpaste (Namibia)Vor allem die Frauen des Himba-Stammes streichen sich einen Mix aus rotem Ockerstein und Butterfett auf Haut und Haare. Die Paste soll nicht nur vor Sonne schützen und Insekten fernhalten – ihre rötliche Färbung ist auch als Statussymbol zu verstehen, für Schönheit, Fruchtbarkeit und Reichtum.«Facekini» (China)Natürlich gibt es die UV-resistenten Gesichtshauben, «Facekinis» genannt, in Asien auch mit Katzenohren, für den Jö-Effekt. Zur Bewahrung der hellen Haut werden die Hauben zum Schwimmen und beim Wassersport montiert. Schliesslich gilt die noble Blässe in Teilen Ostasiens als Schönheitsideal.Wüstenschutzkleidung (Sahara)Das nordafrikanische Berbervolk der Tuareg ist bekannt für seine lockeren Baumwollgewänder. Die bodenlangen Kleider sind schwarz, weil die Farbe das Sonnenlicht reflektiert und trotzdem Luftzirkulation zulässt. Schwarz wärmt zwar aussen, schützt aber besser vor Hitzeaufnahme als etwa Weiss.Andrea BornhauserWarum laufen Männer mit nacktem Oberkörper durch die Stadt?An diesem Gehabe lassen sich verschiedene An- und Widersprüche unserer Zeit beobachten: 1. Leistung soll sich wieder lohnen! Hat man nicht für das Formen des muskelbepackten Torsos mit Gewichtheben und Proteinshakes ein paar bewundernde Blicke verdient? 2. Das Posieren ist eine Rückbesinnung auf den klassisch virilen Wert der körperlichen Stärke, mit der man in einer immer komplexeren Welt punkten will; man denke an Putin, den Vater aller Oben-ohne-Posen. KI kann keine Muskeln. 3. Die vom Klimawandel verursachte Hitze verlangt natürlich danach, Kleidernormen neu zu definieren. Die blossen Männerbrüste können also auch als eine Art Nackt-day-for-future gelesen werden. Hoffentlich wurde Sonnenschutz aufgetragen.Malena RuderAdieu, englischer Rasen!Zeitgemäss gärtnern tut man heute im klimafreundlichen Trockengarten.Jardins secs nennt man sie in Frankreich. Dort gelten Trockengärten längst als zukunftsfähige Antwort auf den Klimawandel. Der Schweizer Vincent Fehr, promovierter Ökologe und Gründer einer Zukunftsgärtnerei, sagt: «Statt auf durstigen Rasen, der während Trockenperioden verbrennt, setzen wir auf Pflanzen, die Hitze lieben.» Das ergebe rund ums Jahr einen pflegeleichten Garten, der fast ohne Giessen und Jäten auskomme und Struktur und Farbe für Mensch und Lebensraum für Tiere biete. Hier Fehrs Tipps: Persönlichen Gartenstil finden: Ob mediterraner Aromagarten, wilder Präriegarten, reichblühender Kiesgarten oder architektonischer Wüstengarten – die Gestaltungsvielfalt bei Jardins secs ist gross.Standort optimieren: Ein vollsonniger, gut durchlässiger Boden ist entscheidend. Schwere Böden mit Sand oder Splitt auflockern, auf Düngung verzichten.Trockenhelden wählen: Ob mediterrane Klassiker wie Lavendel, Zistrosen oder Brandkräuter, standfeste Präriestauden wie Sonnenhut und Federgras oder skulpturale Wüstenarten wie winterharte Agaven und Yuccas – je grösser die Vielfalt, desto besser.Zur richtigen Zeit pflanzen: Der Frühling ist der ideale Pflanzzeitpunkt. Nur in den ersten Wochen nach dem Setzen ist Giessen nötig.Mulchen nicht vergessen: Eine dicke Schicht aus Kies schützt den Boden vor Austrocknung und unterdrückt Unkraut.Und dann? Im Liegestuhl zurücklehnen, beobachten, wie der Garten von Jahr zu Jahr schöner wird – und erleben, wie er mit dem Klima arbeitet und nicht dagegen. Mehr Infos: florafutura.ch Verträgt die Hitze gut: Lavendel. Getty Images Nähe bei dieser Hitze?