Der Oberste US-Gerichtshof hat den umstrittenen Vorstoß von US-Präsident Donald Trump (80) zur Entlassung von ​Notenbankdirektorin Lisa Cook (62) gestoppt. Die Richter blockierten am Montag die im August ‌2025 von Trump ausgesprochene Kündigung. Die Entscheidung fiel mit fünf zu vier Stimmen knapp aus.

Die obersten US-Richter hatten bereits signalisiert, dass sie dem Antrag der Trump-Regierung auf Aufhebung der Entscheidung einer unteren ​Instanz wohl nicht stattgeben würden. Dieses Urteil hatte Trump daran gehindert, Cook ⁠noch ⁠während ihrer laufenden Klage sofort zu entlassen.Das Gericht hatte bereits in einer mündlichen Verhandlung im Januar Skepsis mit Blick auf ‌das Vorgehen Trumps anklingen lassen. Der Ausgang ​des Rechtsstreits ‌war von den Finanzmärkten mit großer Spannung erwartet worden, da Investoren die Unabhängigkeit der Notenbank als hohes Gut ansehen.

Das Verfahren galt als Testfall, wie weit die ‌Richter zu gehen bereit sind, um die Unabhängigkeit der Zentralbank zu wahren. Es war das erste Mal in ‌der Geschichte der US-Notenbank Fed, ​dass ein US-Präsident ‌versucht, ein Mitglied des von politischen Weisungen unabhängigen ‌Fed-Direktoriums ​zu entlassen. Als die Richter im Oktober die Annahme des Falls beschlossen, ließen sie ​Cook vorerst im ⁠Amt.