Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesPolizei: Schäden auf A2 werden immer größerBewusstlos in der Dachgeschosswohnung - Kölner Feuerwehr im DauereinsatzBahn rät von Reisen ab, Sonderstorno-Bedingungen geltenAussichten für das Wochenende: Rekordhitze und UnwetterHitze macht Bewohnern von Pflegeheimen zu schaffen – ein Mensch stirbtErneut Temperaturrekord in Deutschland: 41,5 Grad gemessenDen zweiten Tag in Folge hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben einen Temperaturrekord in Deutschland registriert: Der vorläufige Höchstwert von 41,5 Grad wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte.Erst am Freitag hatte der DWD in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad die bis dahin höchste Temperatur registriert, die jemals in Deutschland gemessen wurde. Am Samstag wurde dieser Rekord an derselben Wetterstation ebenfalls gebrochen: 41,4 Grad zeigte das Thermometer um 15 Uhr im Nordwesten der saarländischen Hauptstadt.Es handelt sich allerdings ebenfalls um vorläufige Werte, sie könnten vom Wetterdienst im Nachhinein noch korrigiert werden. Der vorherige Hitzerekord für Deutschland hatte bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.Polizei: Schäden auf A2 werden immer größerDie Schäden auf der Autobahn 2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden immer größer. Die A2 gehe immer weiter kaputt, sagte ein Sprecher der Polizei. Der betroffene Streckenabschnitt bei Ziesar werde immer größer. Dadurch müsse „Anschlussstelle für Anschlussstelle“ gesperrt werden. Der Verkehr werde dann über Landstraßen abgeleitet. Die Schäden sind laut Polizei teilweise so heftig, dass ein unfallfreies Gleiten über die Fahrbahn nicht möglich ist.Wegen der Sperrungen auf der A2 komme es auf den Umleitungsstrecken zu erheblichen Staus, hieß es kurz darauf. Grundsätzlich werde empfohlen, die A2 sehr weiträumig zu umfahren. „Die aktuellen Stau-Angaben auf Google Maps sind nicht korrekt, die Wartezeiten sind deutlich länger als dargestellt“, betonte die Sprecherin. Wer trotzdem fahre, solle sich auf lange Wartezeiten einstellen und dafür etwa ausreichend Getränke, Verpflegung sowie regelmäßig benötigte Medikamente mitnehmen. Briten suchen Abkühlung in klimatisierten HotelzimmernIn Großbritannien suchen offenbar immer mehr Menschen in klimatisierten Hotelzimmern Schutz vor der Hitze. Nach Informationen der Zeitung The Guardian vom Samstag hat sich auf der Buchungsplattform Booking.com die Suchanfrage für Hotelzimmer in Großbritannien mit dem Filter „Klimaanlage“ seit dem 1. Juni verdreifacht. Auch sei der Umsatz in der britischen Hotelbranche vom 22. bis 25. Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent gestiegen, so Daten des Zahlungsdienstleisters Adyen. Das führe man auf die derzeitige Hitzewelle zurück.Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie des Energy Demand Research Centre der Universität Reading nutzen Haushalte in England kaum Klimaanlagen. Den Angaben zufolge waren es lediglich 4,3 Prozent. In Haushalten, in denen mindestens eine Person über 75 Jahre alt ist, wurden mit 3,0 Prozent Klimaanlagen noch seltener genutzt. Alleinerziehende hatten mit 2,9 Prozent die niedrigste Nutzungsrate aller Haushaltstypen.Aus einer Ende Juni veröffentlichten Untersuchung der National Housing Federation ging hervor, dass jedes sechste Baby in England in einer überhitzten Wohnung lebt. Während einer Hitzewelle sei es für Eltern äußerst schwierig, die empfohlene Raumtemperatur von 16 bis 20 Grad Celsius einzuhalten. Grund sei die Bauweise der Häuser.Berliner Polizei setzt Wasserwerfer zur Abkühlung einDie Berliner Polizei setzt am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um bei der