PfadnavigationHomePanoramaNiedersachsenSechs Tote nach Schüssen in Stade – neue Details zum Sorgerechtsstreit werden bekanntStand: 07:50 UhrLesedauer: 5 MinutenBei den Schüssen in Stade sind am Montag sechs Menschen ums Leben gekommen. Hintergrund der Tat soll nach Angaben der Polizei ein Sorgerechtsstreit um ein drei Monate altes Baby gewesen sein.Eine Bluttat erschüttert Stade: Ein Mann erschießt sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Wohngruppe. Hintergrund ist laut den Behörden ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige galt als auffällig.Nach dem gewaltsamen Tod von sechs Menschen in Stade steht die Identität der Opfer noch nicht fest. Die Identifizierung dauere an, sagte eine Polizeisprecherin. Unter den Opfern seien vier Frauen und zwei Männer. Ein Mann schoss am Montag in der Stadt westlich von Hamburg auf die Menschen. Weitere Verletzte gebe es aber – anders als bisher berichtet – nicht. Die Einsatzkräfte fanden demnach vier Tote in der Einrichtung, einer Mutter-Kind-Wohngruppe, eine weitere Person sei reanimiert worden – allerdings vergeblich. Das sechste Opfer starb im Krankenhaus. Mit den Verletzten seien diese beiden Personen gemeint gewesen, erklärte die Sprecherin.Das ist über den Tatverdächtigen bekanntHintergrund der Tat ist nach Angaben der Polizei vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige – ein 45-jähriger Deutscher mit türkischen Wurzeln – hatte demnach in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter – zusammen mit vielen seiner Opfer. Nach Informationen von NDR und WDR sollte es sich dabei um ein sogenanntes Hilfeplangespräch handeln.Lesen Sie auchDer Vater habe als auffällig gegolten, daher sollte das Gespräch in großer Runde stattfinden. Der Tatverdächtige war den Behörden zwar wegen Bedrohungsdelikten bekannt, nach Angaben der Polizei war er jedoch im polizeilichen System nicht als gewalttätig eingestuft.Die Tochter war den Informationen von NDR und WDR zufolge aus der Familie genommen worden. Unter Auflagen habe das Kind zurück zur Mutter gedurft, aber nicht an deren Wohnort in Hannover, sondern in der Jugendhilfeeinrichtung in Stade.Lesen Sie auchZum Tatzeitpunkt befanden sich das Kind und dessen 34-jährige Mutter in der Mutter-Kind-Wohngruppe. Beide blieben unverletzt. Das Kind befindet sich inzwischen in behördlicher Obhut, die Mutter wird derzeit von den Ermittlern befragt.Laut Polizei waren die getöteten Frauen und Männer alle in der Jugendhilfeeinrichtung beschäftigt. Die Mutter des Kindes, eine 34 Jahre alte Frau, sowie das drei Monate alte Kind zählen nicht zu den Todesopfern.Polizei verfolgt den SchützenZunächst war von zwei festgenommenen Tatverdächtigen die Rede. Später teilten die Ermittler mit, dass ein mutmaßlicher Haupttäter festgenommen wurde und sich zwei weitere Personen in Gewahrsam befinden. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um Frauen aus dem Umfeld des Tatverdächtigen, deren mögliche Rolle nun untersucht wird.Nach bisherigen Erkenntnissen wollten der mutmaßliche Haupttäter und eine tatverdächtige Frau nach der Tat mit einem grau-silbernen Kleinwagen fliehen. Die Frau aus dem Bekanntenkreis des Täters soll den Wagen gesteuert haben. Bei der Verfolgungsjagd schossen Polizeibeamte auf das Fahrzeug und trafen einen Reifen. Anschließend konnten die Verdächtigen auf einer Landstraße festgenommen und aus dem Auto gezogen werden. Ein Video, über das die „Bild“-Zeitung berichtet, zeigt den Moment der Festnahme. Deutlich zu sehen ist, dass der Wagen auf einer Landstraße mit kaputtem Reifen zum Stillstand kommt. Dann umzingeln Polizisten den Wagen, zwei Personen werden festgenommen.Bei seiner Festnahme stellten die Beamten eine Schusswaffe sicher. Der Mann besaß dafür keine waffenrechtliche Erlaubnis. Woher die Waffe stammt und ob weitere Waffen im Einsatz waren, ist noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen gibt es zudem keinen Zusammenhang zur sogenannten Clankriminalität.Zeugen beobachteten Schüsse auf AutoEine Anwohnerin, die in einer Parallelstraße lebt, berichtete WELT, sie habe gegen Mittag mehrfaches lautes Knallen gehört. „Wir hatten Angst und wussten nicht, woher die Gefahr kommt.“ Später sei ein Auto weggerast. „Es muss dringend mehr für den Schutz der Bevölkerung getan werden.“ Sie habe stundenlang kaum Informationen erhalten.Ein Zeuge berichtete laut „Stader Tageblatt“ von lauten Schreien aus der Jugendhilfeeinrichtung. „Ich hab’ Schüsse gehört“, erzählte Vitali Martens, der zu dem Zeitpunkt gerade vom Einkaufen kam. Dann sah er überall Polizisten. Nach Informationen des NDR Niedersachsen hat ein Nachbar beobachtet, dass eine Frau und ein junger Mann versucht haben, mit einem Auto zu flüchten. Die Polizei habe sie zum Anhalten aufgefordert, dann habe die Polizei laut Augenzeuge auf das Auto geschossen. Der Nachbar habe sich schließlich selbst im Haus eingeschlossen und auf die Polizei gewartet.Ein anderer Zeuge schildert „Focus Online“, dass ein Polizist „Anhalten, stehen bleiben“ gebrüllt habe. Das Auto sei weitergefahren. Mehrere Beamte sollen das Feuer eröffnet haben. Mindestens zehn, fünfzehn Schüsse seien gefallen, schätzt der Zeuge. Durch ein geöffnetes Fenster habe er den Polizeifunk aufgeschnappt, wie er weiter berichtet. Er habe nur Fetzen gehört wie „Brustschuss“ und „Kopfschuss“. Dann hätten Einsatzkräfte eine Person auf einer Trage aus dem Haus gehoben und versucht, sie zu reanimieren.Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, sagte der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen. „Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht, und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage“, sagte Stades Stadtrat Carsten Brokelmann in einer Mitteilung. Stade hat etwa 50.000 Einwohner und liegt westlich von Hamburg.Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet. Unter diesem können Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittler übermitteln.Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.ll/kami/jra/wold/säd/saha mit dpa/AFP
Niedersachsen: Sechs Tote nach Schüssen in Stade – neue Details zum Sorgerechtsstreit werden bekannt - WELT
In der niedersächsischen Stadt Stade läuft ein großer Polizeieinsatz. Der Bereich um die Dankerstraße solle weiträumig gemieden werden, teilte die Polizei mit. Nach Schüssen gebe es mindestens fünf Tote, teilte die Polizei WELT mit. Ein Mann sei festgenommen worden.














