Stand: 25.06.2026 • 20:24 Uhr

Tausende Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Doch davon gibt es zu wenige. Lässt sich das durch neue Regeln für die Organspende ändern? Der Bundestag hat darüber offen debattiert.

Es war eine besondere Debatte. Das machte die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann direkt zu Beginn deutlich: "Wer die Wartenden kennt, wer die Verzweiflung ihrer Familien erlebt, wer gesehen hat, wie Hoffnungen zerbrechen, weiß: Diese Debatte ist anders als viele. Hier geht es um Leben und um Tod. Und um Hoffnung."

Mehr als 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben einige von ihnen. Die Abgeordneten wollen, dass sich das ändert. Sie haben aber unterschiedliche Ideen, wie es gelingen kann, die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Bei ethischen Fragen, wie in diesem Fall, wird häufig der Fraktionszwang aufgehoben. Das bedeutet: Abgeordnete aus unterschiedlichen Parteien schließen sich zusammen.

Die CDU-Abgeordnete Connemann gehört zu einer Gruppe, die sich für die Widerspruchsregelung stark macht. Das bedeutet, in Zukunft würden erwachsene Menschen grundsätzlich als Organspender gelten - es sei denn, sie widersprechen zu Lebzeiten aktiv. Es gehe nicht um einen Zwang zur Organspende, sagt Connemann. Diesen dürfe es niemals geben. "Wer nicht spenden möchte, wer Zweifel hat, muss nur aktiv widersprechen. Ein Nein reicht, jederzeit."