Als das US-Nationalarchiv im Frühjahr die NSDAP-Mitgliederkartei digital öffnete und deutsche Medien Suchmaschinen anboten, war auch der Politologe Jürgen W. Falter unter denen, die das Angebot nutzten. Falter ist vom Fach, hatte unter anderem für sein 2020 erschienenes Standardwerk „Hitlers Parteigenossen“ akribisch recherchiert. Mehr als 50 000 Karteikarten von NSDAP-Mitgliedern wertete er mit Kollegen im Bundesarchiv statistisch aus. Falter wusste: Mitglieder der Hitler-Partei gab es in fast allen Familien, auch in seiner. Doch mit dem Fall, auf den er dieses Jahr stieß, hatte er nicht gerechnet.