Er ist gerade einmal 38 Jahre alt. In einem Alter also, in dem andere Trainer ihre Karriere erst so langsam beginnen. Julian Nagelsmann dagegen war bereits Cheftrainer bei der TSG Hoffenheim, bei RB Leipzig, beim FC Bayern München und ist aktuell Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Noch.Ein Wort, das bereits Jürgen Klopp zu Beginn des Turniers als Experte bei MagentaTV benutzte und für das er sich umgehend auch persönlich bei Julian Nagelsmann entschuldigte. Nach dem blamablen Turnier-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay aber könnten diese vier Buchstaben die Situation um Nagelsmann nicht treffender beschreiben. Der einstige deutsche Trainer-Komet droht aktuell schneller zu verglühen, als ihm lieb ist und er sich wohl selbst eingestehen will.

FC Bayern lässt sich Nagelsmanns Dienste viel kosten

Das liegt insbesondere an der bisherigen Karriere des Oberbayern. Die verlief lange in einem Tempo, das im deutschen Fußball einmalig ist. In Hoffenheim und Leipzig galt er als Wunderkind, als innovativer Taktikfuchs, der dem Spiel immer einen Schritt voraus war. Der FC Bayern ließ sich die Verpflichtung Nagelsmanns im Jahr 2021 sogar 25 Millionen Euro Ablöse kosten. Eine Summe, die den damals 33-Jährigen endgültig in den Status eines Ausnahmetrainers erhob.Beim deutschen Rekordmeister zeigte sich allerdings erstmals, dass auch das größte Trainertalent an Grenzen stoßen kann. Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verantwortlichen zunehmend Zweifel an ihrer Trainerwahl hatten. Im März 2023 trennten sich die Münchner überraschend mitten in der Saison von Nagelsmann. Die Begründung: Aus einer Mannschaft voller Weltklassespieler habe er zu wenig gemacht.