Der berühmte Politologe blickt zurück. In seinem neuen Buch «Der letzte Mensch» erklärt Francis Fukuyama, dass er nie falsch gelegen ist.28.06.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenKeine Woche vergeht, ohne dass ihn Journalisten fragen, weshalb er so falschliegen konnte: Francis Fukuyama.David Levenson / Getty ImagesFür Francis Fukuyama war es Fluch und Segen zugleich. Sein erstes Buch, «Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch» (1992), wurde ein Bestseller und machte aus dem kaum 40-Jährigen den wohl berühmtesten Politologen der Welt. Er schrieb damals: Die liberale Demokratie sei die Staatsform, die langfristig die Welt beherrschen werde. Die These war geprägt vom Zeitgeist, dem Fall der Mauer, dem Zerfall der Sowjetunion und der Hoffnung auf Frieden. Damals schien die These optimistisch, doch mit dem globalen Niedergang der Demokratie und dem Erstarken der Autokratie wurde Fukuyama vorgeworfen, einem naiven Triumphalismus erlegen zu sein. Keine Woche vergeht, ohne dass ihn Journalisten fragen, weshalb er so falschliegen konnte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Mit seinem neuen Buch «Der letzte Mensch» will er ein für alle Mal erklären, dass er nie falschgelegen habe. Man habe bloss sein Buch damals nicht zu Ende gelesen. Dort stehe, dass liberale Ordnungen zu Gesellschaften mit gleichwertigen Menschen führten, die nach Frieden und Wohlstand strebten. Nietzsche nannte Menschen in diesem Stadium verächtlich die «letzten Menschen», denn sie gingen keine Risiken ein und strebten nicht nach Besserem. Genau darin sah Fukuyama schon in den neunziger Jahren das Problem: Diese Idylle am Ende der Geschichte halten einige Menschen nicht aus. Sie wollen Ruhm, etwas riskieren, kämpfen.Fukuyama erzählt von seinem Werdegang, von seinen Mentoren, irrenden Zeitgenossen und seinem Fehler, die Irak-Invasion gutgeheissen zu haben. Er reflektiert auch viele seiner wertvollen Thesen früherer Werke, um am Schluss wieder beim Problem des letzten Menschen zu landen, leider ohne es zu lösen. Es sei noch keine Architektur gefunden, die den letzten Menschen am Ende der Geschichte beherberge, schreibt er. Das Ziel bestehe aber. Etwas enttäuschend.Francis Fukuyama: Der letzte Mensch. Hoffmann und Campe 2026. 254 Seiten.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Warum Francis Fukuyama uf seiner These vom Ende der Geschichte besteht
Der berühmte Politologe blickt zurück. In seinem neuen Buch «Der letzte Mensch» erklärt Francis Fukuyama, dass er nie falsch gelegen ist.






