Der Technologiekonzern Siemens investiert weitere 300 Millionen Euro an deutschen Standorten und will bis zum Jahr 2030 hierzulande 700 neue Arbeitsplätze schaffen. An diesem Mittwoch wird das Unternehmen seine Investitionspläne für Frankfurt und den Bau eines Werks im benachbarten Offenbach bekannt geben. Ziel ist es nach Angaben von Siemens, die Fertigung von Schlüsseltechnologien für die globale Energiewende und Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz (KI) deutlich auszuweiten. Mit dieser strategischen Investition reagiere Siemens auf die massiv steigende Nachfrage – und baue seine Rolle als Partner weltweit führender Cloud- und KI-Unternehmen weiter aus.„Ob Rechenzentren, Elektromobilität oder industrielle Automatisierung – die Nachfrage nach intelligenter Elektrifizierung wächst weltweit“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Roland Busch. Um die Nachfrage zu bedienen, baue Siemens einen Standort aus, der schon heute für außergewöhnliche Flexibilität und höchste Variantenvielfalt stehe. „Denn Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo Technologie, Know-how und die Erfahrung der Menschen zusammenkommen, um für Kunden die besten Lösungen zu liefern. Genau das macht diesen Standort stark – und ist der Grund, warum wir weiter hier investieren“, bekannte sich Busch zum Standort Deutschland.Profitable Sparte mit neuem ChefMit dem Ausbau der Fertigungsstandorte in Deutschland macht Siemens nach eigenen Angaben nun einen weiteren Schritt, um die weltweite Versorgung mit elektrischen Schaltanlagen zu sichern. Die Investition ist dem Bereich Smart Infrastructure zuzuordnen. Diese Sparte ist für Elektrifizierung und intelligente Gebäudetechnik zuständig und hat sich in den vergangenen Jahren als profitabler Wachstumsbereich bewiesen.An diesem Mittwoch übernimmt Peter Körte, bislang Strategie- und Technologievorstand, die Verantwortung für den Bereich von dem in den Ruhestand tretenden Matthias Rebellius. Die Investition in Frankfurt und Offenbach ist schon länger geplant gewesen, doch freut sich Körte über dieses „Antrittsgeschenk“. Der Markt für Datenzentren boome mit Wachstumsraten weit über zehn Prozent, sagte er. Die nächste Generation von Rechenzentren entstehe gerade. Damit meint Körte KI-Fabriken, die nur eines produzierten: Intelligenz. Er spricht von industriellen Großanlagen mit einem riesigen Strombedarf.„Dazu brauchen wir Schaltanlagen der nächsten Generation. Das technische Herzstück für die künftigen Superhirne der Industrie. Und die bauen wir hier in Frankfurt“, betonte Körte, der neben dem für Industrieautomatisierung und -software zuständigen Cedric Neike als einer der möglichen Nachfolger von Busch gilt. Dessen Vertrag endet im Jahr 2030. Die neue Investition ist Teil einer globalen Kapazitätserweiterung: Schon im März 2026 hatte Siemens ein Investment von 165 Millionen Dollar in seine Werke in den Vereinigten Staaten bekannt gegeben, um dort das schnelle Wachstum von KI und Rechenzentren zu unterstützen.Engagement für DeutschlandIn Offenbach plant Siemens ein neues Zulieferwerk, die beiden bestehenden Werke in Frankfurt sollen ausgebaut werden. Die Baumaßnahmen starten im Juli 2026, die Produktion im Zulieferwerk beginnt ab Frühjahr 2027. Konzernchef Busch unterstreicht mit der weiteren Investition sein Bekenntnis zum Standort Deutschland. Im Sommer 2025 hatte er zusammen mit dem Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing die „Made for Germany“-Initiative angestoßen, der sich 134 Unternehmen mit gemeinsamen Investitionen von 800 Milliarden Euro angeschlossen haben.Im Jahr 2023 hatte Siemens schon ein Investitionsprogramm von zwei Milliarden Euro angekündigt. Davon war eine Milliarde Euro für Deutschland vorgesehen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 (per 30. September) beliefen sich die konzernweiten Investitionen auf 2,9 Milliarden Euro, davon entfiel knapp ein Drittel auf Deutschland. In Erlangen baut Siemens für 500 Millionen Euro einen Technology Campus. Als weiteres Leuchtturmprojekt wertete Busch im Rahmen von „Made for Germany“ die Siemensstadt Square in Berlin-Spandau, wo Produktion, Forschung, Lernen, Wohnen und Leben an einem Ort vereint werden sollen.Hier trägt Siemens nach eigenen Angaben 750 Millionen zu den Gesamtinvestitionen von 4,5 Milliarden Euro bei. Anfang der Woche wurde zwei Jahre nach der Grundsteinlegung das Richtfest für das Atriumgebäude und das Hochhaus der Siemensstadt gefeiert. In Amberg wird Siemens 200 Millionen Euro in den Bau einer intelligenten Fabrik investieren.
Wegen KI: Siemens schafft 700 Arbeitsplätze in Deutschland
Der Technologiekonzern rüstet seine beiden Werke in Frankfurt auf und errichtet im benachbarten Offenbach ein neues Werk. Damit soll der steigende Bedarf von Rechenzentren bedient werden.







