1985 bewiesen britische Forscher die Existenz des Ozonlochs. Durch die Öffnung in der schützenden Ozonschicht um die Erde treffen verstärkt ultraviolette Strahlen auf die Oberfläche des Planeten. Als Ursache für den Abbau der Ozonschicht gelten Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW. Doch nun zeigt eine Studie, dass die Ozonschicht schon vor der Verbreitung von FCKW dünner geworden ist – Ursache dafür sei eine andere Industriechemikalie namens Tetrachlomethan (CCl4) gewesen, heißt es.
Diese Substanz wurde als Lösungsmittel genutzt, lange bevor FCKW in Kühlanlagen und Sprühdosen weitverbreitet waren. »Aus Lehrbüchern wissen wir, dass FCKW zum Ozonabbau führen«, sagt der Erstautor der Studie Jian Guan vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. »Es stellte sich jedoch heraus, dass eine andere Verbindung den Ozonabbau viel früher verursachte als FCKW. Das war eine große Überraschung.«
Tetrachlormethan sei bereits ab 1914 in den USA als industrielles Lösungsmittel genutzt worden, berichtet das Forschungsteam in der Fachzeitschrift »PNAS« . Es sei spätestens in den Dreißigerjahren weitverbreitet gewesen, lange vor dem großflächigen Einsatz von FCKW. Beide Substanzen können Chlor abspalten und damit die vor den UV-Strahlen der Sonne schützende Ozonschicht schädigen.Keine erkennbaren gesundheitlichen AuswirkungenIm Zeitraum 1920 bis 1960 war Tetrachlormethan laut Studie der Hauptverursacher des menschengemachten Ozonabbaus. Danach sei die Konzentration der FCKW in der Atmosphäre rapide angestiegen.












