Debatte um Organspenden: Schweigende Zustimmung oder aktives Ja
In Deutschland werden zu wenige Organe gespendet. Der Bundestag rang in einer emotionalen Debatte erneut um die sogenannte Widerspruchsregelung.
Ausweis besorgen oder einfach widersprechen. Der Bundestag hat debattiert, wie die Zahl der Organspenden steigen kann
Als ein sehr naher Mensch bei einem Fahrradunfall verstarb, sei sie mit 15 Jahren zum ersten Mal mit dem Thema Organspende in Kontakt gekommen, erzählt Kirsten Kappert-Gonther (Die Grünen) vor dem Bundestag. Die Eltern der Verstorbenen seien unmittelbar mit der Entscheidung, die Organe zu spenden oder nicht, konfrontiert gewesen. Kappert-Gonther sagt bestimmt: „Seit dieser Zeit trage ich meinen Organsendeausweis mit mir!“
Es sind besondere Reden, die die Organspende-Debatte am Donnerstag im Bundestag prägen. Eine Gewissensfrage wird verhandelt. Deswegen gibt es keine Fraktionsdisziplin, alle Abgeordnet:innen sprechen für sich selbst und nicht für ihre Partei. Aktuell warten, laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), mehr als 8.200 Patient:innen auf eine Organspende. Im letzten Jahr gab es in Deutschland aber nur 985 Spender:innen, die nach dem Tod ihre Organe zur Verfügung gestellt haben.












