PfadnavigationHomePanoramaDiskussion um Femizid-AussageDieter Nuhr fordert Löschung von Kommentar – Produktionsfirma droht Zeitung mit KlageStand: 09:21 UhrLesedauer: 3 MinutenKabarettist Dieter NuhrQuelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpaDie österreichische Zeitung „Standard“ hatte eine Aussage von Kabarettist Dieter Nuhr in der ARD in einem Kommentar kritisiert. Dessen Produktionsfirma geht nun dagegen vor – und droht mit Klage, wenn der Artikel nicht offline genommen wird.Im Streit um einen Kommentar über Aussagen von Dieter Nuhr zu Femiziden droht die Produktionsfirma des Kabarettisten der österreichischen Zeitung „Der Standard“ mit rechtlichen Schritten. Das Unternehmen fordert die Löschung des Beitrags und kündigt ansonsten juristische Schritte an. Anlass ist der am 22. Juni veröffentlichte Kommentar „Bei Dieter Nuhr müssen selbst Femizide für eine Pointe herhalten“, in dem sich die Autorin kritisch mit Äußerungen Nuhrs in seiner ARD-Sendung auseinandersetzt. Das Blatt machte den Vorgang selbst öffentlich. Nuhr hatte bei seinem Auftritt über Femizide in Deutschland gesprochen. Nach Darstellung des „Standard“ sagte er, jeder einzelne Fall sei „einer zu viel“. Zugleich verwies er darauf, dass in Deutschland viele Millionen Männer lebten und die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, „praktisch bei null“ liege. Eine Pointe habe gelautet: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr einfach erst mal kennenlernt.“Lesen Sie auchDie Aussagen lösten Kritik aus; zahlreiche Medien berichteten darüber, auch WELT. Kritiker warfen Nuhr eine Täter-Opfer-Umkehr vor und kritisierten, er benutze getötete Frauen für einen Witz. Die ARD könne nachvollziehen, „dass die zitierte Passage auf große Kritik stößt“, zitiert das Portal „Watson“ die Verantwortlichen. Zugleich gelte es, „auch die künstlerische Freiheit zu achten“. Nuhr dürfe „grundsätzlich als Künstler vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit auch provozierend und zugespitzt formulieren“.„Standard“-Kommentar „in Titel, Vorspann und Gesamttendenz unwahr“Nuhrs Produktionsfirma weist die Vorwürfe zurück. Die Darstellung, Nuhr mache sich über Femizide lustig, sei „unzutreffend“, zitiert der „Standard“ aus einem Schreiben des Geschäftsführers Holger Harms. Der Kommentar sei „in Titel, Vorspann und Gesamttendenz unwahr, sinnentstellend und verletzt die Rechte unseres Gesellschafters sowie unseres Unternehmens in erheblichem Maße“. Man fordere die Zeitung daher auf, den Beitrag „unverzüglich offline zu nehmen“.Nach Auffassung der Produktionsfirma seien nicht die Opfer von Femiziden, sondern „die Sprache, mit der heute pauschale Vorurteile gesellschaftsfähig gemacht werden“, Gegenstand von Nuhrs Beitrag gewesen. Lesen Sie auchHarms erklärte demnach weiter, Nuhr habe eine „publizistische Denkfigur“ aufgegriffen, die das Zusammenleben mit einem Partner als statistische Bedrohung darstelle und dadurch alle Männer unter Generalverdacht stelle. Diese Denkfigur führe er mit dem „anerkannten Stilmittel der Übertreibung ad absurdum“. Die Produktionsfirma sieht nach eigenen Angaben einen „Anspruch auf Unterlassung, Richtigstellung und Beseitigung“.Der „Standard“ wies die Vorwürfe zurück. Die Chefredaktion erklärte laut dem veröffentlichten Bericht: „Die Meinungsfreiheit, die Dieter Nuhr in der Vergangenheit oft selbst gefährdet sah, gilt natürlich auch für Kommentare und journalistische Meinungsbeiträge, die nicht seiner Meinung entsprechen.“kami
Dieter Nuhr fordert Löschung von Kommentar – Produktionsfirma droht Zeitung mit Klage - WELT
Die österreichische Zeitung „Standard“ hatte eine Aussage von Kabarettist Dieter Nuhr in der ARD in einem Kommentar kritisiert. Dessen Produktionsfirma geht nun dagegen vor – und droht mit Klage, wenn der Artikel nicht offline genommen wird.