extremen Hitze mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Wie die Polizei online mitteilte, begann die Aktion gegen 15 Uhr am Brandenburger Tor. Anschließend sollten die Wasserwerfer am Reichstagsgebäude, dem Potsdamer Platz, dem Roten Rathaus und dem Mauerpark vorbeifahren. Wie lang genau die Wasserwerfer an den Stationen sein werden, teilte die Polizei nicht mit.Siebenjähriger verbrüht sich durch heißen GartenschlauchEin siebenjähriger Junge hat sich in einer Kleingartenanlage in Neuss mit heißem Wasser aus einem Gartenschlauch Verbrühungen im Gesicht zugezogen. Wie die Polizei mitteilte, spielte das Kind am Freitagnachmittag mit dem Schlauch, der zuvor bei den hohen Temperaturen in der Sonne gelegen hatte. Der Junge wurde zur Behandlung in eine Kinderklinik gebracht. Weitere Verletzte gab es laut Polizeiinformationen nicht.Erste Gewitter entladen sich Während sich vielerorts in Deutschland die Hitze noch unter strahlend blauem Himmel hält, zeigt sich anderswo bereits der Wetterumschwung. Für Nordrhein-Westfalen etwa meldet der WDR erste heftige Gewitter, so aus Marsberg im Hochsauerlandkreis. Von dort gebe es Berichte über Feuerwehreinsätze, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume. Für den weiteren Verlauf des Wochenendes hat der Deutsche Wetterdienst bereits vor der Gefahr schwerer Unwetter gewarnt.Was bei Gewittern zu beachten ist und was nur Mythos, lesen Sie hier:Bewusstlos in der Dachgeschosswohnung - Kölner Feuerwehr im DauereinsatzDie Kölner Rettungskräfte haben in den vergangenen Stunden sieben Menschen bewusstlos in ihren Wohnungen - überwiegend Dachgeschossen - gefunden. Die Diagnose sei Hyperthermie gewesen, eine lebensbedrohliche Überhitzung des Körpers, berichtete die Feuerwehr. Ein Mensch wurde reanimiert.Ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sind in besonderem Maße gefährdet. Sie verlieren den Angaben zufolge häufig ein Durstgefühl und bemerken eine Dehydration nicht rechtzeitig. Auch ohne Durst soll man viel trinken. Selbst körperlich fitte Personen seien mit einer Körpertemperatur von 42 Grad in Lebensgefahr geraten.Die Einsatzkräfte appellierten: „Besucht Eure Nachbarn, ruft Eure Eltern an, schaut nach Freunden und Bekannten – ein kurzer Kontakt kann Leben retten.“ Der Rettungsdienst der Feuerwehr sei an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. „Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst.“ Fridays for Future: Aufruf zu Demo in BerlinAngesichts der aktuellen Hitzewelle will Fridays For Future am Sonntag spontan für mehr Einsatz gegen die Klimakrise demonstrieren. „Diese extremen Temperaturen sind das Ergebnis einer fossilen Politik, die lieber fossile Konzerne schützt als das Leben von Menschen“, heißt es im heute versendeten Demonstrations-Aufruf. Stattfinden soll der Protest am Sonntag im Invalidenpark in Berlin-Mitte – wegen der zu erwartenden Temperaturen erst ab 21 Uhr.Statt Menschen akut zu helfen und weiteren Hitzewellen vorzubeugen, „befeuere“ die Bundesregierung weiter die Klimakrise, das sei „verantwortungslos, brandgefährlich und nicht zu rechtfertigen“, kritisierte Nele Evers von Fridays for Future Berlin. Der effektivste Schutz vor Hitze sei Klimaschutz. Trotz Hitze: Tausende Menschen feiern CSD in München Zu den nicht abgesagten Veranstaltungen dieses Wochenendes gehört der Christopher Street Day (CSD) in München. Mehr als 200 Gruppen ziehen seit der Mittagszeit in der farbenfrohen Parade durch die bayerische Hauptstadt. Auf Münchens Straßen ist es trotz der Hitze fast genauso voll wie im vergangenen Jahr, berichten die Kolleginnen Lisa Bögl und Nicole Graner von vor Ort. Aus den Häusern, an denen die Parade vorbeizieht, spritzen Anwohnende zur