Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa und SID.Hier geht es zum Spielplan, hier zum deutschen Kader, hier zu einer Übersicht über die Spielorte und Stadien, hier zu einem Überblick über alle WM-Teilnehmer und hier zur Schwerpunktseite zur WM mit allen Texten der SZ.Alle Nachrichten und SZ-Geschichten zur WM erhalten Sie auch zweimal täglich mit unseren Newslettern „SZ am Morgen“ und „SZ am Abend“. Hier können Sie sich dafür anmelden.Wichtige UpdatesLahm kritisiert Zustand des deutschen FußballsDeutsche Spieler äußern sich zum "enttäuschenden Ende der Weltmeisterschaft"DFB-Präsident Neuendorf kündigt Aufarbeitung in den kommenden Tagen anBei Merz-Post soll ein Fehler passiert seinNeuers letztes DFB-Spiel, Rüdiger lässt Zukunft offenNagelsmann und deutsche Spieler im Münchner Regen gelandetBundestrainer Julian Nagelsmann ist nach dem Aus kommentarlos nach Deutschland zurückgekehrt. Am Flughafen München verließ der 38-Jährige das Gebäude bei strömendem Regen durch einen Hinterausgang – an einem Dutzend Journalisten vorbei, die vergeblich auf eine Stellungnahme warteten. Fans waren nicht gekommen. Im selben Flugzeug von Charlotte nach München saßen die Bayern-Profis Aleksandar Pavlovic und Jamal Musiala. Auch Musiala mied den Hauptausgang. Nur Pavlovic verließ das Terminal durch den Hauptausgang – ebenfalls ohne Kommentar. Nach dem frühen Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer offen. Der Deutsche Fußball-Bund will die Personalfrage erst nach dem Heimflug klären. Einen Rücktritt hatte Nagelsmann abgelehnt.Ein weiterer Teil der DFB-Reisegruppe war bereits am frühen Morgen in Frankfurt am Main gelandet. Unter anderem die Nationalspieler Angelo Stiller und Jamie Leweling vom VfB Stuttgart sowie Nagelsmanns Assistenztrainer Benjamin Hübner waren kurz nach ihrer Ankunft zu sehen, äußerten sich aber ebenfalls nicht mehr öffentlich zum frühen WM-Scheitern. Das war die Nacht – Frankreich fliegtSchweden stellte sich gar nicht mal so schlecht an. Doch, wirklich. Die Skandinavier hielten mit viel Laufarbeit und einem klugen System Frankreichs Supersturm fast 20 bis 25 Minuten lang vom eigenen Tor weg. Aber der Weltmeister von 2018 erhöhte schrittweise die Temperatur wie jemand, der bei einem Feuer immer noch einen Holzscheit nachlegen kann. Michael Olise verpasste das Tor des Turniers, als er einen Seitfallzieher vom Strafraumrand aus an den Pfosten setzte.Aber schließlich brach Schwedens Widerstand so folgerichtig wie ein Damm unter zu viel Wasserdruck. Kylian Mbappé mit seinen WM-Treffern 17 und 18, Bradley Barcola und ein erneut brillanter Olise spülten Schweden hinweg. „Bitte langsam“, antwortete Frankreichs Trainer Didier Deschamps nach der Partie in East Rutherford auf die Frage, wer Frankreich stoppen soll: „Es gibt immer Raum für Verbesserung.“ Noch sei „nicht alles golden“. Hätte Deutschland in Boston gegen Paraguay gewonnen, würden sie jetzt auf diese Angriffsmaschine treffen. Und es fehlt einem die Fantasie, was hätte passieren müssen, damit der blaue Superfavorit nicht auch das Team von Julian Nagelsmann aus dem Stadion geschossen hätte. So muss sich Paraguay am nächsten David-gegen-Goliath-Spiel versuchen. Immerhin haben sie gezeigt, dass sie dafür ein Talent haben. Auch Deutschlands Gruppengegner Ecuador ist raus: Dank der sehenswerten Treffer von Quinones und Jimenez setzte sich Gegner Mexiko verdient mit 2:0 durch und steht ebenfalls im Achtelfinale.Fifa-Schiedsrichterchef Collina: Entscheidung gegen deutsches Tor war korrektDie vieldiskutierte Entscheidung, ein vermeintliches Tor von Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht zu geben, war laut Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina korrekt. In einem Beitrag des Weltverbands schrieb der Italiener grundsätzlich über Situationen wie die in der Verlängerung des am Ende von Deutschland verlorenen K.-o.