«Bei über 30 Grad gilt beim Sex: Weniger Reibung, mehr Kreativität. Wasser, Wind oder ein Ventilator können zu echten Lustverstärkern werden.»Dania Schiftan, klinische Sexologin und PsychotherapeutinMit extra scharfIch habe die Obsession mit Rahmsaucen nie verstanden, diese in Laktose ertränkte Langeweile, in der selbst frische Pilze fade versuppen. Wenn Tropentage zu etwas gut sind, dann dazu, dem Rahm den Kampf anzusagen und sich seinem Gegenspieler zuzuwenden: der feurig roten Chilischote.Sie trickst unser Gehirn aus, indem die Schärfemoleküle Capsaicin erst Hitze signalisieren, worauf unser körpereigenes Kühlsystem anspringt und mit Schweissbächen reagiert, die uns so wunderbar bis in die Unterhosen rinnen. Und so sitzen wir an diesen Hundstagen im ThaiImbiss vor unserem Teller Papayasalat extra scharf, während in uns drin ein Feuerwerk explodiert. Und wer noch nicht genug hat und nachladen will, kann in eine dieser neuen Gelaterie schlurfen, dort servieren sie Schokolade mit Chiliflocken und andere kalt-scharfe Varianten, die all die biederen Rahmglacen aber so etwas von abtrocknen (siehe auch Tipp Nr. 10).Sacha BatthyanySich verstecken: Zum Beispiel in diesen HideawaysEssen: Grotto Raffael, Losone, TessinDie Grotti (Höhlen) hatten ursprünglich den Sinn, Wein, Salami und Käse frisch zu halten. Dann kamen ein paar Tische für vorbeikommende Freunde dazu. Und nun sitzt man etwa im Grotto Rafael schon seit 150 Jahren an schweren Granittischen unter mächtigen Platanen und geniesst Risotto mit Pilzen, süsssauer eingelegten Fisch (pesce in carpione), hausgemachtes Erdbeertrauben-Sorbet und kühlen weissen Merlot.Hotel: The Capra, Saas-Fee, WallisAuf 1800 Metern Höhe wird es nur selten heiss, zudem hat das Hotel The Capra alpine Gemütlichkeit mit einem kühlen skandinavischen Look kombiniert. Das autofreie Saas-Fee liegt zwischen mehreren 4000er-Gipfeln, die zum Besteigen einladen. Man kann sich aber genauso gut für den Wellnessbereich des Hotels entscheiden und, ganz hartgesotten, sogar in die Sauna gehen.Wandern: vom Lauenensee zur Geltenhütte, Kanton BernVom Lauenensee zur Geltenhütte läuft man gut vier Stunden immer den Geltenbach entlang, der mit spektakulären Wasserfällen punktet – der höchste ist 180 Meter hoch. Ziel ist die Geltenhütte, eine Berghütte mit Terrasse, die mit robuster Bergmannskost und der Aussicht auf die vergletscherte Wildhorngruppe sowie das von Bächen und Kaskaden durchzogene Rottal lockt.Zusammengestellt von Patricia EngelhornÄrgernisse des Sommers Toi-Toi-Toiletten an Open Airs.Wenn Leute im Gespräch ihre Sonnenbrillen nicht ablegen.Sand auf dem Strandtuch, der am eingecremten Körper kleben bleibt.Menschen in Bus und Tram, die kein Deo benutzen.Sirrende, lahme Stubenfliegen in der Wohnung.Die Schweissträne, die im falschen Moment ins Auge rinnt.Immer mehr Regionen werden für Mensch und Tier unbewohnbar.Mattscheibe im Kopf.Dass Zecken jetzt auch auf 1200 Höhenmetern putzmunter Hunde (und Menschen) befallen.Städtische Mikro-Aggressionen: Hupen, Anschnauzen, Fluchen.Apéros an Stehtischen in der Mittagssonne und der vorprogrammierte Stich.Mayonnaise-Häppchen an Sommer-Events und die vorprogrammierte Salmonellose.Die eigene Hitze-Hässlichkeit bei Apéros: Schweissflecken am Kleid, Schweissperlen an der Oberlippe, verschmiertes Make-up.Kühlende LiteraturDiese Bücher sind nicht neu, aber allesamt Sommerferien erprobt. Am besten, man liest sie im Schatten.Drei Buchtipps für die Ferien: «Paradise Garden» von Elena Fischer Beim Lesen habe ich alles gespürt: Dankbarkeit, Euphorie, Trauer, Hoffnung. Billie ist 14 und lebt mit ihrer Mutter in einem Plattenbau. Es ist Sommer, Billie träumt vom Meer, nur fehlt das Geld. Mutter und Tochter sind Meisterinnen darin, es sich auch im Freibad schön zu machen. Zwischen den beiden ist eine Wärme, die alle Vorurteile über das prekäre Milieu widerlegt, in dem dieser Coming-of-Age-Roman spielt. Dann stirbt die Mutter. Und Billie muss erwachsen werden. Das Buch erinnert an «Tschick» von Herrndorf und ist ein grandioses Debüt.«Solange wir schwimmen» von Julie Otsuka Das besondere an Julie Otsukas Roman «Solange wir schwimmen» ist seine Perspektive: die Sicht eines Hallenbadbeckens. Hier ziehen täglich zahlreiche Menschen ihre Bahnen, alle mit Hoffnungen und Gedanken, manche gross, manche banal. Eine der Schwimmerinnen ist Alice, deren Erinnerung schwindet. Bis das Becken einen Riss bekommt – und alles aus den Fugen gerät. Das Buch liest sich, als würde man am Becken sitzen und dem crawlenden Fluss des Lebens zuschauen. Eine Meditation über die heilende Kraft der Routine.«Licht und Zorn» von Lauren Groff Ferien sind die Zeit für die grossen Erzählungen, und Lauren Groff ist darin eine Meisterin. Dieses Buch erzählt eine 24-jährige Ehe aus zwei Perspektiven - erst aus der Sicht des Mannes, dann aus der Sicht der Frau. Sie begegnen sich im College und führen ein schillerndes New Yorker Leben, in das man sich gern hineinträumt, um dann plötzlich die Härten und Nöte zu begreifen, die für Aussenstehende kaum sichtbar sind. Zunehmend erkennt man, wie radikal das Erleben sich unterscheiden kann, selbst innerhalb einer Ehe. Ausgesucht von Paula ScheidtLetzte Rettung: KlimaanlageFrüher mochte ich den Sommer in der Schweiz. Kirschbäume, Heuballen, See, hitzefrei ab 30 Grad – die Leichtigkeit des Seins. Heute erfüllt mich allein der Gedanke an die Hitze nur noch mit Schwere. Während andere Menschen beim ersten Sonnenstrahl promenieren und grillieren, leide ich. Und treffe ab Mai erste Vorkehrungen: Fensterläden zu, Ventilatoren an, Hunde-Kühlmatte ins Körbchen. Und seit ich am Zürichsee Würfelnattern angetroffen habe, ist Schwimmen auch keine Option mehr. Nur noch das heruntergekühlte Haus. Zwar ist es im Dunkeln kühler, aber es führt mich auch in eine bizarre Zeitlosigkeit voller ratternder Ventilatoren.Ab Juli wird es richtig hart. Mit den Tropennächten kommt der Horror: Atemnot, Ohnmachtsgefühle, Schwäche, Kopfweh. Sinkt mein Blutdruck, steigt die Panik. Das Einzige, was mich jetzt noch rettet: die Klimaanlage! Der blosse Gedanke an das wunderbar klobige Ding auf Rollen lindert meine Beschwerden. Im Schlafzimmer wartet meine Erlösung. Auf Knopfdruck. Stromkosten, Treibhausgas, CO2: alles egal. Es geht ums nackte Überleben.Zuza Speckert Ventilatoren und Klimaanlagen sorgen für die ersehnte kühle Luft. Getty Images Flucht nach oben: Fragen an die Betriebsleiter der Forschungsstation JungfraujochFrau Stöckli, Herr Furter, Sie sind Betriebsleiter der Forschungsstation auf dem Jungfraujoch: Soll, wer der Hitze entfliehen