Erfrischung mit Wasserpistolen auf den Demo-Zug, viele Teilnehmende haben Wassersprüher und Sonnenschirme dabei. Die Veranstalter haben wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen unter anderem Trinkwasserspender und Wassersprühstationen aufgestellt. Größere Zwischenfälle wegen der Hitze habe es bislang nicht gegeben, sagte Conrad Breyer vom CSD München. Die Polizei empfahl allen Zuschauerinnen und Zuschauern, nach schattigen Plätzen zu suchen, wenn sie die Parade verfolgen möchten.Bilder vom Christopher Street Day in München finden Sie hier:Bahn rät von Reisen ab, Sonderstorno-Bedingungen geltenDie Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Das teilte die DB online mit. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen“, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus warne der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen. „Gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Branchenorganisationen wie dem Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) rät die Deutsche Bahn: Bitte vermeiden Sie heute und morgen alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr.“ Bereits am Donnerstag hatte die Bahn angekündigt, erstmals eine sogenannte Hitze-Sonderkulanz anzubieten: Wer seine Reise bei dieser Extrem-Wetterlage nicht antreten wolle, bekomme sein Geld zurück. Die Möglichkeit gilt demnach für Fernverkehrstickets (einschließlich Spar- und Supersparpreise) bis einschließlich 30. Juni, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Fahrgäste mit einem digitalen Ticket können dieses auf bahn.de stornieren, Reisende mit analogen Tickets können sich an DB-Verkaufsstellen wenden. Winterdienst im Einsatz – um die Straße zu kühlenWinterdienst bei hochsommerlicher Hitze? Auf der Landstraße 2038 in Thüringen gibt es diesen ungewöhnlichen Anblick. Statt wie im Winter Sole zu versprühen, verteilt das Winterdienstfahrzeug Wasser, wie eine Sprecherin des Landesamts für Bau und Verkehrs erklärte. Dadurch werde der Asphalt gekühlt. In den Sommermonaten sind Asphaltstraßen teils hohen Belastungen durch Hitze ausgesetzt. Bei hohen Temperaturen wird das Bindemittel im Asphalt, das Bitumen, weich und es kann etwa zu Verformungen der Fahrbahn kommen. Das Kühlen der Straße sei in Thüringen ein erstmaliger Versuch. Die Winterdienstfahrzeuge werden derzeit ja nicht anderweitig benötigt.Aussichten für das Wochenende: Rekordhitze und UnwetterNach dem Temperaturrekord in Deutschland mit 41,3 Grad, gemessen am Freitag im Saarland, erwarten Experten die nächsten Höchstwerte. Für das Wochenende sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Höhepunkt der Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 42 Grad vorher. Noch vor 12 Uhr am Mittag berichtete eine DWD-Sprecherin bereits hohe Werte. Um 11.45 Uhr seien es bereits 36,0 Grad im niedersächsischen Faßberg oder auch 36,3 Grad in Röllbach in Unterfranken, sagte sie der dpa. Etwas kühler ist es den Angaben zufolge nur im äußersten Norden des Landes. Wo es trocken bleibt, dürfte auch die Nacht drückend sein: Im besonders betroffenen Baden-Württemberg etwa dürften die Temperaturen erst nach Mitternacht überall unter 30 Grad sinken, so der DWD.Der DWD rechnet bereits für Samstagnachmittag und -abend an der Nordseeküste sowie vom westlichen Mittelgebirgsraum bis in den Nordosten mit lokal kräftigen Gewitter und Unwetter. Für Bayern erwarten die Meteorologen für Samstagnachmittag und abends in den Alpen nur einzelne Gewitter, in der Nacht zum Sonntag werde es, abgesehen von einzelnen Schauern, klar. Auch am Sonntag erwartet die Menschen von Franken bis nach Brandenburg wieder hohe Temperaturen: 39 bis 41 Grad, in der Lausitz auch bis 42 Grad. Im Rest des Landes