Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat angekündigt, möglichst rasch nach Venezuela zurückzukehren, um den Venezolanern bei der Bewältigung der Erdbebenkatastrophe beizustehen. In einem Video wandte sie sich am Montag von Panama aus an die Öffentlichkeit und warf der Regierung in Caracas vor, ihre Einreise zu blockieren. Das Regime habe den Luftraum geschlossen, um sie aufzuhalten, sagte Machado. Doch sie werde alles tun, um sich den Venezolanern im Land anzuschließen.Nicht nur Machado wurde die Einreise nach Venezuela verwehrt. In den vergangenen Tagen mussten auch mehrere Rettungsteams ihre Einsätze in Venezuela absagen, da sie keine Einreisefreigabe erhielten. Betroffen war ein gemeinsames medizinisches Notfallteam von ISAR Deutschland, an dem auch österreichische Spezialisten sowie der Samariterbund beteiligt waren. Es gibt Dutzende Berichte von Hilfsorganisationen, deren Arbeit im Katastrophengebiet in den vergangenen Tagen behindert oder blockiert wurde.Am Montag meldete die Studentenbewegung der Universidad Central de Venezuela, die eine der größten Spendenaktionen des Landes koordiniert, die Beschlagnahmung von sieben Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern, die sich auf dem Weg aus dem Bundesstaat Bolívar nach Caracas befanden. In den vergangenen zwei Tagen war auch den Medien der Zugang zum Katastrophengebiet im Bundesstaat La Guaira verwehrt. Die venezolanischen Behörden verwiesen auf sanitäre Gründe. Zuvor wurden Journalisten registriert und mit Bussen der Regierung in das Gebiet gefahren.300 Millionen Dollar von den USADie Vorfälle zeigen, wie bemüht die venezolanische Regierung ist, die alleinige Kontrolle über die Hilfsmaßnahmen im Land und über den Nachrichten- und Informationsfluss zu behalten. Gleichzeitig hat Venezuela nicht die Kapazitäten, um die Krise allein zu bewältigen. Die Bergungen von Überlebenden, die in den vergangenen Tagen aus den Trümmern gerettet werden konnten, waren den ausländischen Rettungsteams zu verdanken. Derweil beruht die humanitäre Hilfe derzeit größtenteils auf den Spenden der venezolanischen Bevölkerung. Ohne Unterstützung aus dem Ausland droht Venezuela nach dem Erdbeben zusätzlich eine humanitäre Katastrophe.Eine scheinbar reibungslose Kooperation gibt es mit den Vereinigten Staaten. US-Militäreinheiten stehen im Katastrophengebiet im Einsatz, wo sie an Reparaturarbeiten rund um den Internationalen Flughafen sowie den Seehafen von La Guaira beteiligt sind, wie das amerikanische Südkommando am Sonntag mitteilte. Amerikanische Hubschrauber waren am Wochenende im Katastrophengebiet zu sehen. Die USA haben Venezuela nach dem verheerenden Erdbeben Hilfsgelder in Höhe von mehr als 300 Millionen Dollar zugesagt und damit die zuvor angekündigten Hilfen von 150 Millionen Dollar verdoppelt. Damit sollen laut dem Außenministerium medizinische Notversorgung, Nahrungsmittelhilfe, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen, Unterkünfte, Schutzmaßnahmen sowie logistische Unterstützung gewährleistet werden.Im Katastrophengebiet schwindet derweil die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden. Gleichzeitig steigt die Zahl der bestätigten Todesopfer, die am Montag bei 1719 lag, wie Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Montag mitteilte. Mehr als 5000 Personen wurden verletzt und 15.000 verloren ihr Obdach. Zehntausende werden vermisst, weshalb Fachleute von einer ähnlich hohen Opferzahl ausgehen.
María Corina Machado will nach Erdbeben nach Venezuela zurück
Die Oppositionelle sagt, sie will den Menschen vor Ort nach der Naturkatastrophe beistehen. Der Regierung wirft sie vor, sie nicht ins Land zu lassen.