will, zu Ihnen rauf?Klar, kommt nur hoch! Wir heissen übrigens Sonja und Thomas, auf über 3000 Metern duzt man sich. Aber Achtung: Ihr seid nicht allein. Die Jungfraubahnen bringen pro Jahr über eine Million Besucher. Zwischen 10 und 15 Uhr wird es fast so eng wie am HB in Zürich.Wie warm ist es denn gerade?9 Grad am Schatten. Das mag erfrischend klingen, aber an der Sonne fühlt es sich an wie 25 Grad. Wir haben unsere Arbeitspause gerade in Shorts auf der Terrasse gemacht.Sollte es nicht schneien?Die Klimaerwärmung macht vor dem Hochgebirge nicht Halt, sie schreitet hier sogar doppelt so schnell wie im Flachland voran: weniger Schnee, dafür mehr dunkler Fels, der die Wärme noch stärker abstrahlt. Seit 1990 ist es hier 2 Grad wärmer geworden. Letzten Juli und August hatten wir nie Temperaturen unter 0 Grad – das ist schon ausserordentlich.Was kann man bei Ihnen oben denn so machen?Fotografieren, essen, Souvenirs kaufen. Man kann auch wandern. Die meisten Touristen bleiben nur für wenige Stunden. Wir betreiben die Forschungsstation, beherbergen Wissenschafter, schicken Messdaten runter an die Uni Bern oder zu Meteo Schweiz. Das Wetter beobachten wir mit blossem Auge. Es ist wechselhaft und ändert manchmal sehr schnell.Mehr Sonne als früher? Mehr Sturm?Nein, wir sehen da keinen klaren Trend.Was gibt es sonst an Höhenvorteilen?Die Aussicht, die Stille, die Bergdohlen. Und die Luft ist so sauber, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn Helikopter fliegen. Aber diese oder die PistenBullys ändern nichts daran, dass die Luft von Partikeln fast frei ist. Nur manchmal macht sich Saharastaub bemerkbar, dann werden die Feinstaubfilter gelblich.Das heisst, man atmet freier in der Höhe?Nicht unbedingt, in der Schweiz ist die Luftqualität überall gut. Einen körperlichen Effekt hat aber die Sauerstoffarmut der Luft, sie regt die Produktion roter Blutkörperchen an. Das hilft dann beim Ausdauersport.Führt es zu einem Hochgefühl?Nein, Tagesgäste kommen hier einfach schneller ausser Atem. Wir hingegen haben uns körperlich der Höhe angepasst.Gibt es auch Nebenwirkungen?Die UV-Strahlung ist brutal, einen Sonnenbrand bekommt man in fünfzehn Minuten. Und auch wenn wir manchmal in Shorts gehen: Es kann kalt werden. In den unterirdischen Gängen herrschen ohnehin Kühlschranktemperaturen. Sehr dezent ist auch das Nachtleben: keine Bars, keine Klubs, nur Sterne über dem Gletscher.Wollt ihr für immer da oben bleiben?Nein, wir sind ja zum Arbeiten hier, immer zwei Wochen am Stück, dann folgen zwei Wochen Pause. Und die freien Wochen können wir ja jederzeit auch wieder am Berg verbringen, dann aber ohne Pflichtenheft.Interview: Martin HelgFeuchte VorhängeSeit der Not in einer schrecklich heissen Sommernacht ist Folgendes mein Abendritual für tropische Nächte: Abends vor dem Schlafen schwenke ich meinen ganzen Schlafzimmervorhang einmal in der Kaltwasser-Badewanne, wringe ihn ordentlich aus und hänge ihn wieder vor das geöffnete Fenster. Ein bisschen umständlich, aber die Wirkung ist unschlagbar. Besonders dann, wenn ein leichter Wind durch die Stadt zischelt. Ins Bett geht es dann mit einer Tasse heissem Pfefferminztee wie in Marokko – der kühlt den Körper zusätzlich schön runter.Ulrike HugLeben aus der TascheDas packt die Moderedaktorin Jana Schibli ein für einen Badi-Tag: Grosses Strandtuch: