Kurz vor dem Ende des Tankrabatts in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sieht eine Untersuchung des Ifo-Instituts Defizite in der Weitergabe. Für Diesel haben die Münchner Wirtschaftsforscher bis inklusive 25. Juni nur eine Weitergabe von durchschnittlich 12 Cent pro Liter errechnet. Das wäre deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde. Super E5 und Super E10 liegen mit einer errechneten Weitergabe von 17 und 16 Cent pro Liter dagegen sehr nah am Wert der Steuersenkung. „Damit wurde der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben“, sagt Florian Neumeier, der stellvertretende Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft.Die Ergebnisse des Ifo stehen im Kontrast zu Aussagen des Mineralölwirtschaftsverbands en2x. Hauptgeschäftsführer Christian Küchen betont: „Die Tankstellengesellschaften im en2x haben mit der Einführung des sogenannten Tankrabatts die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt. Der Tankrabatt wurde durchweg und in voller Höhe an die Tankkundschaft weitergegeben. Andere Berechnungen können wir daher nicht nachvollziehen.“Der für die freien und mittelständischen Tankstellen zuständige Branchenverband bft kritisierte die Untersuchung des Ifo als „Populismus“. Basis der Abschätzung des Ifo-Instituts war ein Vergleich mit den Spritpreisen in Frankreich. Dieser Vergleich verbiete sich, weil es fundamentale Unterschiede zwischen den Märkten gebe, so der Verband.Dadurch sollte bei der Preisentwicklung zwischen normalen Veränderungen – zum Beispiel durch sinkende Ölpreise – und dem Effekt des Tankrabatts differenziert werden. Eine vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Untersuchung der Monopolkommission war allerdings ebenfalls zum Ergebnis gekommen, dass der Rabatt nicht vollständig weitergegeben wurde. Auf Basis der Preise bis zum 11. Juni hatte sie allerdings bei Diesel eine etwas höhere, bei Benzin eine etwas niedrigere Weitergabe errechnet als das Ifo.Die Verbraucherzentralen warnen derweil auch beim Preisanstieg wachsam zu bleiben. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte: „Das Ende des Tankrabatts darf nicht zum Startschuss für Extragewinne werden.“ Für die Konzerne gebe es keinen Grund, Preise stärker anzuheben als um die ausgelaufene Steuerentlastung. Das Bundeskartellamt bleibe in der Pflicht, genau hinzusehen.