Das Märchen vom achtsamen Verlieren, in Coaching-Seminaren und von den Selbstoptimierungs-Blubberern im Buchhandel und im Netz verbreitet, geht so: Verlieren ist eine Chance, also ergreife sie mit beiden Händen. Du kannst daraus lernen. Du kannst daran wachsen. Der Tag wird kommen, an dem du dankbar dafür bist, dass dir damals die Traumfrau weggelaufen ist, du den Topjob nicht bekommen oder dir jahrelang das Hirn weggesoffen hast, denn es hat dich am Ende zu einem besseren, kompletteren Menschen gemacht. Wirkliches Verlieren dagegen geht so: „Das ist jetzt meine zweite WM, das zweite Mal reingeschissen.“ Wie Kai Havertz sehr schön sagte. Man kann es auch so ausdrücken, Verlieren ist ein reingeschissenes Gefühl.