Erst vor wenigen Tagen wurden die möglichen Sparpläne bei Volkswagen mit bis zu 100.000 Stellen bekannt. Nun zeigt eine neue Unternehmensumfrage, dass der Trend weit über den Autobauer hinausreichen könnte: Viele deutsche Industrieunternehmen wollen künftig verstärkt im Ausland investieren und dort neue Arbeitsplätze schaffen. Droht auch Ostdeutschland dadurch die nächste Abwanderungswelle?
Die Strategieberatung Horváth befragte dafür gemeinsam mit dem Handelsblatt 1000 Unternehmen zu ihrer Strategie bis 2030. Das Ergebnis: 60 Prozent der Firmen planen einen weiteren Stellenabbau in Deutschland. Neue Arbeitsplätze sollen dagegen vor allem in Indien, China, Nordamerika sowie anderen Wachstumsregionen entstehen.
In Deutschland wollen dagegen nur noch 16 Prozent der Unternehmen ihre Beschäftigung ausbauen. Gleichzeitig wollen viele Unternehmen Produktion, Forschung und Entwicklung stärker international aufstellen. Als Folge dessen könnten nach Berechnungen auf Grundlage der Studienergebnisse allein 2026 bis zu 100.000 weitere Industriearbeitsplätze wegfallen.
Ökonom Ragnitz: Ostdeutsche Betriebe anfälliger für Verlagerungen
Der Osten Deutschlands galt für viele Unternehmen lange als heimische Alternative zu Osteuropa, wenn es um günstigere Arbeitskräfte und niedrigere Produktionskosten ging. Auch wenn die ostdeutsche Wirtschaft zuletzt etwas stärker gewachsen ist als die westdeutsche, könnte das die Region jedoch nicht vor einer neuen Abwanderungswelle bewahren.










