Wer sich ein Bild von der Tragödie machen will, die sich im Norden Venezuelas gerade ausbreitet, muss nur einen Blick in eine der Vermisstenkarteien werfen. Mehr als 57 000 Menschen sind dort mit Namen verzeichnet, manche mit Fotos. Sie zeigen Frauen und Männer, ganz junge und sehr alte Leute, mitten im Leben. Sie stehen vor einer Kneipe oder feiern bei einem Familienfest. Jetzt wurden sie möglicherweise jäh aus dem Leben gerissen und liegen begraben irgendwo unter dem ganzen Geröll.