damit ich in einer überfüllten Badi noch Platz zum Atmen habe.Sonnenschutz: ein Souvenir von den letzten Ferien, z. B. «Hawaiian Tropic».Cap: je unspektakulärer, desto besser, z. B. vom Touristenstand in Portugal mit der Aufschrift «Sport».Muster von einem teuren Shampoo, das ich mir nie kaufen werde. Derzeit «Apple Cider Detox Shampoo» von Fekkai.Schloss für das Kästli.Zerfledderte Ausgabe der «Vanity Fair», gekauft am Flughafen, gelesen häppchenweise über Monate.Sigg-Flasche zum Auffüllen mit Wasser, weil in Zürcher Badis Szenebar-Preise normal sind.Schwimmbrille, falls ich ernsthaft schwimmen will, was ich nie tue.Airpods, die ich nie benutze, weil ich lieber den Gesprächen anderer lausche.Aufblasbares Kissen - purer Luxus.Haarclip, an den Henkel der Tasche geklemmt, weil man das nun einmal so macht.Buch zum Beeindrucken: diesen Sommer z. B. «Butter» von Asako Yuzuki.Zweites Bikini, weil: Man weiss ja nie. Die besten Perspektiven des Sommers. Lisa Edi / Connected Archives Treffpunkt VelotunnelWer bei 30 Grad in die Pedale tritt, weiss den neuen Velotunnel unter dem Zürcher Hauptbahnhof zu schätzen: 440 Meter Schatten, Wind und Abkühlung. Der Tunnel befreit aber nicht nur Radelnde von ihrem Wärmestau, sondern erfrischt auch Klimaerschöpfte, die bei Hitze lieber unter als über der Erde weilen. Auf Instagram kursieren bereits Fotos von Picknicks im Beton und Neonlicht – etwa von einem Stadtplaner, der sich sonst für mehr Begrünung einsetzt, neuerdings aber sein Zmittag im grauen Velo-Parking auftischt.Sonja SiegenthalerTrends ignorierenKaum beginnt der Winter leicht zu schwächeln, spekulieren Medien schon wie wild: Welches Mixgetränk wird diesen Sommer zum Trend? Meist wird eine Spritz-Variante wie der «Hugo» gehypt, oft mit einer Komponente, deren Verkauf ein Spirituosen-Multi ankurbeln will. Man darf das Getöse getrost überhören: Wer den Sommer erleben will, braucht keinen Modedrink. Wer ihn aber überleben will, ist mit massenhaft Wasser am besten bedient. Das ist, vielleicht mit Zitrone, der Drink der Stunde, für Leute mit und solche ohne Alkohol im Blut.Urs BühlerDie Hitze umarmenDer Sommer ist das pure Glück. Das Glück ist eine Mischung aus nackter Haut, Schokoladenglace und warmen Nächten. Das dachte ich früher, wenn die Tage wieder länger wurden. Aber irgendwann ist kein Sommer mehr so wie früher. In Wahrheit ist der Sommer zu heiss, zu wenig aufregend, und wenn man lange am Boden liegt zum Lesen, wird es unbequem. Ich schlafe schlecht, und meine Gedanken ziehen fettige Fäden.Was es über den Sommer noch zu lernen gab, lernte ich letztes Jahr in Südfrankreich. Es waren die heissesten Stunden des Tages, früher Nachmittag. Wir waren gerade zurück von einer Velotour, zu der wir früh aufgebrochen waren. Jetzt stand die Hitze wie eine Wand. Es lähmte mich. Ich bewegte mich nur noch ganz langsam, zog mich aus und warf mich in den Pool im Garten. Als ich rauskam, glitzerte das Wasser am Körper. Ich schnappte mir ein Bier aus dem Kühlschrank beim Pool und legte mich neben meinen Freund auf einen Liegestuhl. Er döste. Die Grillen zirpten, sonst war es still. Ich nahm einen Schluck und dann einen zweiten. Ich atmete aus. Dann war da kein Wille mehr, keine Entscheidung, kein einziges Drängen. Ich gab mich der Hitze hin. Er ist es doch, dachte ich dann. Der Sommer ist das pure