PfadnavigationHomePolitikDeutschlandVor LandtagswahlenSchulungen und Personal – AfD bereitet sich auf Regierungsübernahme vorStand: 10:48 UhrLesedauer: 3 MinutenAfD-Chefin Alice Weidel auf dem Balkon ihres Büros in BerlinQuelle: Nadja Wohlleben/ReutersDie AfD könnte im Herbst erstmals in ihrer Geschichte eine Landesregierung übernehmen. Ein Medienbericht schildert Details der Vorbereitungen: Die Partei baut Personal auf und schult mögliche Mitarbeiter für Ministerien und Behörden.Die AfD bereitet sich nach Informationen von „Table Media“ strategisch und personell auf eine mögliche Regierungsverantwortung vor. Die Partei geht demnach davon aus, im Herbst erstmals in ihrer Geschichte eine Regierung stellen zu können. Während eine absolute Mehrheit in Mecklenburg-Vorpommern parteiintern überwiegend nicht erwartet werde, sieht man in Sachsen-Anhalt gute Chancen.Auch auf Bundesebene haben Strategen dem Bericht zufolge durchgespielt, wie sich die Partei für eine Regierungsübernahme aufstellen müsste und welcher Apparat dafür nötig wäre. Für jedes Ministerium plant die AfD offenbar mit sechs bis zehn eigenen Leuten. Hinzu käme weiteres Personal für die Behörden.Lesen Sie auchZunächst seien die Landesverbände in der Pflicht, geeignete Personen vorzuhalten. Für zusätzlichen Bedarf verfüge die AfD, so berichtet „Table Media“, über eine eigene Einrichtung zur Rekrutierung und Weiterbildung: die Schwarz-Rot-Gold-Akademie in Berlin. Sie ist seit April 2025 als GmbH im Handelsregister eingetragen und soll bundesweit potenzielles Fachpersonal identifizieren, das für eine AfD-geführte Regierung infrage käme.Dabei geht es dem Bericht zufolge um Menschen, die früher Leitungspositionen in Ministerien oder anderen Ämtern innehatten, sowie um weitere Mitarbeiter, die Interesse an einer Tätigkeit für eine AfD-geführte Regierung signalisiert haben. Die Akademie soll diese Personen gezielt im Umgang mit Medien schulen, in der Leitung von Ministerien und beim Erstellen von Haushaltsentwürfen oder Ministertexten. Die Schulungen werden von internen und vor allem externen Experten durchgeführt.AfD hat nicht genügend geeignetes PersonalDer Geschäftsführer der Akademie, Andrei Hesse, leitet auch die Strategieabteilung der AfD-Bundesgeschäftsstelle. Dort soll die Gruppe „Regierungsbeteiligung“, in der auch Juristen arbeiten, Hindernisse für eine AfD-geführte Regierung durchgespielt haben, heißt es. Etwa bei der Frage, inwieweit eine mögliche große Abschiebeoffensive in Sachsen-Anhalt gerichtlich gestoppt werden könnte. Ebenso wird laut Bericht überlegt, wie Druck aufgebaut werden könnte, falls andere Länder einen AfD-Innenminister von der Innenministerkonferenz ausschließen oder Sachsen-Anhalt nicht mehr mit Verfassungsschutz-Erkenntnissen versorgen sollten.Lesen Sie auchIn diesem Fall wolle man mit dem Narrativ kontern: „Den anderen ist die Sicherheit von Sachsen-Anhalt nicht wichtig, sie nehmen in Kauf, dass hier ein Lkw in eine Menschenmenge fahren könnte, weil das Land nicht informiert wurde.“Ebenso hat man sich damit befasst, wie sich eine Regierungsbeteiligung möglicherweise negativ auf das Image auswirken könnte. Intern werde einhellig damit gerechnet, dass Fehler passieren werden. Die AfD habe sich intensiv von der FPÖ dazu beraten lassen.Bereits vor der Landtagswahl in Thüringen 2024 hatte die AfD nach Informationen von „Table Briefings“, einem Newsletterdienst von „Table Media“, berechnet, wie viele Posten sie im Regierungsfall neu besetzen müsste. Damals kam sie auf rund 150 Personen. Genau das könnte für die Partei zum Problem werden: Nach derzeitigem Stand fehlt ihr teilweise das notwendige Personal. Für eine Landesregierung würde es nach Einschätzung aus Spitzenkreisen gerade so reichen, für zwei Landesregierungen kaum.Lesen Sie auchInnerhalb der AfD ist der Blick auf die möglichen Folgen einer Regierungsübernahme im Wahljahr 2029 geteilt, berichtet „Table Media“. Viele gehen davon aus, dass sie der Partei nützen würde. Andere würden es bevorzugen, wenn die AfD knapp nicht regieren könnte und die CDU an der Frage zerbricht, ob sie mit der AfD oder den Linken kooperiert – in Sachsen-Anhalt ebenso wie im Bund.Bis zu 200 Beamte will die AfD im Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt allein in dem Bundesland austauschen, hatte sie bereits im Mai verkündet. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) nannte das „politische Säuberungen“. „Wer Beamte einschüchtern oder Verwaltung politisch gleichschalten will, gefährdet Vertrauen in unseren demokratischen Staat.“Dabei gehe es nicht nur um Ministerposten und Staatssekretäre, sagte Siegmund damals, sondern auch um Leitungsposten auf der Arbeitsebene der Ministerien und Chefposten in anderen Behörden. Auch landeseigene Gesellschaften stünden im Blick der AfD – Siegmund nannte als Beispiel die Landesenergieagentur, die er abschaffen wolle.coh
AfD-Regierungspläne: Schulungen, Personal, Kommunikation – so bereitet sich die Partei vor - WELT
Die AfD könnte im Herbst erstmals in ihrer Geschichte eine Regierung übernehmen. Darauf bereitet sie sich offenbar vor: Sie baut Personal auf und schult mögliche Mitarbeiter für Ministerien und Behörden. Zudem wird durchgespielt, welchen Hürden eine Regierung begegnen könnte.







