Ruhe statt Unruhe, Kollektiv statt Neymar – die Wende der Seleção im Nervenspiel gegen Japan trägt die Handschrift von Carlo Ancelotti.

In der Ruhe liegt die Kraft – selbst bei Casemiros Torjubel

dpa/picture alliance

Einmal musste Carlo Ancelotti dann doch lächeln an diesem Nachmittag in Houston nach dem Sieg seiner Brasilianer gegen Japan. Da sagte der brasilianische Reporter, dass er sich an Real Madrid und eine Nacht im Bernabéu-Stadion erinnert fühlte. Ancelotti, der den Großteil der Pressekonferenz mit dem ihm eigenen ausdruckslosen Gesicht und hochgezogener Augenbraue absolviert hatte, wirkte für einen Moment ehrlich gerührt über den Vergleich mit jenem Klub, bei dem er als Trainerlegende in die Geschichte einging.

So stabil und abgezockt wirkten diese Brasilianer im Sechzehntelfinale gegen Japan, dass das vielleicht nicht mal viel zu hoch gegriffen war. „Wir sind stark und zufrieden“, erklärte Brasiliens Coach gleich wieder nüchtern. Und auf die Frage, ob er so viel gelitten habe wie die Re­por­te­r:in­nen und Fans auf den Rängen: „Ich habe weniger gelitten. Ich war zuversichtlich.“