»Graue Bärte«, so heißen die altgedienten Fachkräfte beim Autobauer Ford, die der Konzern erst entlassen hatte – um sie dann wieder einzustellen. Denn die künstliche Intelligenz, die deren Aufgaben übernehmen sollte, war ihnen schlicht nicht gewachsen. Eigentlich sollte sie, unter anderem bei Qualitätskontrollen, helfen, Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern.Wie die Finanzagentur Bloomberg berichtet, hatten Führungskräfte bei Ford jedoch angegeben, dass in den vergangenen Jahren mehr als 300 erfahrene Qualitätsprüfer wieder eingestellt wurden. »Künstliche Intelligenz ist ein fantastisches Werkzeug, aber sie ist nur so gut wie die Informationen, mit denen man sie trainiert«, erklärte Charles Poon, Vizepräsident für Fahrzeug-Hardware-Entwicklung, laut »Bloomberg«. »In den vergangenen Jahren haben wir der Erfahrung unserer versiertesten Ingenieure, die uns über viele Produktzyklen hinweg begleitet haben, nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie wir es hätten tun sollen«, sagte er.Noch vor einem Jahr hatte Ford-Chef Jim Farley beim Aspen Ideas Festival verkündet: »Künstliche Intelligenz wird buchstäblich die Hälfte aller Angestellten (im Original: White-collar worker) in den USA ersetzen. In einem anschließenden Gespräch mit dem US-Schriftsteller und Biografen Walter Isaacson warnte Farley: »KI wird viele Angestellte zurücklassen.« Viele Dinge würden »sehr hilfreich sein, aber viele Dinge werden auch wehtun«. Es stelle sich die Frage, was die Gesellschaft für diese Menschen tun könne, die von der Technologie abgehängt würden. Einen Plan dafür gebe es bisher nicht.