Der Tankrabatt ist vorbei und wirkt vereinzelt noch immer. An den meisten Tankstellen sind die Preise inzwischen wieder deutlich höher als zuletzt, wie aus den Portalen von ADAC und Tankerkönig zu sehen ist. Vereinzelt gibt es aber noch Angebote mit günstigerem Sprit. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Steuerrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter für an die Tankstellen gelieferten Kraftstoff zwar seit Mitternacht Geschichte ist, Preiserhöhungen aber nur mittags erlaubt sind. Offensichtlich haben viele Tankstellen die Preise bereits am Dienstagmittag besonders stark erhöht oder danach weniger stark gesenkt als zuletzt üblich. Darauf hatten auch Daten des ADAC vom Mittag und frühen Nachmittag des Dienstags hingewiesen. Insgesamt zeigten sich am Mittwochmorgen bereits an vielen Tankstellen deutlich höhere Preise als zuletzt, obwohl der Morgen im typischen Tagesverlauf eigentlich zu den günstigen Zeiten gehört.Aus unserer Sicht ist er nicht zu 100 Prozent weitergegeben worden.Andreas Mundt, Präsident des BundeskartellamtsFür Superbenzin der Sorte E10 und Diesel wurden in großen Städten wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt oder Stuttgart in der Regel Preise über 1,90 Euro pro Liter verlangt, teilweise auch mehr als 2 Euro. Teilweise fanden sich aber auch noch Angebote unter 1,90, vereinzelt und vor allem bei Diesel auch unter 1,80 Euro. Tankstellen wehren sich gegen Vorwürfe „Der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise ist aus Sicht des ADAC nicht gerechtfertigt“, kritisiert der Verkehrsclub. „Der Rohölpreis steigt aktuell nicht.“ Daher bestätige sich die Vermutung des ADAC, dass die Mineralölkonzerne bereits vor dem Ende des Tankrabatts die bevorstehende Steuererhöhung einpreisten. Durch den Iran-Krieg waren die Preise auf den interbationalen zwischenzeitlich in die Höhe geschossen.Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, warnte die Mineralölbranche vor unverhältnismäßig hohen Preisaufschlägen. „Unternehmen dürfen die Situation nicht dazu nutzen, Preiserhöhungen vorzunehmen, die sich sachlich nicht rechtfertigen lassen“, sagte er. „Entsprechenden Hinweisen werden wir konsequent nachgehen.“Seine Behörde ist zudem zum Schluss gekommen, dass der Tankrabatt nicht ganz beim Verbraucher ankam. Der Tankrabatt sei zwar weitergegeben worden. „Aber er ist aus unserer Sicht eben nicht zu 100 Prozent weitergegeben worden“, sagt er. Wie hoch die Weitergabe genau war, wollte Mundt auf Nachfrage nicht sagen. „Ich kann das noch nicht präzisieren, weil wir die Zahlen der letzten Tage noch nicht validiert haben.“Das Kartellamt stellt sich damit auf die Seite des Ifo-Instituts und der Monopolkommission, die in den vergangenen Wochen ebenfalls eine unvollständige Weitergabe diagnostiziert hatten. Das Ifo sah bei Benzin eine relativ vollständige Wiedergabe, bei Diesel aber eine deutliche Lücke. Die Monopolkommission errechnete vor rund zwei Wochen für Benzin und vor allem Diesel ein Defizit bei der Weitergabe. Mundt sagte dazu: „Lesen Sie Ifo mal sehr genau, ich finde die Studie gar nicht schlecht.“Der Branchenverband bft hatte die Ifo-Studie am Montag als Populismus kritisiert. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) wies den Vorwurf überhöhter Preise zurück. „Unsere Mitglieder haben mit der Einführung des sogenannten Tankrabatts die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt“, sagte Hauptgeschäftsführer Christian Küchen.„Wenn die Energiesteuer auf Benzin und Diesel am 1. Juli wieder auf das reguläre Niveau angehoben wird, werden wir dementsprechend eine umgekehrte Reaktion sehen.“ (dpa)