Glück.Rafaela Roth Pures Glück. Jillian Freyer / Connected Archives Hoch lebe der Pompeji-Wurm!Wenn es für tiefgründige Konversationen zu heiss wird, hier ein paar leichtere Fakten, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Der heisseste Planet ist die Venus mit Oberflächentemperaturen um 465 Grad CelsiusWenn Wassertropfen auf ab etwa 190 Grad Celsius heissen Oberflächen «tanzen», spricht man vom Leidenfrost-Effekt.Der Pompeji-Wurm ist das hitzeresistenteste Tier – er überlebt an heissen Tiefseequellen Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius.Ein Auto kann sich auf bis zu 75 Grad Celsius aufheizen – das ist heiss genug, um Kekse langsam zu backen. Oder Pizza aufzuwärmen.Die höchste jemals gemessene Oberflächentemperatur wurde 2005 in der iranischen Wüste Dasht-e Lut mit 70,7 Grad Celsius registriert.Sahara-Silberameisen können auf bis zu 60 Grad Celsius heissen Sandflächen laufen.Kamele fangen erst ab einer Körpertemperatur von 40 Grad Celsius an zu schwitzen.Zusammengestellt von Carole Koch«Schlafen Sie getrennt»Tipps von der Somnologin Dr. Esther Werth, Zentrum für Schlafmedizin OerlikonTipp 1: Weg mit dem Duvet!Die richtige Bett- und Nachtwäsche ist essenziell. Leichte, atmungsaktive Materialien ermöglichen die Luftzirkulation, leiten Feuchtigkeit ab und helfen so, die Körpertemperatur zu regulieren.Tipp 2: Tagesablauf anpassenTropennächte nehmen zwar zu, sind in unseren Breitengraden aber immer noch seltene Ereignisse. Für wichtige Tätigkeiten ist es daher ratsam, die kühleren Morgenstunden zu nutzen. Auch tagsüber kann Abkühlung gesucht werden, indem die Mittagspause verlängert, früher Feierabend gemacht und die Abendbrise genossen wird. Wohlbefinden trägt zu einem besseren Schlaf bei.Tipp 3: Dicht machenDie Fenster sowie Storen/Vorhänge in den der Sonne zugewandten Räumen sollten tagsüber unbedingt geschlossen bleiben, damit die Raumtemperatur möglichst wenig ansteigt. In der Nacht und/oder am frühen Morgen die Fenster öffnen, um die kühlere Luft durch die Räume ziehen zu lassen.Tipp 4: AbkühlhilfenEine temperierte Dusche am Abend steigert das Wohlbefinden und senkt die Hauttemperatur. Auch eine kalte Kompresse am Hals, auf der Stirn oder an den Arm- bzw. Fussgelenken hilft, einen Hitzestau zu reduzieren. Zusätzlich kann eine mit Eiswasser gefüllte Wärmeflasche mit ins Bett gelegt werden. Ein Ventilator fördert die Luftzirkulation. Ebenfalls wird empfohlen, in getrennten Zimmern zu schlafen, um jeweils eine zusätzliche Wärmequelle zu reduzieren.Interview: Nina FehrDer Notfall-LumpenImmer dabei habe ich ein Frottiertuch, das sorgt für Erfrischung, ohne dass ich auf Dinge wie einen Handventilator angewiesen bin oder mir den Weg in den sowieso schon überfüllten See bahnen muss. Mein Tuch ist leicht und klein, optimal für unterwegs. Bei einer Wasserquelle – die gibt es in der Schweiz glücklicherweise zuhauf – wird es immer wieder neu ausgespült. Auf Kopf, Gesicht, Nacken oder Beine gelegt, kühlt der Notfall-Lumpen den Körper sofort ab. Diese Methode habe ich entdeckt, als ich in einer Dachwohnung lebte: Die Nächte waren so unerträglich heiss, ich konnte kein Auge zutun. Der feuchte Lappen wurde dort gerne auch mal zum grossen Badetuch.Sonja SiegenthalerDie Action den Superhelden überlassenDie Klimaanlage im Multiplex-Kino sorgt für Abkühlung und diese