Diese Ansicht ist nicht neu, schon der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel (CDU) hat sie vertreten. In einer öffentlichen Diskussion mit Bürger:innen in der Sendereihe "Lokaltermin" von SDR und SWF im Jahr 1996 gab der so bürgernahe OB auf den Zuruf einer jungen Frau – "Wir wollen einen Bürgerentscheid" – zum Besten: "Ja, ja des glaub i scho, i unterschreib au überall. Natürlich werden die Bürger beteiligt, aber natürlich können wir nicht ein solches Projekt durchführen, indem wir vorher jeden Bürger um sein schriftliches Einverständnis fragen." Das hat man dann auch unterlassen, das Auslegen von Plänen war offensichtlich genug, denn wie Rommel in der gleichen Sendung verkündete: "Man hat noch nie ein Großprojekt mit so viel Sorgfalt dargestellt und veröffentlicht wie dieses."
Keine Spur also von "Vetokratie", das Projekt sollte durchgezogen werden. Entschieden und verkündet! Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Stuttgart 21 in allen befassten Parlamenten mit überwältigenden Mehrheiten bestätigt worden ist.
Fukuyama räumt jedoch ein, dass große Infrastrukturprojekte "umfangreiche Konsultationen mit den Bürgern" erfordern, und "die deutschen Planer versäumten es, diese ordnungsgemäß durchzuführen." Also doch die Frösche fragen, bevor man den Sumpf trockenlegt?