-Spiels. „Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden“, sagte Collina.Tah hatte Deutschland nach einer Ecke scheinbar zur 2:1-Führung geköpft. Doch dann griff der Videoschiedsrichter wegen eines Stoßes von Waldemar Anton gegen Paraguays Torwarts Orlando Gill ein. Nachdem der Unparteiische Jalal Jayed aus Marokko einen Hinweis aufs Ohr bekommen und sich die Aktion noch einmal angesehen hatte, entschied er zügig auf Foulspiel.Collina nannte Anton in seinen Ausführungen nicht beim Namen, sein Beitrag endete aber mit einem großen Foto von genau dieser strittigen Szene. Der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Gill wird dabei grafisch hervorgehoben.Den Schiedsrichtern sei empfohlen worden, besonderes Augenmerk auf bestimmte Situationen zu legen, die „im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können“, schrieb Collina. „Ein Beispiel hierfür ist, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern.“Zwar stelle das bloße Einnehmen oder Halten einer Position für sich genommen kein Foul dar. „Wenn ein angreifender Spieler jedoch kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen“, sagte Collina. „Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen.“Die Entscheidung war in Deutschland deutlich kritisiert worden. „Für mich ist das keine klare Fehlentscheidung vom Schiedsrichter“, sagte der als MagentaTV-Experte arbeitende Schiedsrichter Patrick Ittrich.Ecuadors Trainer hört aufSebastián Beccacece hat das Ende seiner Amtszeit als Nationaltrainer von Ecuador nach dem Aus im Sechzehntelfinale bekanntgegeben. „Die Ergebnisse geben den Ton an, und heute muss ich mich von einer wunderschönen, wunderbaren Familie verabschieden“, sagte de 45 Jahre alte Argentinier nach dem 0:2 im K.-o.-Spiel bei Mit-WM-Gastgeber Mexiko. Er verabschiede sich aber mit „großer Dankbarkeit, großer Gelassenheit und innerem Frieden, denn wir haben alles gegeben“. Gegen die Mexikaner war Ecuador vor allem in der ersten Hälfte klar unterlegen und lag nach einer guten halben Stunde bereits 0:2 zurück. Qualifiziert hatte sich Ecuador für die Runde der besten 32 überhaupt erst durch den 2:1 Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland. „Es ging darum, das Ziel zu erreichen, das wir uns gesetzt hatten. Nun ja, so ist der Fußball eben“, meinte Beccacece: „Ich denke, dass wir ein Erbe hinterlassen. Es war ein großartiges Abenteuer mit einem bittersüßen Ende.“ Er hatte den Posten im August 2024 übernommen. „Ich werde nun erstmal Zeit mit meiner Familie verbringen, mich erholen und zurückschauen, w Deutsche Spieler trauern und verabschieden sichTeils emotional und ausführlich, teils kurz und knapp sind die deutschen Fußballer vor ihrem Abflug in den Urlaub ein letztes Mal auf ihre Fans zugegangen. „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt“, schrieb beispielsweise Deniz Undav bei Instagram: „Mehr gibt es gerade nicht zu sagen. Danke für diese Chance.“ Nach und nach haben die Spieler das WM-Camp in Winston-Salem am Dienstag Ortszeit verlassen, das Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) ist aber noch lange nicht verarbeitet. „Wir sind mit großen Träumen gekommen, haben als Mannschaft alles gegeben, und dennoch war es nicht genug“, schrieb Florian Wirtz. „Es wird Zeit brauchen, aber wir kommen wieder.“ Nick Woltemade hatte nach einem Turnier auf der Bank gegen Paraguay seinen Elfmeter verschossen. „Ehrlich... dass meine erste WM so zu Ende geht, trifft mich hart“, postete er. „Ich wollte Verantwortung übernehmen, und ich habe Verantwortung übernommen. Das bedeutet aber gleichzeitig, mit den Konsequenzen leben zu müssen – auch wenn es weh tut. Danke für eure vielen aufbauenden Worte.“ Auch Fehlschütze Kai Havertz sprach von einem „enttäuschenden Ende der Weltmeisterschaft. Als Team tut es uns unheimlich leid, dass wir die Erwartungen der Nation nach einem so positiven Start nicht erfüllen konnten.“ Felix Nmecha nannte die Gelegenheit, für Deutschland eine WM zu spielen, „eine unglaubliche Ehre“. Lahm kritisiert Zustand des deutschen FußballsWeltmeister-Kapitän Philipp Lahm hat nach dem deutschen Debakel grundlegende Mängel benannt. „Generell fehlt uns schlicht eine Idee: Wie wollen wir Fußball spielen?