drei Blockbuster für Unterhaltung. Zurücklehnen und Profis bei der Rettung der Welt zuschauen!3 Film-Tipps für den Sommer: «28 Years Later» von Danny Boyle Da sind sie wieder, die Zombies des Regisseurs Danny Boyle und des Drehbuchautors Alex Garland. Infiziert mit dem «Wut-Virus», sprinten sie anstelle der üblich stolpernden Untoten wie Sportler auf Steroiden. Dieser dritte Teil der Reihe wurde trotz 75-Millionen-Dollar-Budget grösstenteils mit dem iPhone 15 Pro Max gedreht. Teil 4, inszeniert von der Amerikanerin Nia DaCosta, startet dann bereits im Januar 2026.«Jurassic World Rebirth» von Gareth Edwards Da Jennifer Lawrence und Glen Powell keine Lust auf den siebten Teil der Dino-Reihe hatten, übernehmen nun Scarlett Johansson als Elitekämpferin und Jonathan Bailey als Wissenschafter die Mission, DNA-Proben der grössten Saurierarten zu Wasser, zu Land und in der Luft zur Herstellung neuer Medikamente zu besorgen. Gedreht wurde grösstenteils an realen Locations - die Dinos erweckten Top-CGI-Künstler zum Leben.«Superman» von James Gunn Nach umstrittenen Tweets wurde der Regisseur trotz dem Erfolg der «Guardians of the Galaxy»-Trilogie von Disney/Marvel entlassen. Nun kehrt er als Co-Chef der DC Studios zurück – mit einer neuen Superman-Adaption, in der der «Man of Steel», gespielt von David Corenswet, wieder einmal die Welt retten muss – zum ersten Mal unterstützt von seinem Hund Krypto, der ganz wie sein Herrchen Superkräfte hat. Ausgesucht von Jürg SturzeneggerGehobene Fächer-KommunikationMan könnte es als Notbehelf abtun, dass sich Menschen im Tram, im Café oder in der Badi plötzlich wieder Luft ins Gesicht fächeln, anmutig mit bunt verzierten Fächern, als wären sie Darsteller in einer höfischen Kostümklamotte. Oder man könnte es als Form der Gentrifizierung deuten. Nachdem der (Geld-)Adel den Wohnraum der Innenstädte erobert hat, kolonialisiert er nun das symbolsprachliche Ausdrucksrepertoire des Kultur- und Konsumproletariats.Umgekehrt haben wir es mit einer Selbstermächtigung des Fussvolks zu tun, das hier so zwanglos nach einem aristokratischen Distinktionswerkzeug greift wie damals, als plötzlich alle ihre Pseudo-Prada-Täschchen spazieren führten. Aber wahrscheinlich geht es um etwas viel Dringlicheres. Da Fächerhalterinnen eine freie Hand fehlt, um Botschaften in ihr Smartphone zu tippen, wird ihnen der Fächer zum Handyersatz. Über seinen gekrausten Rand hinweg und halb dahinter verborgen, verdienen sie sich mit freundlichen oder geheimnisvollen Blicken die Likes ihres Gegenübers, ganz analog und – wer weiss – ungeheuchelt. Mit etwas Glück lassen sich auf dieser Basis Dynastien gründen.Auf Social Media kursieren bereits Tutorials zur Semantik der Fächersprache – in der Tradition des 18. und 19. Jahrhunderts. Damals soll das Bedecken der linken Wange mit dem Fächer «Nein» bedeutet haben, das Darüberstreichen dagegen «Ich liebe dich». Und dann rückte man seinen Rücken gerade und hielt sich das soziale Wunderwerkzeug frontal vors Gesicht. Will sagen: «Folge mir.»Martin Helg Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
30 Tipps für über 30 Grad: Mit diesen Lifehacks überstehst du die Hitzetage
Es gibt Menschen, die Hitze lieben, andere wünschen sich schon den Herbst herbei. Unser Sommer-Dossier ist für alle – 30 smarte Tipps für Hitzetage über 30 Grad














