PfadnavigationHomeSportFußballWM 2026Ghanas Fans feiern den „VAR“, Kroaten den SiegStand: 02:02 UhrLesedauer: 3 MinutenNach einem Freistoß trifft Ghana zum 1:1. Doch lange ist nicht klar, ob der Treffer wirklich zählt. Die Fans im Stadion fordern lautstark ein Eingreifen des Videoschiedsrichters. Die Szene im Video.Kroatien hat sich mit einem Sieg über Ghana für die nächste WM-Runde qualifiziert. Die Afrikaner wurden direkt nach dem Ausgleich kalt erwischt, stehen aber ebenfalls im Sechzehntelfinale. Zuvor sorgten die Fans mit Sprechchören für eine überraschende Premiere.Es war ein enges Ringen um Platz zwei hinter Gruppensieger England. Am Ende folgte Kroatien England und Ghana in die K.-o.-Phase der Fußball-WM und verlängerte die Nationalmannschaftskarriere von Altstar Luka Modrić um mindestens ein weiteres Spiel. Die Afrikaner ziehen nun allerdings nur als Dritter ins Sechzehntelfinale ein.Die Auswahl von Trainer Zlatko Dalic bezwang Ghana zum Abschluss der Gruppenphase knapp mit 2:1 (1:0) und sicherte sich Rang zwei. Der viermalige Afrikameister hatte schon vor dem Anpfiff sein Ticket für die Alles-oder-Nichts-Spiele sicher. Es war nur die Frage, ob als Erster, Zweiter oder Dritter.Vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia erzielten Petar Sucic (31. Minute) und Nikola Vlasic (83.) nach Vorlage von Modric die Treffer für den Favoriten. Derrick Luckassen (73.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Kroatien droht nun ein Duell mit Portugal und Cristiano Ronaldo.Kroatien dennoch im AbwärtstrendMit dem Finaleinzug 2018 in Russland und dem dritten Platz vier Jahre später in Katar hatten sich die Kroaten in der Weltspitze festgesetzt. Das Vorrunden-Aus bei der EM 2024 in Deutschland war der erste empfindliche Rückschlag nach Jahren des Erfolgs. Bei dieser WM konnten die „Vatreni“ (Feurigen) bei ihren ersten Auftritten ebenfalls nicht überzeugen: Beim 2:4 gegen England wackelte die Defensive, das 1:0 gegen Außenseiter Panama war erzittert.Ghana träumt nach dem Vorrunden-Aus 2014 in Brasilien und 2022 in Katar hingegen weiter davon, das beste WM-Abschneiden der Verbandsgeschichte einzustellen – und wie 2010 das Viertelfinale zu erreichen. Die Afrikaner nehmen insgesamt zum fünften Mal an einer WM-Endrunde teil, müssen in ihre nächste Partie aber deutlich besser starten als gegen Kroatien.Ghana kassiert erstes GegentorDer Favorit war klar besser in der ersten Halbzeit. Ein Distanzschuss von Vlasic (17.) streifte zunächst nur den linken Außenpfosten, und auch die akribischen Flanken von Modric brachten zunächst nicht den gewünschten Ertrag. Schließlich fasste sich Sucic aus mehr als 25 Metern ein Herz und überwand mit einem präzisen Flachschuss als erster Spieler bei diesem Turnier Ghanas Defensive. Lesen Sie auchAuch gegen den Ball arbeitete der Favorit gut. Ghana hatte durch Antoine Semenyo (40.) von Manchester City lediglich eine Torchance in der ersten Halbzeit. Auch Stürmer Jordan Ayew, der mit seinem 121. Einsatz zum Rekordnationalspieler der Black Stars avancierte und seinen Bruder Andre überholte, war zunächst kein Faktor. Mit der Führung im Rücken zog sich Kroatien nach der Pause zurück. Die Zuschauer sahen nun ein temporeicheres Spiel, das Ghana leicht dominierte. Die Mannschaft von Trainer Carlos Queiroz war nun deutlich stärker auf Ballgewinne aus, agierte im letzten Drittel aber oft zu unpräzise. Erneut vergab Semenyo mehrere aussichtsreiche Chancen. Ghanas Fans feuern den VAR anAuch Luckassens Ausgleichstreffer nach einem Freistoß drohte die Anerkennung zu verlieren. Zunächst überprüfte Video Assistant Referee (VAR) Guillermo Pacheco die Szene ungewöhnlich lange, ehe sich auch der kanadische Schiedsrichter Drew Fischer alles noch einmal am Bildschirm im Stadion anschaute. Für Schmunzeln sorgten Ghanas Fans, die die Phase der Schiedsrichter-Nachkontrolle im Stadion mit „VAR“-Rufen begleiteten. Der mexikanische Assistent dürfte der erste seiner Zunft sein, dem die Huldigung zuteil wurde. Und das Flehen der Fans wurde erhört. Der Treffer zählte.Es wurde jedoch nur kurz spannend, denn Vlasic antwortete prompt nach einer perfekt getretenen Ecke von Modric. Dieser hat seine Zukunft im Nationalteam für die Zeit nach der WM bislang offengelassen – und darf weiter auf ein langes Turnier hoffen.lwö