PfadnavigationHomeSportFußballWMNächster Gegner Paraguay„Ähnlich wie Ecuador“ – Deutschland trifft auf knallharte MinimalistenVon Sven Flohr, Torsten RumpfStand: 13:09 UhrLesedauer: 4 MinutenDie Türkei drängt bei der WM 2026 mit aller Macht auf den Ausgleich. Ferdi Kadıoğlu, Hakan Çalhanoğlu, Kenan Yıldız und der eingewechselte Gül sorgen für Dauerdruck auf das paraguayische Tor. Doch Paraguay verteidigt leidenschaftlich.Paraguay spielt nicht spektakulär, dafür verteidigen die Südamerikaner konsequent und kämpfen um jeden Meter. Das DFB-Team muss dringend aus der Ecuador-Niederlage lernen, es wartet ein Geduldsspiel mit hohem Widerstandsfaktor.Julian Nagelsmann hat nun Gewissheit. Europameister Spanien sorgte mit seinem Sieg gegen Uruguay in der großen WM-Rechnerei um die Zuordnung der Gruppendritten für Klarheit beim Bundestrainer. Der erste K.-o.-Gegner der Fußball-Nationalmannschaft heißt am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough Paraguay. Wer ist der deutsche Gegner?Für Paraguay ist es die neunte WM-Teilnahme. „Nach der gelungenen Qualifikation wollen wir der Welt nun zeigen, wofür der Fußball Paraguays steht: für Leidenschaft, für Stolz, für Erfolg. Wir wollen die Menschen in unserem Land glücklich machen“, hatte Trainer Gustavo Alfaro angekündigt. Seit 2024 trainiert der Argentinier die „Los Guaraníes“, benannt nach dem Namen der Ureinwohner Paraguays.Dies gelang in der Gruppenphase mit Abstrichen. Zum Auftakt setzte es eine deftige 1:4-Pleite gegen die USA, ehe Paraguay sein bislang bestes Spiel machte und die Türkei 1:0 niederrang. Die Mannschaft spielte dabei nach einer historischen Roten Karte lange nur zu zehnt. Miguel Almirón war als erster Fußballprofi überhaupt des Feldes verwiesen worden, weil er sich in einem Disput mit dem Gegner die Hand vor den Mund gehalten hat. Almirón wurde von der Fifa für eine Partie gesperrt, dies ist die automatische Mindestsperre. Das 0:0 gegen Australien im abschließenden Gruppenspiel verpasste der Mittelfeldspieler von Atlanta United dadurch; gegen Deutschland ist er nun aber wieder spielberechtigt. „Ich habe ein Team, das härter kämpft als alle anderen“Seine Mannschaft hat eine lange Durststrecke hinter sich, Paraguay ist erstmals seit 2010 wieder auf der großen Fußballbühne dabei. Bei der WM 2010 in Südafrika stand man im Viertelfinale. Damals verlor das Team aus dem Land mit 6,7 Millionen Einwohnern gegen den späteren Weltmeister Spanien nach einem beeindruckenden Kampf 0:1. Ähnlich wie damals wollen die Südamerikaner der Konkurrenz das Leben so schwer wie möglich machen. Die Türkei kann ein Lied davon singen.Lesen Sie auch„Ich habe ein Team, das härter kämpft als alle anderen, das nie aufgibt. Diese Mentalität hat uns zuletzt so viel Erfolg gebracht“, sagt der erfahrene Alfaro. Der 63-Jährige ist seit über 30 Jahren Trainer. Seit seinem Debüt 1992 betreute er über ein Dutzend Klubs und war zuletzt Nationaltrainer von Ecuador und Costa Rica.Seine Mannschaft steht aber auch für Minimalisten-Fußball. Sie agiert sehr diszipliniert aus der Defensive heraus in einem 4-2-3-1- oder 4-3-3-System, lässt den Gegner spielen, setzt auf schnelles sowie schnörkelloses Umschaltspiel. Das ähnelt in Teilen dem Stil Ecuadors, mit dem die deutsche Mannschaft beim 1:2 im letzten Gruppenspiel über weite Strecken gar nicht klarkam. MagentaTV-Experte Mats Hummels glaubt, dass es Paraguay ähnlich angehen wird. „Paraguay wird eine ähnliche Herangehensweise wählen“, sagt der Weltmeister von 2014: „Mit Intensität das Mittelfeld eng machen und versuchen diese Ballverluste zu provozieren, die einem die deutsche Mannschaft auch ganz gerne gibt. Es ist absolut vorstellbar, dass sie sich das Spiel von Ecuador an- und abgucken werden.“Das sind die Unterschiede zwischen Ecuador und ParaguayEs gibt aber durchaus Unterschiede zwischen den beiden Teams aus Südamerika. Ecuador hat die besseren Spieler, ist technisch beschlagener und läuft in der Regel sehr viel höher und aggressiver an. Paraguay hingegen steht in der Regel tiefer und setzt auf klassische Konter sowie Standardsituationen. Was beide eint, ist eine körperlich ausgeprägte und sehr intensive Spielweise, an dem die deutsche Mannschaft im Falle Ecuadors zerschellte. Sie muss gegen Paraguay besser gegenhalten und auch selbst austeilen. Das Spiel dürfte dennoch weniger hektisch werden, Deutschland braucht aber Ideen und mitunter Geduld.Lesen Sie auchDie Gefahr einer deutlichen Niederlage besteht hingegen kaum. Paraguay erzielte in der Qualifikation nur 14 Tore in 18 Spielen und hatte einen der geringsten Ballbesitzwerte Südamerikas. Es fehlt ein richtiger Knipser, wie es sie in der Vergangenheit gab. Die Namen sind Bundesliga-Fans bestens bekannt: etwa der Ex-Dortmunder Lucas Barrios, der ehemalige Bremer sowie Dortmunder Nelson Valdez oder der Rekordtorschütze und früheren Bayern-Star Roque Santa Cruz, der 32 Treffer in 112 Länderspielen erzielte.Antonio Sanabria von Italiens Serie-A-Klub US Cremonese war mit vier Treffern der beste Torschütze in der Qualifikation. In der Nationalelf debütierte der Angreifer als 17-Jähriger im August 2013 gegen Deutschland (3:3), bei der WM traf er bisher noch nicht. Die beiden bisherigen Tore erzielten die Mittelfeldspieler Mauricio und Matias Galarza.