Rund ein halbes Jahr nach dem weltweit ersten Start eines Social-Media-Verbots für Kinder ringt Australien mit der Durchsetzung. Nun plant die Regierung, eine Verschärfung des Gesetzes zu prüfen. Premierminister Anthony Albanese erklärte, dass ein Schwerpunkt unter anderem darauf liege, die Internet-Aufsichtsbehörde ‌mit mehr Befugnissen auszustatten.

Außerdem sollen die Konzerne stärker belangt werden: Wie die Regierung am Samstag mitteilte, wird die Höchststrafe für systematische Verstöße auf 49,5 auf 99 Millionen australische Dollar (59,9 Millionen Euro) verdoppelt.Das Gesetz verbietet Plattformen wie Instagram und YouTube seit Ende 2025, Konten für Nutzer unter 16 Jahren anzubieten.Wirkung des Gesetzes bisher eher ernüchterndEine in dieser Woche veröffentlichte Studie ergab, dass drei ​Monate nach Inkrafttreten des Verbots im Dezember 2025 noch 85 Prozent der Australier im Alter von zwölf bis ⁠15 Jahren ⁠weiterhin soziale Medien genutzt haben.

Zwei Drittel blieben online, indem sie ein Alter über 16 Jahre angaben oder ein Selfie einer Person posteten, die die Plattform als alt genug akzeptierte.»Wir haben keine hinreichenden Belege dafür gefunden, dass das Gesetz bereits nennenswerte Auswirkungen auf die Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen unter 16 Jahren hatte«, heißt es in der von australischen Forschern vorgenommenen und am Donnerstag im renommierten »British Medical Journal« veröffentlichten Studie.