“, schrieb der 42-Jährige in seiner WM-Kolumne für den kicker nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. „Wir verändern System und Aufstellung, dann geht die Klarheit abhanden. Früher hatten wir die“, klagte Lahm: „Wer sind die acht Spieler, die in der Verantwortung stehen? Die anderen Top-Nationen haben sie.“Seine ernüchternde Bilanz nach der dritten enttäuschenden WM in Folge seit dem Triumph von Rio 2014: „Man hat keine Entwicklung der Mannschaft im Turnier gesehen. Keine Fortschritte. Keine Idee, wie sie agieren, wie sie zu Torchancen kommen, wie sie den Gegner vom eigenen Tor fernhalten will. Ich habe nie eine Mannschaft gesehen, die miteinander agiert.“ 2014 habe es „sechs, sieben“ Führungsspieler gegeben. „Diese natürliche Hierarchie gibt es jetzt nicht mehr. Ein Miteinander vermisse ich seit Jahren. Es wurde viel gewechselt, was nicht geholfen hat, auch den Spielern nicht.“Mit Blick auf die Zukunft forderte er: „Wir brauchen wieder mehr Klarheit, wie wir Fußball spielen wollen. Wir brauchen ein Bewusstsein fürs Verteidigen, als Mannschaft und in Eins-gegen-eins-Situationen. Jeder Zweikampf muss gesucht werden, als wäre er der letzte.“ Zusätzlich zu dieser Einstellung müsse man „eine Mannschaft entwickeln und diese nicht durch System- und Personalveränderungen immer wieder verändern“. Koeman tritt nach WM-Aus zurückRonald Koeman ist nach dem frühen WM-Aus der Niederlande als Bondscoach zurückgetreten. „Wir alle haben von einer Weltmeisterschaft geträumt, bei der wir Geschichte schreiben würden. Das ist nicht gelungen. Niemand ist darüber enttäuschter als ich“, schrieb der 63-Jährige am Dienstagabend und damit weniger als 24 Stunden nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Marokko bei Instagram.Die Niederlande waren am Montag (Ortszeit) im mexikanischen Monterrey im Elfmeterschießen gescheitert, ihr Ziel war mindestens das Halbfinale. „Als Nationaltrainer trägt man diese Verantwortung. Die habe ich immer gespürt und werde sie auch immer spüren“, schrieb Koeman, der Oranje von 2018 bis 2020 und seit 2023 in zwei Amtszeiten trainierte.Neben dem Sportlichen führte er jedoch auch einen privaten Grund für seinen Rücktritt an. „Wenn jemand, den man von ganzem Herzen liebt, einen schweren Kampf ausfechtet, verändert sich die eigene Perspektive. Meine Frau Bartina hat mich trotz ihrer eigenen Krankheit jeden Tag unterstützt und ermutigt, meine Arbeit als Nationaltrainer zu Ende zu bringen. Dafür bin ich ihr dankbarer, als ich es jemals in Worte fassen könnte“, schrieb Koeman.Deutsche Spieler äußern sich zum "enttäuschenden Ende der Weltmeisterschaft"Nach dem frühen Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft haben sich die ersten Nationalspieler mit entschuldigenden Worten an die Fans gewandt. Stürmer Deniz Undav schrieb am Tag nach der bitteren Niederlage gegen Paraguay bei Instagram: „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.“Nick Woltemade, der seinen Versuch im Elfmeterschießen vergeben hatte, sprach von einem besonders schmerzhaften Ende seiner WM-Premiere. „Ehrlich... dass meine erste WM so zu Ende geht, trifft mich hart“, schrieb der Offensivspieler. Die Mannschaft sei den eigenen Ansprüchen und den Erwartungen nicht gerecht geworden. „Jetzt müssen wir ehrlich analysieren, warum es nicht funktioniert hat.“Er habe Verantwortung übernehmen wollen und dies auch getan. „Das bedeutet aber gleichzeitig, mit den Konsequenzen leben zu müssen - auch wenn es weh tut.“ Zugleich bedankte sich Woltemade für die vielen aufbauenden Nachrichten der Fans.