fallen die Temperaturen auf Höchstwerte zwischen 32 und 38 Grad. Erneut besteht im Tagesverlauf die Gefahr schwerer Gewitter mit schweren Sturmböen, heftigem Starkregen und großkörnigem Hagel. Richtung Osten und Südosten ist es demnach länger sonnig und trocken. Hitze macht Bewohnern von Pflegeheimen zu schaffen – ein Mensch stirbtNachdem in einem Pflegeheim in Dormagen in der Nacht ein Mensch gestorben ist, sind zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner wegen gefährlicher Hitze-Entwicklung aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. Ob die Hitze die Ursache für den Tod des Bewohners war, stehe bisher nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis auf dpa-Anfrage. Man habe sich am Samstagmorgen zu umfassenden vorsorglichen Maßnahmen entschieden.In der Einrichtung leben etwa 160 Seniorinnen und Senioren. Der Stadt-Sprecher schilderte nach einer Krisensitzung, es sei zu enormen Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Es werde nun entschieden, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden müsse, sagte ein Stadt-Sprecher. Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln.In Krefeld kollabierten fünf Senioren in einem Altenheim wegen der Hitze. Die Mitarbeiter der Einrichtung hatten am Freitagabend den Rettungsdienst gerufen, da mehrere Bewohner stark unter der Hitze litten, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus. Knapp 40 Senioren konnten auf andere Zimmer in kühleren Stockwerken verteilt werden. Eine Klimaanlage gab es in dem Gebäude nicht, hieß es von der Feuerwehr weiter. Städte wie Basel ziehen Großveranstaltungen weiter durchLängst nicht alle Events fallen an diesem Wochenende den Temperaturen zum Opfer. Während die Liste von Absagen auch am Samstag länger wird, melden manche Orte Feste, die trotz der Hitze erfolgreich abgehalten wurden. In der Schweiz etwa wurde beim Jodlerfest in Basel trotz sengender Hitze Brauchtum und Tradition gefeiert. Die Stadt hatte sich bei Rekordtemperaturen von mehr als 38 Grad auf rund 200 000 Besucherinnen und Besucher eingestellt, die dabei sein wollten, wenn etwa 12 000 Aktive jodeln, Fahnen schwingen und auf Alphörnern Musik machen. Die Organisatoren rieten rund um die Feststände und Bühnen zu leichter Kleidung, viel Trinken und empfahlen eine besondere Tradition in der Grenzstadt: „Das Brunnenbaden hat in Basel Tradition und ist offiziell erlaubt.“ Außerdem fließe dort stets frisches Trinkwasser.Während andere Musikfestivals, etwa in den Niederlanden, wegen extremer Hitze abgesagt wurden, geht das Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte weiter. Es war am Donnerstagabend wegen Bränden außerhalb des Geländes für etwa zwei Stunden unterbrochen, danach aber fortgesetzt worden. Auch der Christopher Street Day in München läuft wie geplant an.Heißeste Nacht: Rekord von 2019 erreicht, aber nicht übertroffenViele Hitzerekorde fallen derzeit, doch die vergangene Nacht ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes nicht die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gewesen. In der Nacht zum Freitag war Bad Bergzabern in Rheinland-Pfalz der wohl wärmste Ort in Deutschland: Die Temperatur fiel nicht unter 26,2 Grad – wie schon in der Nacht zuvor. Damit zog der Ort mit dem bisherigen Rekordhalter für die heißeste Nacht in Deutschland gleich. Dieser war zuvor der Berg Weinbiet, ebenfalls in Rheinland-Pfalz, wo die Temperatur am 25. Juli 2019 auch nicht unter 26,2 Grad gesunken war. Eine Temperatur von 26,7 Grad sei in Bad Bergzabern am heutigen Samstagmorgen dann gegen 8 Uhr gemessen worden, sagte ein DWD-Sprecher – damit sei aber kein Rekord für die Nacht aufgestellt worden. Mehr ladenTickarooLive Blog Software