Ende kommender Woche soll das GKV-Spargesetz zur Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Für die Kliniken der Stadt könnte es gravierende finanzielle Folgen haben. Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) geht davon aus, dass im Zusammenspiel mit bereits beschlossenen Sparmaßnahmen insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro an Einnahmen fehlen werden.Um dies zu kompensieren, müssten laut BKG die Krankenhäuser zusammen viele Tausend Vollzeitkräfte abbauen. Längere Wartezeiten in Rettungsstellen und knappe OP-Termine könnten unter anderem die Folge sein. „Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung wäre gefährdet“, so BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner.Schon jetzt verfügen die meisten Kliniken in Berlin über keine finanziellen Reserven mehr. Die BKG rechnet mit Insolvenzen. Schon jetzt befinden sich etliche Häuser in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. So läuft beim Jüdischen Krankenhaus in Mitte derzeit ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Die Zukunft der einzigen jüdischen Klinik in Deutschland ist offen.Auch auf die kommunalen Konzerne Charité und Vivantes kommen enorme wirtschaftliche Belastungen zu. Das geht aus der Antwort des Berliner Senats auf eine Anfrage des Berliner BSW-Abgeordneten Alexander King hervor. Demnach könnte die Charité jährliche Erlösausfälle von bis zu 100 Millionen Euro verzeichnen, Vivantes von etwa 70 Millionen Euro.
Eine halbe Milliarde Euro weniger: Das bedeutet das GKV-Spargesetz für Berlins Kliniken
Charité und Vivantes alleine drohen 170 Millionen Euro weniger an Erlösen pro Jahr. Auch auf Berliner Praxen kommen harte Einschnitte zu. Leidtragende sind die Patienten, so Kritiker.







