Das Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Australien zeigt bisher wenig Wirkung. Nun will die Regierung die Plattformen stärker in die Pflicht nehmen und verdoppelt ihre Strafen. Unternehmen, welche die neuen Regeln nicht richtig umsetzen, will die Regierung jetzt mit 99 Millionen australischen Dollar (rund 60 Millionen Euro) zur Kasse bitten, anstatt vorher 49,5 Millionen Dollar (rund 30 Millionen Euro).

Als erstes Land auf der Welt hatte Australien im Dezember ein generelles Verbot sozialer Medien für Menschen unter 16 verhängt. Unternehmen wie Meta oder Google sollten entsprechende technische Maßnahmen ergreifen, um das gesetzeskonforme Alter ihrer australischen Nutzer sicherzustellen. Doch das klappt eher schlecht als recht. Bei einer Umfrage unter 12- bis 15-Jährigen in Australien gaben 61 Prozent an, weiterhin Zugriff auf eines ihrer Social-Media-Konten zu haben. Gründe liegen demnach in zu laschen und teils sogar ausgebliebenen Alterskontrollen. Diese erfolgen meist anhand eines Selfies oder Ausweiskontrollen und sind für viele Kinder leicht zu umgehen.

Ministerin: Plattformen nutzen all ihre Tricks

„Ich bin nicht davon überzeugt, dass die Technologieunternehmen alles in ihrer Macht Stehende tun, um Minderjährige unter 16 Jahren von ihren Plattformen fernzuhalten“, erklärte Australiens Kommunikationsministerin Anika Wells in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Premierminister Anthony Albanese. Verantwortlich für die Durchsetzung des Gesetzes ist Australiens eSafety-Kommission, die Wells unterstellt ist. Aufgrund der regelmäßigen Berichte, die sie vom eSafety-Beauftragten erhalte, sei ihr klar, dass Social-Media-Plattformen mit all ihren Tricks arbeiteten und nur das Nötigste täten, um das neue Verbot zu überwachen.