Als Jon Rafman 2008 damit begann, Internet-Kunst zu machen, war das in der Kunstwelt ungefähr so angesagt wie ein Job in der Kanalisation. Niemand in Museen, Galerien oder Magazinen interessierte sich für die rotäugigen Freaks, die ihre Nächte in dubiosen Sub-Foren, in „Second Life“ oder mit „World of Warcraft“ verbrachten und langsam von Weingummi, Cola und Pizza aufquollen. Abgesehen von wenigen Pionieren, die mit unzureichenden Tools spröde Ruckel-Sequenzen zusammenbastelten, galt den meisten Künstlerinnen und Künstlern das Programmieren als mühsam und die Szene als obsolet.