Ähnlich betroffen reagierte Kai Havertz. „Ein enttäuschendes Ende der Weltmeisterschaft. Als Team tut es uns unheimlich leid, dass wir die Erwartungen der Nation nach einem so positiven Start nicht erfüllen konnten und unser Turnier bereits so früh zu Ende ist“, schrieb der Angreifer. Er hatte das zwischenzeitliche 1:1 erzielt, verschoss im Elfmeterschießen aber ebenfalls. US-Minister bejubelt Iran-Aus – Verband reagiert empört Mit seinem Jubel über das Vorrunden-Aus Irans bei der WM hat Markwayne Mullin, Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump, den iranischen Fußball-Verband weiter verstimmt. „Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen“, hatte der Homeland Security Secretary gesagt. Er sei sehr glücklich gewesen, als sie die Visa der Iraner widerrufen hätten „und ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt“, sagte Mullin.Die iranische Nationalmannschaft musste wegen Einreisebeschränkungen für jedes Spiel aus dem WM-Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte nur für kurze Zeiträume vor und nach den Spielen in den Vereinigten Staaten bleiben. Spieler und Verantwortliche hatten deswegen von einer klaren Benachteiligung gesprochen. Iran hatte den Einzug in die K.-o.-Runde knapp verpasst.Der Fußball-Verband Irans kritisierte die Äußerungen von Mullin, zeigte sich aber nicht überrascht. „Iraner sind die schlechten Behandlungen und Lügen von US-Offiziellen gewohnt, deshalb ist niemand in Iran überrascht von diesen feindlichen Äußerungen“, hieß es in einem Verbandsstatement. Die USA würden damit ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass sie die zu erwartenden Anforderungen an eine Gastgebernation nicht erfüllen würden. NewsdeskDFB-Präsident Neuendorf kündigt Aufarbeitung in den kommenden Tagen anDer Deutsche Fußball-Bund (DFB) spielt in der Bundestrainer-Frage nach dem neuerlichen WM-Desaster vorerst auf Zeit, die Luft für Julian Nagelsmann aber wird dünner. „Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte Präsident Bernd Neuendorf in einer DFB-Mitteilung rund 16 Stunden nach dem blamablen 3:4 i.E. im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.Er habe nach dieser „bitteren Niederlage“ und dem Ausscheiden bei der WM „noch länger mit Bundestrainer Julian Nagelsmann und der sportlichen Leitung um Andreas Rettig und Rudi Völler zusammengesessen“, berichtete Neuendorf und verkündete: „Wir sind uns einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht unseren Ansprüchen genügt.“ In den kommenden Tagen werde man „gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern, weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht hat abrufen können und ihren eigenen und den Erwartungen Fußball-Deutschlands nicht gerecht geworden ist“. Ein Weiter so mit Nagelsmann schließt Neuendorfs Satz vom Übergang zur „Tagesordnung“ aber praktisch aus.Nagelsmann, der das Amt im September 2023 übernommen hatte, steht noch bis zur EM 2028 unter Vertrag. Bei der Heim-EM 2024 war er mit der DFB-Auswahl im Viertelfinale am späteren Europameister Spanien gescheitert (1:2). In der Nations League erreichte die Nationalelf danach erstmals das Final Four, Platz vier war aber ebenfalls enttäuschend. Das dritte frühe WM-Aus in Serie ist nun der Tiefpunkt.Bei Merz-Post soll ein Fehler passiert seinFriedrich Merz hat den Post zum Weltmeisterschafts-Aus der deutschen Nationalmannschaft, der ihm viel Ärger und Kritik eingehandelt hat, offenbar vorab weder abgesegnet noch überhaupt gesehen. Bei der Veröffentlichung des Tweets auf der Plattform X sei ein Fehler passiert, heißt es aus dem Umfeld des Bundeskanzlers. Geschehen sei das aufgrund eines Versehens. Im offiziellen Account des Kanzlers war nach der deutschen Niederlage gepostet worden: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, @DFB_Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Im Netz war Merz daraufhin vielfach vorgeworfen worden, das fußballerische Debakel schönzureden. Auch Zweifel an seinem Realitätssinn wurden laut. Kritiker fühlten sich in ihrer Annahme bestätigt, Merz sehe auch die Lage im Land nicht so wie sie ist. Darin liegt die politische Brisanz des Vorgangs. Stunden nach dem ersten Post schob das Merz-Team auf dem X-Account wohl auch deshalb nach: „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“ Das gebe die eigentliche Meinung von Merz wieder, hieß es aus seinem Umfeld. Wortmeldungen