PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostUSA greifen Iran als Vergeltung für Attacke auf Frachter an – Für Teheran ein „eklatanter Verstoß“Stand: 10:18 UhrLesedauer: 3 MinutenNach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus hat das US-Militär Ziele im Iran bombardiert. Beide Länder warfen sich gegenseitig vor, eine erst in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben.Nach dem Angriff auf ein Frachtschiff haben die USA nach Armeeangaben iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der iranischen Küste ins Visier genommen. US-Vizepräsident Vance erteilt Teheran anschließend einen Ratschlag.Teheran hat Washington nach US-Angriffen auf Ziele im Iran einen „eklatanten Verstoß“ gegen das zwischen beiden Ländern geschlossene Rahmenabkommen vorgeworfen. Das iranische Außenministerium verurteilte die US-Angriffe am Samstag als „brutal“. Sie hätten auf iranische Küstenüberwachungsanlagen abgezielt.Das US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen den Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die die USA dem Iran zuschreiben, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) mit. Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen seien beschossen worden.„Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, betonte das US-Militär. Zudem habe es die freie Schifffahrt gefährdet.Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe vier iranische Stellungen entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Gheschm angegriffen hätten. Die Angriffe dauerten demnach etwa 90 Minuten. Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht zu Samstag zudem Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichteten unter anderem das Staatsfernsehen Irib und der Sender Press TV. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen.Lesen Sie auchLaut einem örtlichen Behördenvertreter zufolge sind am Hafen jedoch keine Schäden entstanden. Die Lage vor Ort sei normal, meldet die iranische Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf den Beamten.Lesen Sie auchNach den US-Angriffen haben die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) nach eigenen Angaben zurückgeschlagen. Die Marineeinheiten hätten Standorte der US-Streitkräfte in der Region angegriffen, hieß es in einer Stellungnahme, die vom Staatsrundfunk verbreitet wurde. Sollte sich die Aggression wiederholen, wird unsere Reaktion noch umfassender ausfallen“, erklärten die Revolutionsgarden demnach. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Eine Bestätigung von US-Seite stand zunächst aus. US-Vizepräsident J.D. Vance richtete nach den US-Militärschlägen eine deutliche Warnung an die Regierung in Teheran. „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“, teilt Vance auf der Plattform X mit. Wenn der Iran Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung der Absichtserklärung habe, könne er zum Telefon greifen, erklärt Vance weiter.Der Leiter des nationalen Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament wirft Trump unterdessen vor, sich nicht an die Prinzipien von Verhandlungen oder einer Waffenruhe zu halten. Die „rücksichtslose Verletzung der Waffenruhe“ werde aufseiten der USA zu „Rückzug und Bedauern“ führen, sagt er. Trump hatte dem Iran zuvor auf seiner Plattform Truth Social einen „törichten“ Bruch der Waffenruhe vorgeworfen. Eine Drohne habe das Oberdeck des Schiffes getroffen und „Schaden angerichtet“, schrieb er. Drei weitere Drohnen seien von den USA abgeschossen worden.Lesen Sie auchDie Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) hatte am Donnerstag einen Angriff vor der omanischen Küste gemeldet und erklärt, das Schiff sei beschädigt. Von Verletzten oder Umweltschäden war nicht die Rede. Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, es habe sich um das Handelsschiff „Ever Lovely“ gehandelt.Stunden vor dem Angriff hatte der Iran Frachter in der Straße von Hormus davor gewarnt, die Meerenge auf einer Route vor der Küste Omans zu durchfahren, die der Oman in Abstimmung mit der UN-Schifffahrtsorganisation IMO festgelegt hat. Die einzige zugelassene Route durch die Straße von Hormus sei die vom Iran festgelegte, erklärte die Revolutionsgarde. Die Nutzung anderer Routen sei untersagt, bei Verstößen werde man einschreiten.Der Iran hatte die Meerenge nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar praktisch blockiert und hat wiederholt Anspruch auf die Kontrolle der Durchfahrt erhoben, durch die zu Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel.dpa/rtr/lay/AP/AFP/saha/jm
Krieg in Nahost: USA greifen Iran als Vergeltung für Attacke auf Frachter an – Für Teheran ein „eklatanter Verstoß“ - WELT
Nach dem Angriff auf ein Frachtschiff haben die USA nach Armeeangaben iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der iranischen Küste ins Visier genommen. US-Vizepräsident Vance erteilt Teheran anschließend einen Ratschlag.