auf X werden üblicherweise nicht von Merz selbst verfasst. Allerdings sollen Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Posts die Haltung des Kanzlers korrekt wiedergeben. Durch ein Versehen sei das diesmal nicht passiert, hieß es.Wo war die deutsche Offensive? In einer deutschen Mannschaft, bei der nicht viel gewiss war, konnte man sich eigentlich darauf einigen, dass sie über eine potente Offensive verfügt. Doch bei diesem Turnier mangelte es auch dort an Kreativität und Durchschlagskraft. Warum haben Wirtz, Musiala und Co. nicht besser funktioniert? Mit dieser Frage beschäftigt sich SZ-Sportchef Claudio Catuogno noch einmal. Lesen Sie hier seine Analyse: Kimmich hat vor der Katastrophe gewarntJoshua Kimmich musste schon das frühe Ausscheiden bei der WM 2018 und beim Turnier 2022 verkraften – beides nahm ihn jeweils sichtlich mit. Die Sorgen der Beobachter nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay galten deswegen speziell dem Kapitän. Ein Fußballer, von dem alle wissen, dass er Niederlagen besonders schwer wegsteckt. Wie also hat Kimmich diesen desaströsen Fußballabend aufgenommen? SZ-Reporter Philipp Schneider hat sich mit der Rolle des Kapitäns nach dem Desaster eingehend beschäftigt: Schuldgefühle? Nicht bei NagelsmannWie geht es nach dem frühen Aus für Julian Nagelsmann weiter? SZ-Reporter Philipp Selldorf war in Boston bei dessen Pressekonferenz nach dem Scheitern im Sechzehntelfinale. Seine Beobachtung: „Die anwesenden Reporter brauchten sich bald auch keine Sorgen mehr um ihr Taktgefühl zu machen, denn sobald Nagelsmann das Wort ergriff, sprach und klang er nicht viel anders, als hätte er ein besseres Bundesligaspiel verloren. Er dozierte über Fußballspezifisches, Paraguays lange Bälle, die Probleme beim eigenen Flügelspiel und die Fehler der Deckung beim 0:1, als aus der Überzahl im eigenen Strafraum eine Unterzahlsituation entstand, und das war zwar alles sehr lehrreich und hochinteressant, aber dem just erlittenen, kompromittierenden WM-Rauswurf der deutschen Mannschaft überhaupt nicht angemessen. Es wirkte so, als würde Nagelsmann dieses Scheitern bloß als Zwischenfall ansehen. Zumal er unerschütterlich keine Zweifel daran ließ, im Dienst bleiben zu wollen.“Wie der DFB mit Sportdirektor Rudi Völler zu Nagelsmann steht und wie Jürgen Klopp als möglicher Nachfolger sich einfügt, können Sie hier lesen: „Blamage“ und „Desaster“: Ex-Nationaltrainer Klinsmann ist verärgertDer frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat deutliche Worte für das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay gefunden. „Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat“, sagte Klinsmann in einem Interview bei ESPN. Das Ergebnis stürze den deutschen Fußball in ein „riesiges Loch“.Alles müsse nun auf den Prüfstand gestellt werden, sagte der 61-Jährige. „Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden. Natürlich wird es Konsequenzen geben, was auch immer diese Konsequenzen sein mögen.“ Die Mannschaft habe „schlampig“ gespielt und sei „nicht energisch, nicht entschlossen und nicht aggressiv genug“ gewesen. Die Art und Weise des Ausscheidens sei „äußerst enttäuschend“, sagte Klinsmann.Zur Frage nach der Verantwortung von Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte Klinsmann, diese liege nicht bei einer einzelnen Person. „Die Verantwortung liegt bei allen – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler, der in diesen 26-Mann-Kader berufen wurde. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen.“ Die Mannschaft habe „definitiv ihr Gesicht verloren“ und müsse die Schuld bei allen Beteiligten suchen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
WM 2026: Bundestrainer Nagelsmann und Spieler in München gelandet
Julian Nagelsmann kehrt mit Musiala und Pavlovic nach Hause zurück. Der ehemalige Weltklassereferee Collina findet, Tahs Treffer gegen Paraguay sei zu Recht aberkannt worden. Bei den Niederlanden und Ecuador treten die Nationaltrainer zurück.














